Wasen in Stuttgart Ponyreiten in der Kritik

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Die Grünen im Stuttgarter Gemeinderat beantragen, auf dem Frühlings- und dem Volksfest kein Ponykarussell mehr zuzulassen. Sie hoffen aber auch auf ein Einsehen der Anbieter.

Die Grünen setzen auf einen freiwilligen Verzicht beim Ponyreiten auf dem Wasen. Foto: Mauritius
Die Grünen setzen auf einen freiwilligen Verzicht beim Ponyreiten auf dem Wasen.Foto: Mauritius

Stuttgart - Mark Roschmann vertritt eine klare Haltung: „Solange das Ponyreiten nicht verboten ist, wird es das auch auf dem Wasen geben“, sagt der Vorsitzende des Schaustellerverbandes im Südwesten. Damit reagiert er auf einen Antrag der Grünen im Stuttgarter Gemeinderat. Sie wollen, dass Ponykarussells auf Jahrmärkten und Weihnachtsmärkten nicht mehr zugelassen werden. Immer wieder komme von Tierschutzorganisationen als auch Wasenbesuchern Kritik an dem Reiten im kleinen Rund auf Festplätzen, argumentieren sie.

Die Grünen halten diese Kritik für gerechtfertigt. Die Tiere seien dem Lärm der Fahrgeschäfte und Festbesucher ausgesetzt, zudem könne das ständige im Kreis Laufen zu Krankheiten führen und die Tiere in hohem Maße belasten. „Ich bin von mehreren Familien darauf angesprochen worden, die Ponyreiten von Jugendfarmen kennen. Dort lernen die Kinder einen artgerechten Umgang mit den Tieren – entsprechend unschön fanden die Familien das, was sie auf dem Wasen sahen“, fasst die Stadträtin Clarissa Seitz zusammen. Bevor sie und ihr Kollege Andreas Winter den Antrag aufsetzten, habe sie mit einer Agrarwissenschaftlerin Ponykarussells auf dem Wasen angeschaut. „Sie machte mich auf die Trensen mit Metallgebiss aufmerksam, die schmerzhaft sein und zu Deformationen des Kiefers führen können“, sagt Seitz. Auch habe die Expertin gesagt, nur Ponys, die sich aufgegeben haben, würden das stupide im Kreis Laufen mitmachen. Der Natur eines Pferdes werde das nicht gerecht. Wichtig ist den Grünen, dass es um einen freiwilligen Verzicht gehen würde. „Wir wollen kein Verbot, wir wissen auch, dass das rechtlich nicht möglich ist. Das Tierschutzgesetz greift ja erst sehr spät ein“, sagt Seitz.

Rechtlich ist gegen das Angebot nichts einzuwenden

Für den Wasen ist die Veranstaltungsgesellschaft In Stuttgart zuständig. „Wir verstehen uns als Dienstleister der Stadt“, sagt deren Sprecher Christian Eisenhardt. Die Stadt setze mit der Gewerbeordnung die Richtlinien fest. Solange diese Betriebe wie das Ponyreiten zulassen würden, werde die In Stuttgart auch auf dem Wasen entsprechende Anbieter zulassen – andernfalls befürchte man einen Rechtsstreit mit den Betrieben. Insofern sei ein freiwilliger Verzicht ausgeschlossen. In den zurückliegenden Jahren seien das immer zwei Schaustellerbetriebe gewesen. „Die Schaustellerverbände argumentieren, dass das eine traditionsreiche Attraktion für Kinder ist. Da hängen schließlich auch Existenzen dran“, fügt Eisenhardt hinzu.

Ein Verbot wäre bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz zwingend. „Da haben wir aber noch nie welche festgestellt“, sagt Thomas Stegmanns, der Chef der Dienststelle für Veterinärwesen im Stuttgarter Rathaus. „Wir wissen, dass die Beschwerden Jahr für Jahr kommen. Deswegen schauen wir immer bei den Ponyreitbetrieben vorbei“, sagt er. Seine Kontrolleure und er würden schauen, ob das Futter und der Zeltstall in Ordnung seien. „Wir haben auch schon einen Tierarzt mitgenommen, der hat aber die Vorwürfe – Fehlstellungen und Gebissschäden – auch nicht bestätigen können“, fügt Stegmanns hinzu.

Einer der Anbieter auf dem Wasen hört auf

Von den zwei Betrieben, die in Stuttgart regelmäßig Ponyreiten angeboten haben, hört einer nun auf. „Es geht nicht mehr, die Feste haben sich zu sehr verändert. Zurzeit herrscht dieser Halligalli-Trend, nicht nur auf dem Wasen. Vielleicht wird das auch mal wieder anders. Aber für uns lohnt es sich nicht mehr“, sagt Georg Schubert. Der 58-Jährige aus Landshausen im Kraichtal regt sich auf, wenn er die Vorwürfe hört. „Wir mögen unsere Tiere, es geht ihnen gut, wir hatten noch nie Beanstandungen. Die Kritiker haben doch keine Ahnung von Pferden, die wissen nicht mal, wo vorne und hinten ist“, schimpft Schubert. Der Wasen und das Frühlingsfest seien mit 23 und 16 Festtagen immer eine Haupteinnahmequelle gewesen. „Aber es ist nicht mehr wie früher. Familien mit Kindern kommen nur noch am Wochenende, unter der Woche läuft für uns fast gar nichts.“ Seine Pferde kommen dahin, wo sie zwischen den Festen immer waren: „Wir haben einen Gutshof mit Stall und Wiese, bei uns dürfen Kinder aus der Nachbarschaft reiten“, schildert er das Leben der Vierbeiner fernab des Rummels. Wenn er seine norwegischen Fjordpferde verkaufe, dann nur in gute Hände.

Es gibt Städte, in denen Schuberts Kollegen nicht mehr erwünscht sind, Duisburg zum Beispiel. Dort entschied die städtische Veranstaltergesellschaft Frischekontor in diesem Sommer, bei der Kirmes im Stadtteil Beeck kein Ponykarussell mehr zuzulassen. „Für den Veranstalter galt es, zwischen der langjährigen Tradition und der großen Beliebtheit des Karussells sowie dem veränderten Tierschutzempfinden abzuwägen“, teilte die Frischekontor mit. Sie entschied sich, auch ohne gesetzliche Vorschrift zu handeln. Auch in Düsseldorf drehen auf der Kirmes keine Ponys mehr ihre Runden.

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Ponykarussells sind Tierquälerei!: Ponykarussells sind nichts als Tierquälerei. Den ganzen Tag stupide im Kreis zu laufen hat nichts mit einer artgerechten Haltung zu tun. All der Lärm drum herum ist Stress für die Tiere und ständig neue Menschen um sie herum. Ein Lerneffekt ist für Kinder auch nicht gegeben, da so kein Tier behandelt werden sollte und die Ponys nicht glücklich sind. Diese Karussells müssen abgeschafft werden! Kein Geld rechtfertigt dieses Tierleid!

Ponys auf dem Wasen: Ich begrüße die Inititative der Stuttgarter Grünen sehr und wünschte, sie wären noch konsequenter und würden es Unternehmen, die Tiere stupide im Kreis laufen lassen, tagein, tagaus, in Lärm und Menschenmassen, verbieten, in dieser Stadt mit Tierleid Geschäfte zu machen. Woanders geht es ja auch. (Und ja, wenn ein Geschäftszweig nicht mehr zeitgemäß ist, muss man vielleicht umsatteln.) Und was das Lachen betrifft, das einer meiner Vorredner angesprochen hat: dazu muss keiner in den Keller. Sich vergnügen auf Kosten anderer (in dem Fall der Ponys), das ist schlicht nicht lustig. Da lach ich lieber über andere Dinge.... Dass das Leben dieser Ponys alles andere als artgerecht ist, liegt wohl auf der Hand. Und wie sich ein Tier fühlen muss, das zu Kirmesmusik den ganzen Tag im Kreis geht, das kann man mit ein wenig Mitgefühl nachempfinden - auch ohne Pferdeexperte zu sein. Ich jedenfalls gehe genau wegen dieser Karussells seit Jahren nicht auf den Wasen. Ich kann mir diese Quälerei nicht anschauen.....

Die Willkür des Geldes: Es stellt sich doch bei diesem Sachverhalt doch nicht die Frage ob eine Entscheidung noch abzuwägen sein sollte. Weshalb sollte man die armen Geschöpfe bei nervtötenden Lärm und belastet von zappeligen, durch Zuckerwatte aufgeputschte Kinder, stundenlang im Kreis laufen lassen? Es gibt hier kein Argument, dass dafür spricht, dass diese Prozedur für jemanden von Vorteil wäre, außer natürlich denjenigen die ihr gutes Geld auf Kosten der Lebewesen verdienen. Hier bleibt die Frage ob die Stadt Stuttgart seinem "raffgierigen" Image weiterhin treu bleiben möchte oder einmal abwägt und zu Gunsten der Ponys entscheidet.

Wenn es: ...nach dieser politischen ,,Will-kür-Vereinigung ,, gehen würde , müsste das Lachen in der Öffentlichkeit unter Strafe gestellt werden. Frei nach dem Ausspruch des ehemaligen Bibliothekar Jorge de Burgos aus dem Roman / Film ,, Der Name der Rose ,, der lautete : ,, Das Lachen verzerrt das Gesicht des Menschen zu einer tierischen Fratze, und ist damit wider der Natur ,,. Dieser politische Extremismus , den diese Will-Kür-Vereinigung seit geraumer Zeit verbreitet, ist mir zuwider. Für mich gab es einmal eine Zeitspanne, in der ich diese Partei wählbar fand, und ich sie auch mit meiner Stimme unterstützt habe. Diese Zeiten sind vorbei, endgültig, wie mir die gesamte bundesdeutsche Parteien-Landschaft gestohlen bleiben kann.

Ponyreiten auf Frühlings- bzw. Volksfest: Bitte, bitte an die Anbieter: Lasst doch die Ponys auf Euren Höfen und die Kinder aus der Nachbarschaft darauf reiten. Aber nicht in diesem Trubel! Herr Schubert, geht's ums Geld? Oder geht es Ihnen auch um Ihre Tiere? Möchten Sie Stunden im Kreis laufen und irgendwelche hopsenden Lebewesen auf Ihrem Rücken herumtragen? Ich bin Reiterin und weiß, wovon ich schreibe.

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