Unbeirrt von der laufenden Diskussion über die Ansiedlung einer Ikea-Filiale auf dem Neckarpark treibt das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung seine Pläne für eine Sanierung des Veielbrunnenareals und die Bebauung des Neckarparks voran. "Wir möchten ein paar Pflöcke einschlagen", sagte Heinz Sonntag, der bei den Stadtplanern den Bereich Neckar leitet. Konkret heißt dies, das möglichst bald ein Bebauungsplan für den Übergangsbereich zwischen Veielbrunnen und Neckarpark fertig sein soll. Als erstes Pilotprojekt sollen 67 neue Wohnungen in der Reichenbachstraße 52 bis 54 entstehen. Den Wettbewerb dafür hatte die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) gewonnen. Sie will dort rund 12,6 Millionen Euro investieren und hofft darauf, dass es im Sommer 2013 losgehen kann - sofern das Bebauungsplanverfahren zügig geht.
Fest steht zwischenzeitlich auch, dass der Lärm rund um den Neckarpark ein massives Problem darstellt. "Die Rockkonzerte sind so laut, dass sich die Veranstalter glücklich schätzen dürfen, nicht wegen Körperverletzung verklagt zu werden", sagte Sonntag. Laut geht es auch während des Volksfestes zu, und dies vor allem wegen der Bierzelte. Überraschenderweise habe das Lärmgutachten hingegen ergeben, dass das Daimler-Motorenwerk im Nord und auch die Bahngleise nicht so laut seien wie erwartet, ergänzte Susanne Wehle-Faiß vom Stadtplanungsamt. Auch die Mercedes-Benz-Arena werde erst bei Spielen nach 22 Uhr ein Problem und auch nur, wenn laut gejubelt wird. Dem Lärm wollen die Stadtplaner Herr werden mit Gebäuderiegeln rund ums Quartier. Zum Wasen hin soll vor allem Gewerbe angesiedelt werden, zum Motorenwerk Wohnen. Allerdings soll es eine 2,50 Meter hohe Lärmschutzwand auf dem Eisenbahndamm geben. Den Großteil des Lärms bekomme man mit diversen Mitteln in den Griff, sagte Sonntag.
Alle Maßnahmen nutzen jedoch nichts, wenn auf dem Wasen gefeiert wird. Dann erreicht der Lärm Werte jenseits der 70 Dezibel. Heinz Sonntag betonte, dass niemand den Wasen als Veranstaltungsort abschaffen wolle. Aber vielleicht könne man immerhin über Lärmschutzauflagen nachdenken, zum Beispiel in den Zelten nach 22 Uhr. Der Schaustellerverband und der Volksfestverein haben indes bereits kundgetan, dass sie eine neue Wohnbebauung nahe am Wasen kritisch sehen. Wenn Anwohner gegen den Lärm vor Gericht zögen, bekämen sie jedenfalls Recht und dann müsse auf dem Wasen um 22 Uhr Schluss sein. Mitte März war bereits der Konzertveranstalter Michael Russ gegen etwaige Lärmschutzauflagen zu Felde gezogen und hatte das Ende des Wasens als Veranstaltungsort prophezeit, wenn das Neckarpark-Konzept umgesetzt werde.

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