VVS Stuttgart Neues Jahr, neue Preise

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) erhöht seine Preise zum 1. Januar 2016 wegen gestiegener Personal-, Sach- und Betriebskosten. Neu ist, dass Kunden Wochen- und Monatstickets auch aufs Handy laden können.

Bei der S-Bahn, dem  Rückgrat des Nahverkehrs,  häufen sich seit vielen Monaten   Pannen und Verspätungen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Bei der S-Bahn, dem Rückgrat des Nahverkehrs, häufen sich seit vielen Monaten Pannen und Verspätungen.Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Neues Jahr, neue Preise: der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) erhöht seine Preise zum 1. Januar 2016 wegen gestiegener Personal-, Sach- und Betriebskosten im Schnitt um 2,5 Prozent. Der Verbund erwartet im nächsten Jahr dadurch Mehreinnahmen von rund 11,4 Millionen Euro.

Zum Jahresende 2015 peilt der VVS trotz der anhaltenden S-Bahn-Misere einen neuen Fahrgastrekord an; man rechnet mit 265 Millionen Fahrten – rund acht Millionen mehr als 2014. „Diese erfreuliche Entwicklung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, betont VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. „Wir danken den Fahrgästen, die Bus und Bahn trotz des GDL-Streiks und der Pünktlichkeitsprobleme bei der S-Bahn die Treue gehalten haben.“

Verbund will Verbesserungen bieten

In neuen Jahr will der Verbund weitere Verbesserungen bieten. Das zeige der neue Fahrplan, der bereits seit dem 13. Dezember gelte. So seien die S-Bahnen von Neujahr an unter der Woche abends rund 30 Minuten länger als bisher unterwegs. Zudem erweitere der Verbund seinen Geltungsbereich bis in den Landkreis Calw. „Die VVS-Tickets gelten dann bis in die Gemeinden Altensteig, Ebhausen, Egenhausen, Nagold und Rohrdorf“, so Stammler. Wer aus dem VVS-Gebiet mit einem Bus der Linien 770, 774, 777 oder 778 in diese Orte fahre, könne dafür seinen VVS-Fahrschein nutzen.

Außerdem weist der VVS-Manager auf die verbesserte Freifahrtregelung für Kindergartenkinder hin: „Kinder bis zum Alter von fünf Jahren werden kostenfrei befördert, und für Kinder von sechs bis 14 Jahren gelten Kinderfahrpreise.“ Aktuell gelte, dass bei gemeinsamen Fahrten von Kindergartengruppen auch Kinder, die älter als fünf Jahre seien, nichts bezahlen müssten. Zum 1. Januar 2016 werde diese Regelung erweitert. Dann könnten Kinder über fünf Jahren auch auf Fahrten zum Hort und zurück nach Hause kostenlos fahren.

Dauerkarten aufs Handy laden

Ausgebaut hat der Verbund auch sein Online-Angebot: Wochen- und Monatstickets sowie das 9-Uhr-Umweltticket können nun über das Internet (www.vvs.de) auf das Handy geladen werden. Besonders erfreulich findet Stammler, dass die Zahl der Stammkunden in der Region stetig zunimmt. Mit Schülern, Studenten und Jahrestickets ohne Vertragsbindung gebe es bereits mehr als 320 000 Stammkunden, die ein Ticket nutzten, das länger als einen Monat gelte.

Auch der Berufsverkehr im ÖPNV hat sich bis September 2015 – neuere Zahlen liegen noch nicht vor – mit einem Zuwachs von 9,7 Prozent positiv entwickelt. Aufwind verzeichnet der Verbund auch beim Firmenticket. Immer mehr Betriebe zahlten ihren Mitarbeiter einen Zuschuss. Bis September sei die Zahl der Firmentickets um 3000 auf mehr als 62 000 Stück gestiegen.

Bei den Senioren ist der VVS ebenfalls gut im Geschäft. Bis zum Herbst verzeichnete man einen Zuwachs von 3,5 Prozent. Die Zahl der Abonnenten sei um rund zehn Prozent auf mehr als 22 000 gestiegen. Hinzu kämen weitere 9000 Kunden, die ihr netzweit gültiges Seniorenticket bei einer Verkaufsstelle erwerben würden. Außerdem seien fast 8000 Rentner und Pensionäre mit Monatskarten unterwegs.

Die VVS-Preise in der Übersicht

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4 Kommentare Kommentar schreiben

Einfach: nur frech. Diese Selbstversorger - beste Arbeitszeiten, eigene KV, eigene KiTa, Einstiegsgehälter höher als bei Lehrkräften, unbefristete Verträge - benehmen sich wie die übelsten Monopolisten. Vielleicht ist es an der Zeit, sich an Herrn Mund vom BKartA zu wenden und über ihn eine gerichtliche Überprüfung der "gestiegenen Betriebskosten" einzuleiten. Bei Personal- und Sachkosten besteht kein Zweifel - selbstverursacht durch die fehlende Veranlassung zum Sparen, aber die Betriebskosten, die in den letzten sechs Jahren nachweislich um bis zu 6% p.A. gesunken sind, anzuführen, wird allmählich zu einem Witz im Stile nordkoreanischer Wahlergebnisse.

Aber diesen Summen für die U21- Haltestelle haben......: Da freu ich mich ja, dass das rausfahren aus dem Kessel, damit Mensch mit hohen Stickoxid- und Feinstaubbelastung der Lunge ein wenig Erholung gönnen kann...immer teurer wird.......ist also besser im Grünen zu wohnen und dann regelmäßig in die Stadt rasen!!..................... Obwohl Kesselbewohner fürs soziale Klima wichtig sind werden sie massiv geknechtet und "vergast"! ........................... Den Kindern, die hier aushalten müssen wird das " kinderfreundliche" Stuttgart "hautnah" nahe gebracht: Kinder sind unsere Zukunft aber nur, wenn sie nicht da sind und/oder abhauen!

Verbesserungen?: Der Horst Stammler soll sich mal eine Woche in den 56er Bus setzten und dann nochmal darüber nachdenken, ob wir eine erfreuliche Entwicklung sehen und auf einem guten Weg sind. Die Stuttgarter interessiert was im Kessel passiert, nicht ob sie mit einem VVS Ticket für 30 Euro nach Nagold fahren können. Zudem frage ich mich, wo ist unser Fritz Kuhn wenn man ihn braucht. War da nicht mal was mit ÖPNV kostenlos in Stuttgart???

Preiserhöhung - für super Service...: Ich muss (notgedrungen) öfter mit dem 56er fahren, wenn 'er' denn kommt. Falls dann tatsächlich dann doch (in der HVZ) gerne mal 20 Minuten später, und dafür dann gleich 3x hintereinander. Klar doch, für DEN 'Service' zahle ich ab 1.1. liebend gerne mehr... ;+).

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