KommentarWarteschlangen am Stuttgarter Flughafen Schädlich fürs Geschäft

Von Josef Schunder 

Sollten die Warteschlangen nun zum Normalzustand werden, würde unweigerlich das Image leiden. So drohen die Personalprobleme der mit den Kontrollen beauftragten Privatfirma zum Wettbewerbsnachteil für den Flughafen Stuttgart zu werden, sagt Lokalredakteur Josef Schunder.

Lange Warteschlangen beim Sicherheitscheck am  Flughafen beschädigen das Ansehen des Airports. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Lange Warteschlangen beim Sicherheitscheck am Flughafen beschädigen das Ansehen des Airports. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Kaum schienen die Warteschlangen gebändigt zu sein, die vor rund zwei Jahren die Fluggäste in Stuttgart verärgert hatten, da feiert die Misere fröhliche Urständ. Wartezeiten von 40 Minuten oder gar von einer Stunde vor den Luftsicherheitskontrollen, wie sie jetzt beklagt werden, sind ganz und gar unzumutbar.

Diese Zustände beschädigen das Ansehen des Flughafens Stuttgart. Der kann den Passagieren zwar nicht die Vorzüge großer Luftdrehkreuze bieten wie eine Fülle von Flugzielen in aller Welt oder grandiose Umsteigemöglichkeiten; er konnte bisher aber mit anderen Dingen punkten. Beispielsweise mit kurzen Wegen in den Terminals. Oder damit, dass der Luftraum darüber nicht mit Flügen überlastet ist und verspätete Flüge daher nicht an der Tagesordnung sind. Oder dass die Warterei vor den Kontrollen in aller Regel überschaubar war, wenn nicht – wie Anfang 2015 – die Einführung der Körperscanner große Umstellungsschwierigkeiten mit sich brachte.

Sollten die Warteschlangen nun zum Normalzustand werden, würde unweigerlich das Image leiden. So drohen die Personalprobleme der mit den Kontrollen beauftragten Privatfirma zum Wettbewerbsnachteil für den Flughafen Stuttgart zu werden. Pikanterweise auch noch durch das Zutun eines Dienstleisters, der zu einem Wettbewerber gehört: zum Frankfurter Flughafenbetreiber. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Die Stuttgarter Flughafengesellschaft kann im Grunde aber kaum mehr tun, als sich zu ärgern und Appelle an die Firma FraSec und die Bundespolizei zu richten. Von 1. August an auch in Person der neuen Flughafenchefin Arina Freitag, die früher lang bei Fraport tätig war.

Die eigentliche Herrin des Verfahrens ist aber ganz klar die Bundespolizei. Sie hat den privaten Dienstleister beauftragt. Sie muss jetzt auch durchsetzen, dass er liefert, was bei ihm bestellt wurde. Und zwar nicht irgendwann, sondern unverzüglich – und noch vor der Hauptreisezeit.