Wahlserie: Gingen Die Gingener warten auf den Tag X

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In Gingen warten alle auf den Weiterbau der neuen B 10. Die Stimmenkönigin im Gemeinderat beobachtet derweil mit Grausen den Schleichverkehr durch den Ort.

Gingen bezeichnet  sich selbst gerne auch mal als  Perle des Filstals. Foto: Gemeinde Gingen
Gingen bezeichnet sich selbst gerne auch mal als Perle des Filstals. Foto: Gemeinde Gingen

Wahlserie - Die Menschen in Gingen warten weiter auf den Tag X, an dem die sehnlichst erwartete Ortsumfahrung gebaut wird, genauer gesagt, der Weiterbau der B 10. Die Baustelle ist in den vergangenen Jahren bis vor die Tore der Stadt vorgerückt, und die vierspurige Straße endet im Osten der Nachbarkommune Süßen. Es könnte dem neu zu wählenden Gemeinderat vergönnt sein, diesen Tag noch mitzuerleben, sollten die Bagger noch in diesem Jahrzehnt anrollen.

Stimmenkönigin wundert sich über Schleichverkehr

Auch Gudrun Soukup von den UnabhängigenWählern träumt von diesem Tag. Die Stimmenkönigin im Gingener Gemeinderat steht alle Tage in ihrem Café in der Bahnhofstraße und wundert sich über die Autofahrer, die sich auf Umwegen durch den verwinkelten Ortskern schlängeln, um die vermeintlich eingesparte Zeit anschließend an der Ampel abzusitzen, bevor sie wieder zurück auf die meist verstopfte alte B 10 gelotst werden. Die Pläne für die Umgestaltung der geschundenen Ortsdurchfahrt liegen schon in der Schublade.

Gudrun Soukup hofft, dass ihre Kommune eines Tages mit einer ebenso schmucken Hauptstraße aufwarten kann, wie die bereits vom Durchgangsverkehr entlasteten Kommunen im unteren Filstal. Und dass die Anwohner wieder Mut fassen, die von Abgasen geschwärzten Fassaden, die sich heute teils hinter mannshohen Plakatwänden verstecken, frisch zu streichen.

Zwei neue Gewerbegebiete sind geplant

Die schwarzen Fassaden täuschen über die Vorzüge Gingens hinweg. Dazu gehören das historische Zentrum rund um die Johanneskirche und das nachgefragte neue Baugebiet im Marrbacher Öschle. Gingen rüstet sich für die Zukunft, hat bereits die Grundschule energetisch saniert und Pläne für einen Kindergartenneubau geschmiedet. Neben den betreuten Seniorenwohnungen soll bald noch ein Pflegeheim entstehen. Und neue Arbeitsplätze versprechen die beiden geplanten interkommunalen Gewerbegebiete mit Süßen sowie mit Donzdorf und Lauterstein.

Vier Piraten treten auch noch an

Solche Pläne bescheren dem künftigen Gemeinderat einen ordentlichen Packen Arbeit. Da sich mit Ausnahme von Alexa Wannenwetsch alle bisherigen Räte erneut zur Wahl stellen, ist gut möglich, dass es unter den 14 Ratsmitgliedern weiterhin einige bekannte Gesichter geben wird. Allein die Piraten, die erstmals in Gingen kandidieren, könnten etwas frischen Wind ins Rathaus bringen. Da aber nur vier Namen auf dem Wahlvorschlag stehen, muss man statt mit einer steifen Brise eher mit einem lauen Lüftchen rechnen.

Gingen

Einwohner: 4368
Bürgermeister Marius Hick, CDU, seit 2002
Zurzeit im Gemeinderat: CDU/Freie Wählervereinigung: 5, SPD: 3, Unabhängige Wählergemeinschaft/Freie Wähler: 6
In der Serie zur Gemeinderatswahl beleuchten wir die Ausgangslage jeder Kommune im Kreis vor der Wahl am 25. Mai