Waldheim Untertürkheim Zum Frühstück 600 Brötchen
Katharina Sorg, vom 03.08.2010 16:26 Uhr
Stuttgart - Max ist schon ein echter Waldheimprofi. Der Sechsjährige verbringt seine dritte Sommerfreizeit im Ferienwaldheim Untertürkheim und hat die Vorteile klar erkannt: "Hier gibt's jeden Tag Abwechslung und man darf die Leiter ärgern und die flippen nicht sofort aus", sagt er und grinst verschmitzt. Vor sich hat er einen bunten Plastikteller und einen Becher stehen. Es ist kurz nach halb neun und Zeit für das Frühstück.
Dass in Untertürkheim, wie auch in fast allen anderen 31 Stuttgarter Ferienwaldheimen, die Freizeiten begonnen haben, hört man schon von weitem. Schließlich toben nun 230 Kinder über das Gelände in den Weinbergen. "Ist jetzt noch jemand übrig?", hatte kurz vor dem Frühstück der Waldheimleiter Martin Pomplun-Fröhlich auf dem Vorplatz ins Mikrofon gefragt. "Keiner? Wow, wir werden auch immer besser", sagt er und lacht. Alle Kinder haben ihre Betreuer für die kommenden zwei Wochen gefunden.
Ein paar wollen noch einmal tauschen, ist doch die beste Freundin in der anderen Gruppe gelandet. Andere machen sich, mit der Isomatte für den Mittagsschlaf und gepacktem Rucksack, auf in die Gruppenräume. Die ersten Betreuer schnappen sich Becher und Teller und beginnen die Tische zu decken. Ein echter erster Waldheimmorgen eben. "Man hat hier einfach total Spaß, die Mitarbeitergemeinschaft ist eingeschworen und viele waren selbst schon als Kind hier", sagt Natalie, eine der 50 freiwilligen Helfer, während sie das Besteck für ihre Gruppe abzählt. Jeden Morgen um acht Uhr beginnt für sie und die anderen der Tag. Bis 18 Uhr heißt es dann Programm zu machen.
Kinder stellen Länder vor
Vom Fußballspiel über einen Ausflug und Basteln wird alles dabei sein in den kommenden Tagen. Für die 14-Jährigen hat sich das Waldheimteam in diesem Jahr etwas besonderes ausgedacht. "Die sind die ganze nächste Woche mit dem Fahrrad unterwegs und radeln bis zum Bodensee", sagt Pomplun-Fröhlich.
Zwei Wochen lang nur auf dem Gelände, das würde die Ältesten der Freizeitbesucher dann doch ein wenig langweilen. Denn "Eine Reise um die Welt" ist nur das Motto der Freizeit. Jede Gruppe repräsentiert ein Land und wird dieses den anderen Kindern vorstellen. "Ob witzig oder ernst, das können sie sich in den nächsten Tagen noch überlegen", sagt Pomplun-Fröhlich.
International ist auch der Speiseplan
International zu kochen, ist für Karin Soiniemi kein Problem. Seit 17 Jahren rührt sie während der Freizeiten in den riesigen Töpfen des Waldheims. "Heute gibt's zum Mittagessen Spaghetti Bolognese, das ist dann unser italienischer Beitrag", sagt sie fröhlich. Auch Cevapcici für Kroatien und Kaiserschmarrn als österreichische Spezialität hat sie auf ihrem Kochplan notiert. "Aber ich bin natürlich wetterabhängig, wenn es heiß ist, dann kann ich kein Sauerkraut machen", erklärt sie. In großen Schüsseln wird Marmelade über die Ausgabetheke geschoben, in ebenso große Schalen ist Butter gefüllt worden. Die Essensmengen sind für 230 Kinder eben ein wenig größer als zuhause.
Da werden schon mal 50 Kilo Nudeln gekocht oder mehr als 600 Brötchen aufgeschnitten. Ausgebucht ist die Freizeit in Untertürkheim schon seit März. "Wir sind wirklich randvoll mit Kindern in den ersten zwei Wochen", sagt Pomplun-Fröhlich. Für die einwöchige Freizeit in der dritten Augustwoche, würde es aber noch ein paar freie Plätze geben.
Im Speisesaal ist der Lärm inzwischen noch ein wenig angestiegen. Da wird mit Bechern geklappert, untereinander geplappert und gelacht. "Guten Appetit zum ersten Frühstück hier im Waldheim", ruft Pomplun-Fröhlich von der Bühne. Dann greifen die ersten kleinen Hände nach den Brötchen. Nun kann es losgehen.