Wahlkreis Vaihingen: Der Landtagskandidat Markus Rösler Zwischen bezaubernder Natur und Finanzpolitik

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Markus Rösler von den Grünen vertritt die Ökologie und die Ökonomie gleichermaßen – nicht nur seit fünf Jahren im Landtag von Baden-Württemberg. Er will am 13. März zum zweiten Mal als Abgeordneter des Wahlkreises Vaihingen gewählt werden.

Markus Rösler   1983  in Gerlingen  und heute als Landtagsabgeordneter.




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Markus Rösler 1983 in Gerlingen und heute als Landtagsabgeordneter. Foto: factum

Vaihingen - „Ich habe keine Parteibrille auf, bin bodenständig und weltoffen, ein überzeugter Schwob, der evangelischen Kirche sehr verbunden und habe als lange Linien im Leben die Wirtschaft und die Natur.“ Das ist Markus Röslers Fazit nach langem Gespräch – in dem seine Begeisterung für die Politik nicht nur ab und an durchschlägt, sondern ständig präsent ist.

Der 54-Jährige mit Doktortitel hat schon viel gemacht nach dem Abitur in Korntal und dem Studium, das er mit der Promotion abschloss. Wobei aus seiner Kurzbiografie schon eines hervorgeht: Rösler springt nicht auf vorbeifahrende Themenzüge auf und von diesen wieder ab, wenn sie langsam werden. Sondern er liebt es, einmal erkannte Vorlieben über lange Zeit zu pflegen.

Wanderung zu Vögeln als Belohnung

Bei einem Treffen mit Bürgern hat er dazu eine Anekdote erzählt: Seine erste Bekanntschaft mit dem „bezaubernden Phänomen Natur“ machte er in der Grundschule. Damals durfte er, als Belohnung für eine gute Note, zu einer vogelkundlichen Wanderung. Die Begeisterung für alles, was draußen kreucht und fleucht, ist ihm geblieben – Rösler ist nicht nur Landtagsabgeordneter, sondern auch gelernter Landschaftsökonom und Ökologe.

An Röslers Einstieg in die Politik ist ein sehr prominenter Grüner nicht ganz unschuldig: Winfried Kretschmann. Rösler hat für ihn hauptamtlich gearbeitet, als der heutige Ministerpräsident noch Fraktionsvorsitzender war. Redenschreiben war da nur eine Sache. Heute ist Rösler einer von 36 Abgeordneten der Grünen im Landtag von Baden-Württemberg, aber einer mit Funktionen: Er ist der naturschutzpolitische Sprecher seiner Fraktion und der stellvertretende Vorsitzende des Finanz- und Wirtschaftsausschusses. Wobei dem Familienvater mehrere Dinge wichtig sind: Dass Ökonomie und Ökologie gleichermaßen gesehen werden. Dass er, zweitens, nicht nur für seinen Wahlkreis Vaihingen, sondern für das ganze Land zuständig ist. Und dass, drittens, genug Zeit für seine Kinder bleibt. „Wenn ich daheim bin, ist von 18 bis 22 Uhr Familie“, sagt er. Gemeinsames Abendessen, die Buben ins Bett bringen, zumindest den Vier- und den Siebenjährigen, und ihnen eine Gutenachtgeschichte vorlesen – das sei ihm wichtig.

Abgeordnete als Behörden-Beschleuniger

Was er in fünf Jahren als Abgeordneter gelernt hat? „Dass man manche Prozesse in Behörden beschleunigen kann.“ Ein Beispiel sei der Plastik-Kreisel zwischen Gerlingen, seiner Heimatstadt, und Leonberg. Dort wollte das Regierungspräsidium einen bewährten Kreisverkehr abbauen und eine ungeliebte Ampel reaktivieren. Rösler und andere haben sich für den Erhalt des Kreisels eingesetzt – mit Erfolg.

Zum anderen sei aber der Einfluss einzelner Abgeordneter auf Ministerien und Gesetzgebung „nur in Einzelfällen groß“. In der Bildungspolitik habe die Regierung „viele Sachen gleichzeitig angefangen“, sagt er kritisch. Die Finanzpolitik aber sei gut gelaufen. Seine Chancen bei der Wahl? „Zu 99,9 Prozent bin ich drin, und die Grünen haben die 30 Prozent im Blick.“ Ein Zauderer klingt anders.

Vorname
Markus Name
Rösler Geburtsdatum
22. November 1961 Familienstand
verheiratet, 3 Kinder Beruf
Landtagsabgeordneter, Dr. Ing. Landschaftsökonom und -ökologe Ehrenämter
(unter anderem) Stiftungsrat der Rebmannstiftung Gerlingen; beim Nabu auf Bundesebene zuständig für Großschutzgebiete und Streuobst; Mitglied der World Commission for Protected Areas, Koordinator des Vaihinger Streuobst-Schorle-Projektes Eine Überschrift über mich sollte lauten:
Lange Linien und Verantwortung – kompetent für Wirtschaft und Natur Das größte Ärgernis im Kreis Ludwigsburg
Es kann und darf doch nicht sein, dass ich von Oberriexingen nach Illingen zwei Fahrkarten benötige. Der Lieblingspolitiker einer anderen Partei
Josef Göppel, CSU. Als Hauptdarsteller wäre ich am besten geeignet für den Film
Heinz Rühmann in der Feuerzangenbowle – niveauvoll, frech und witzig. Wenn ich ein Jahr lang mit einer Person aus dem Kreis tauschen könnte, dann wäre das
der Landrat – oder ein in Ruhestand gegangener Musiklehrer: viel Arbeit und Gestaltungsmöglichkeit oder viel Freizeit und Kreativität.