Wahlkreis Calw FDP-Kandidat: Schwule Eltern machen schwul

Von dpa/lsw 

Kinder, die bei schwulen Paare leben, werden nach Ansicht des baden-württembergischen FDP-Bundestagskandidaten Reinhard Günther selbst homosexuell. Ein Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare lehne er deshalb ab.

  Foto: EPA
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Calw - Kinder, die bei schwulen Paare leben, werden nach Ansicht eines baden-württembergischen FDP-Bundestagskandidaten selbst homosexuell. Es könne davon ausgegangen werden, „dass ein Kind durch die laufende Beobachtung von Homosexualität ebenfalls homosexuell geprägt wird“, schrieb der FDP-Direktkandidat im Wahlkreis Calw, Reinhard Günther, beim Politikportal abgeordnetenwatch.de. Er lehne deshalb ein Adoptionsrecht homosexueller Paare ab. „Dem Kindeswohl wird damit nicht optimal entsprochen. Kinder sind kein soziales Zubehör für homosexuelle Paare.“

Günther erklärte weiter: „Ein Kind dem Risiko homosexueller Prägung, und es damit, im Falle eines Jungen auch zukünftiger hoher medizinischen Risiken auszusetzen, ist völlig verantwortungslos.“ Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa bestätigte Günther, dass die Forenbeiträge von ihm stammen, schränkte jedoch ein: „Das ist meine persönliche Meinung, die von der FDP nicht geteilt wird.“ Der Liberale hat mit FDP-Landeslistenplatz 35 nahezu keine Chance auf einen Einzug in den Bundestag.

52 Kommentare Kommentar schreiben

SEP 04 MOI, 12:09 Uhr: Es geht nicht um die Diskussion um "... besser als" (es ist nicht alles ist Gold, was glänzt, es trifft auch für manche Familien zu), sondern um Grundsätze für gesunde Entwicklung einer Persönlichkeit. Mal ein Beispiel: wenn man eine Fremdsprache nicht gelernt hat, so kann mann diese Sprache nicht sprechen. Mit den Menschen, die sich dieser Sprache bedienen, hat man eine Sprachbariere. Man kann in dieser Sprache nicht agieren, außer man lernt sie, wobei Praxis notwendig ist. Bei den Kindern ist es nicht anders. Wenn ein Element (Vater oder Mutter) fehlt, dann ist das eine Sprache, die für das Leben nicht gelernt wird. Vaterlose Väter haben enorme Schwierigkeiten eine Familie dauerhaft zu halten. Mütterlose Mütter ebenso. Ich sage nicht, dass es grundsätzlich nicht geht, aber das verbraucht enorm viele seelische Kräfte, von denen in diesem Fall sowieso zu wenig mitgegeben ist, was auch die Ursache ist (Sprache nicht gelernt). Das ist in vielen langfristigen Studien untersucht worden. Wenn Sie mir nicht glauben, sprechen Sie mit solchen Menschen (Familienberatungsstellen quellen über), googeln Sie oder gehen Sie in die Bücherei. In Schwulen Beziehungen fehlt einer dieser Elemente naturgemäß. Was man nicht kann, versucht man zu vermeiden. Kinder wiederholen in den meisten Fällen das, was sie von den Eltern gelernt (bzw. nicht gelernt) haben. Deswegen bin ich der Meinung, dass Adoption in diesem Fall nicht dem Wohl der Kinder sondern mehr dem Ego solcher "Adoptiveltern" dient :wir wollen eine "richtige" Familie sein. Insofern ist die Meinung von Reinhard Günther nicht unbegründet, obwohl nicht in allen logischen Denkschritten erklärt und zur Zeit wohl nicht politisch korrekt. Warum muss meine Meinung "pfui" sein, wenn sie nicht aus einer Emotion heraus, sondern aus Überlegung und Beobachtung entstanden ist? Toleranz bedeutet nicht völlige Unterdrückung des Nachdenkens über ein bestimmtes Thema. Nachdenken bringt oft Vorteile, weil man nicht in allen Dingern des Lebens erst Fehler machen muss, um dann aus diesen lernen zu können, oder diese weg zu therapieren. Ich habe geschrieben, dass es schmerzhaft sein kann, zu entdecken, dass ein Kind einer einseitiger Erziehung wegen Schwierigkeiten mit eigener Familie und Kindern hat. Was ist so "pfui" daran, eine Gefahr anzusprechen, in die man offenen Auges hinein rennt? Immerhin stoße ich keine Beschimpfungen aus, schlage niemanden zusammen und mache keine Witze darüber. Es ist ein ernstes Thema, wir sind alle Menschen und haben jeder ein Herz und ein Gewissen, wir tragen alle Verantwortung vor uns selbst, vor unseren Partnern, vor unseren Kindern, vor der Gesellschaft und vor der Welt, in der wir alle leben. Wir alle müssen nicht nur uns und unsere Zukunft vor Augen haben, sondern auch die Zukunft der Generationen, die nach uns kommen mögen.

@MOI: Lieber MOI, wir sind mal einer Meinung!

Lia Roß: ich glaube sie habend en Schuss nichtgehört! Was sie von sich geben ist absolut unterirdisch! Ich weiß, dass viele Homosexuelle Paare Kindern eine bessere Kindheit ermöglichen also viele Hartz IV empfangenden Gebärmaschinen!!!!! Sie sind ja wohl im letzten Jahrhundert hängen geblieben!!!! Abscheulich ihre denkweise!! Pfui teufel!

Bullshit: Ich kann da nur diesem Herren von der FDP nahe legen sich über den aktuellen Forschungsstand zur Epigenetik informieren. Die Prägung auf das andere oder das eigene Geschlecht ist mir in die Wiege gelegt, es ist keine soziale Prägung. Und ehrlich gesagt, der einzige Mensch auf dieser Welt, dessen sexuelle Vorlieben mich interessieren, das ist meine Frau. Die aller anderen Menschen sind mir egal - solange es sich um einvernehmlichen Sex unter Erwachsenen handelt. Der Herr von der FDP könnte eher über ernsthaftere Themen nachdenken, zum Beispiel wie wir die ständig wachsende Enteignung des arbeitenden Bevölkerungsteils durch Steuern und Abgaben senken.

SEP 02 Oscar Wilde, 17:58 Uhr: Mit meinem Beitrag möchte ich unterstreichen, dass "persönliche Meinung, die von der FDP nicht geteilt wird", die von dem Kalver Politiker ausgesprochen wurde, aus meiner Sicht nicht ohne Kern, obwohl momentan politisch nicht korrekt ist. Zwar ist diese recht grob ausgedrückt worden, aber aus Studien und einiger Erfahrung kann ich sagen, dass Wahres dran ist. Und die Entscheidung, Kinder an die homosexsuelle Paare zu Adoption frei zu geben - eine politische ist. Ich kann noch verstehen, dass Kinder bei den bereits vorhandenen Eltern bleiben, falls diese sich im Lauf des Lebens anders entschieden haben (verstehen, nicht begrüßen), aber bei Adoptionen - und darum geht es im Großen und Ganzen - ist es den adoptierenden Kindern gegenüber unverantwortlich, Gründe dazu habe ich im ersten Kommentar dargelegt. Da schwule Bürger ebenfalls verantwortungsvolle Menschen sind (nicht wahr?), wollte ich meine persönliche Meinung bringen, dass man durch verantwortungsvolles und überlegtes Handeln auf Dauer mehr Respekt und Anerkennung erlangen kann, als durch politische Beschlüsse, durch Gesellschaftsspaltung, durch Bestehen auf allen Rechten (wie eben Adoption), die aber beim näheren Ansehen das adoptierte Kind in eine mißliche Lage bringen können. Zwangsläufig, trotz aller guten Vorsätze.

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