VVS-Fahrgastbeirat Wegen S-Bahn: Druck auf Region wächst

Von dud 

Nach den Ausfällen der S-Bahn in den vergangenen Wochen macht der VVS-Fahrgastbeirat mobil: Die Region solle sich endlich für mehr Pünktlichkeit und eine bessere Information einsetzen.

Das Informationsangebot im S-Bahn-Störungsfall wird kritisiert. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Das Informationsangebot im S-Bahn-Störungsfall wird kritisiert. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Nach den in den vergangenen Wochen wieder wachsenden Problemen bei der S-Bahn macht der VVS-Fahrgastbeirat mobil: In einem mehrseitigen Brief an die Verantwortlichen des Verbands Region Stuttgart, der dieser Zeitung vorliegt, verlangt das Gremium, dass der Verband Auskunft darüber gibt, was er „zur Verbesserung der seit Jahren unbefriedigenden Situation bei der Pünktlichkeit und der Information im Störungsfall sowie für ein sicheres Notfallkonzept unternimmt". Der Verband Region Stuttgart ist der Aufgabenträger der S-Bahn – also politisch für den Betrieb verantwortlich und Vertragspartner der Deutschen Bahn, die für den Betrieb zuständig ist. Im Fahrgastbeirat des VVS, der seit 1997 besteht und beratende Funktion hat, sitzen 14 Vertreter von Umweltverbänden, aber auch vom Körperbehindertenverein, dem Jugend- und dem Stadtseniorenrat.

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In dem Schreiben an den Regionalpräsidenten Thomas Bopp, die Regionaldirektorin Nicola Schelling und den für Verkehr zuständigen Wirtschaftsdirektor Jürgen Wurmthaler beklagt der Fahrgastbeirat, dass „im August kaum ein Tag ohne größere Störungen bei S-Bahn vergeht“, wobei Ausfälle der Infrastruktur dominierten. „Besonders ärgerlich ist in solchen Situationen die unzureichende Information der Fahrgäste“, befindet der Beirat, der auch verwundert darüber ist, dass „nach vier S-Bahn-Gipfeln, bei denen zahlreiche Maßnahmen zur Stabilisierung des Betriebs vereinbart wurden, die Pünktlichkeit noch immer unbefriedigend ist“. Die Region müsse überlegen, ob nicht schärfere Sanktionen gegenüber der Bahn möglich seien.

Wie geht es weiter mit der Panoramabahn?

Der Fahrgastbeirat betont auch, dass die jüngsten Vorfälle gezeigt hätten, wie wichtig die Panoramabahn als Umfahrungsmöglichkeit der unterirdischen Stammstrecke sei. Die Panoramabahn werde aber schon ein Jahr vor der Fertigstellung des Tiefbahnhofs, die Ende 2021 oder später erfolgen wird, vom Kopfbahnhof abgeschnitten. Selbst nach Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs gebe es keine Alternativstrecke, da die Führung auf den Fildern frühestens 2023 fertig werden soll. „Damit steht für die S-Bahn mindestens drei Jahre lang kein Notfallkonzept für Störungen im Stammstreckentunnel zur Verfügung“, folgert der Fahrgastbeirat: „Das ist untragbar.“ Es müsse deshalb eine andere Lösung gesucht werden mit einem zumindest übergangsweisen Anschluss der Panoramabahn an den Hauptbahnhof. Diese Forderung hatte der Verkehrsaussschuss der Region aber bereits eine Absage erteilt.