Wasseraustritt im Haus der Geschichte Was sprudelt ins Haus?
Thomas Braun und Susanne Janssen, 15.12.2010 07:22 Uhr
Hier wird lauwarmes Wasser aus dem Haus der Geschichte abgepumpt. Foto: Zweygarth
Hier wird lauwarmes Wasser aus dem Haus der Geschichte abgepumpt. Foto: Zweygarth
Stuttgart - Dass der Stuttgarter Talgrund ein sensibles Terrain ist, ist zuletzt im Rahmen der Schlichtung zu Stuttgart 21 noch einmal deutlich geworden. Die dortigen mineralwasserführenden Schichten müssen für den Bahnhofsneubau mit hohem technischen Aufwand abgesichert werden. Ein mysteriöser Wasseraustritt im Haus der Geschichte lässt jetzt aufhorchen: Seit Montag ist dort die Feuerwehr im Einsatz, um austretendes Wasser abzupumpen, das in einem Grundwasserschacht aufgestiegen war und einen Technikraum zu überfluten drohte. Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung handelt es sich dabei um Wasser mit einer Temperatur von 16 Grad - ein Indiz dafür, dass es sich um Mineralwasser handeln könnte.

Die Feuerwehr, sonst mit Informationen über die eingesetzten Kollegen und Gerätschaften immer schnell bei der Hand, gibt sich sehr bedeckt: "Das war nicht viel," erklärte der Einsatzleiter. Man habe Pumpen dort installiert. Mehr sage er nicht.

Im Haus der Geschichte weiß ebenfalls keiner Genaueres. Der Pressesprecher Stefan Bergmann weiß zu berichten, im Grundwasserschacht sei "Wasser, das da nicht hingehört". Der Schacht sei im Zuge der Bauarbeiten angelegt worden, jetzt sei Wasser herausgelaufen, das abgepumpt wurde. "Es besteht keine Gefahr für die Ausstellungen", betont Bergmann. Er könne gar nicht verstehen, warum dieser Wasseraustritt auf öffentliches Interesse stoße. Zur Wassertemperatur will er nichts wissen. Die stellvertretende Leiterin des Museums, Paula Lutum-Lenger, bestätigt jedoch gegenüber der StZ, dass es sich um 16 Grad warmes Wasser handeln soll. Ihr Chef Thomas Schnabel wiederum will ausschließen, dass es sich um Mineralwasser handelt.

Bohrungen für das Grundwassermanagement sind nicht die Ursache


Auch Mitarbeiter der EnBW waren gleich am Montag vor Ort, um dem Wassereinbruch auf den Grund zu gehen. "Wir können ausschließen, dass es aus der Frischwasserversorgung kommt", erklärt der Pressesprecher Jürgen Kaupp. Das Wasser sei mit 16 Grad relativ warm gewesen, und es habe definitiv eine höhere Leitfähigkeit als Trinkwasser. Daher handele es sich auch nicht um Abwasser - dessen Leitfähigkeit verändere sich nicht, wenn es etwa zum Spülen oder Duschen verwendet wurde. Eine höhere Leitfähigkeit werde durch eine andere Mineralienzusammensetzung verursacht, so Kaupp. Deshalb müsse es sich um Grund- oder Mineralwasser handeln. Grundwasser hat aber normalerweise in Stuttgart nur eine Durchschnittstemperatur von rund 10 Grad.

Ein Leck in den Fernwärmeleitungen kann ebenfalls ausgeschlossen werden - die Fernwärmegesellschaft Baden-Württemberg hat in ihrem Netz keinen Druckabfall festgestellt. Bleibt noch das Mineralwasser. Die Bahn jedenfalls weist vorsorglich darauf hin, dass der Vorfall nichts mit den Bohrungen für das Grundwassermanagement zu tun habe. Zuständig für das Leck ist formal das Vermögens- und Bauamt, eine Landesbehörde. Deren stellvertretender Leiter Winfried Alber erklärte gestern lediglich, das städtische Umweltamt fahnde nach der Ursache des Lecks. Das Wasser laufe nach wie vor aus.
Kommentare (58)
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DEZ
16
su, 08:41 Uhr

@maschmi

Zitat : Ich bin inzwischen so vehement für S21, weil mir die Art und Weise des Protests gegen den Strich geht. Lieber Herr Schmid, ich gehe davon aus, dass Sie ein erwachsener Mensch sind. Und möchte Sie bitten sich dann doch auch so zu benehmen. O.g. Statement würde ich, nach der Erfahrung mit meinen vier Kindern, in das Alter zwischen der ersten Trotzphase mit ca. drei Jahren (ich mach es nicht, aber nur weil Du es so willst) und der beginnenden Pupertät (ich weiss eh alles besser und bin prinzipiell niemals opportun) setzen. Aber Vorsicht: es stecken auch einige Interpretationsmöglichkeiten in Ihrer Aussage. Man könnte jetzt interpretieren, dass Sie als eingefleischter Befürworter sehr wohl um die Problematik des S21 Bahnhofbaus wissen, aber aus purem Trotz es nicht zugeben können. Nur muss man sich schon fragen, wie ein erwachsener Mensch sich eine Meinung aus Trotz bilden kann... Gruss von su

DEZ
15
Kapitän Blaubär, 21:40 Uhr

Das Boot

Unser U-Boot Kapitän der U21 Schuster kann nun mit Herrn Mappus und Frau Gönner abtauchen vor den nächsten Enthüllungen die Assange verschlüsselt im Netz hinterlegt hat Ahoi

DEZ
15
Uwe Mannke, 20:51 Uhr

unterhaltsam

ist dieser Artikel schon, dafür wenig informativ. Informationen, die eine Bewertung des Sachverhaltes zuließen, gibt es nicht. Eines ist allerdings deutlich: Wenn Mineralwasser so "unberechenbar" sein sollte, dann ist die Ausnahme für das Mineralwasserschutzgebiet ausgerechnet da, wo der Tiefbahnhof gebaut werden soll, (ohen 9. u. 10. Gleis) eine Lüge.

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