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Wirtschaft & Finanzen
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Warren Buffett Das Orakel wird achtzig

Andreas Geldner, vom 30.08.2010 14:52 Uhr
Mit 14 Jahren trug Buffett Zeitungen aus und setzte die Kosten für das dafür notwendige Fahrrad einfach von der Steuer ab. Foto: AP
Mit 14 Jahren trug Buffett Zeitungen aus und setzte die Kosten für das dafür notwendige Fahrrad einfach von der Steuer ab. Foto: AP
Washington - Es gibt wohl keinen anderen Investor in den USA, dessen Fans mit Spielkarten pokern können, von denen ihr Guru höchstpersönlich lächelt. Auch T-Shirts und andere Devotionalien gehören zum Angebot, auf das Warren Buffett von der an Schlichtheit kaum zu überbietenden Website seiner Firma Berkshire Hathaway verweist. Starkult und Bescheidenheit gehören bei ihm untrennbar zusammen. Der mit einem geschätzten Vermögen von 47 Milliarden Dollar (rund 36,8 Milliarden Euro) drittreichste Mann der Welt, der am Montag 80 Jahre alt wird, verkörpert das amerikanische Paradox: Seit seiner Kindheit arbeitet er daran, seinen Reichtum ins Unermessliche zu mehren - und hat doch beschlossen, dass seine drei Kinder fast nichts davon erben werden.

Satte 99 Prozent seines Vermögens will Buffett nach seinem Tod einer Stiftung überlassen. Mit seinem engsten Freund im Club der Superreichen, dem Computerunternehmer Bill Gates, hat er erst vor einigen Wochen einen Appell an die reichsten Amerikaner lanciert, mindestens die Hälfte ihres Reichtums für wohltätige Zwecke zu spenden. Immerhin etwa vierzig Reiche konnte er von dieser Idee überzeugen. Buffetts Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway ist ein Mythos. Der Wert eines Anteilscheins stieg allein zwischen 1969 und 2007 von rund 40 Dollar auf 150.000 Dollar. Nicht nur in seiner Methode des Investierens, sondern auch mit seinen unorthodoxen Ansichten gehört Buffett zu den farbigsten Persönlichkeiten des amerikanischen Wirtschaftslebens.

Sein Ansehen ist trotz Börsenkrise ungebrochen


Der Investor unterstützte schon früh Barack Obama, weil er das Gesellschaftsbild von dessen republikanischen Kontrahenten John McCain für zu konservativ hielt. Buffett plädierte vor dem Kongress für eine Beibehaltung der Erbschaftsteuer und erklärte den Reichtum, den er innerhalb des amerikanischen, kapitalistischen Systems anhäufen konnte, zu einer in einer freien Marktwirtschaft leider unvermeidlichen Ungerechtigkeit. "Ich habe in einem Wirtschaftssystem gearbeitet, welches denjenigen, der auf einem Schlachtfeld das Leben von anderen rettet, mit einer Medaille ehrt und einen Lehrer mit Dankbriefen von Eltern belohnt, aber diejenigen,die kleinste Preisabweichungen von Wertpapieren erkennen können, Milliarden zubilligt.

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