kopfhoerer.fm

We are Scientists in Stuttgart Sie bedienen sich bei drei Bands

Von juw 

Die US-Band We are Scientists eifert beim Konzert im Stuttgarter Club Cann den Strokes nach – und den Arctic Monkeys und Franz Ferdinand. Ihr aktuelles Album aber haben sie nach den ganz Großen benannt.

Chris Cain von We are Scientists beim Auftritt im Stuttgarter Club Cann. Weitere Bilder zeigt die Fotostrecke. Foto: Jan Georg Plavec 10 Bilder
Chris Cain von We are Scientists beim Auftritt im Stuttgarter Club Cann. Weitere Bilder zeigt die Fotostrecke. Foto: Jan Georg Plavec

Stuttgart - Lange schon hat man nichts mehr gehört von den Arctic Monkeys, Franz Ferdinand und den Strokes. Von allen drei Bands ist seit vier Jahren kein neues Album erschienen, ganz im Gegensatz zum New Yorker Trio We are Scientists. Das ist mit einem aktuellen Album derzeit auf Tour, und es eifert auch auf diesem „Helter Seltzer“ betitelten Werk nicht etwa die Beatles, sondern unüberhörbar dem Stil der drei eingangs genannten Bands nach.

Das tun die drei Amerikaner durchaus gekonnt, ihr Sound klingt dem Motto „Das Beste aus allen Welten“ verpflichtet, er changiert zwischen dem munter auch mit dem Dancefloor kokettierenden Klang von Franz Ferdinand, dem auf die feine Melodie setzenden der Arctic Monkeys und dem wuchtig polternden der Strokes.

Über die gleiche Sogkraft verfügen We are Scientists jedoch nicht, der Club Cann im Cannstatter Bahnhof ist am Donnerstagabend mit rund zweihundert Besuchern zwar gut gefüllt, die nicht sonderlich charmante Konzerthalle ist aber halt auch sehr klein. Den großen Hype, der Ende der Nullerjahre um die Band entfacht wurde, hat sie also auch mit ihrem nunmehr fünften Studioalbum kommerziell vergleichsweise erfolglos überstanden.

Der Bass als Melodieinstrument

Das wiederum wird mit launiger Spielfreude wettgemacht. Auf der Bühne wird fleißig geulkt, die etwas tiefbassschwache Verstärkeranlage scheint Chris Cain durchaus zupass zu kommen, der seinen E-Bass als vollwertiges Melodieinstrument begreift, und der behände Gitarrist und Sänger Keith Murray hat zwar nicht die ausdrucksstärkste Stimme, den Doppeljob meistert er aber sehens- und hörenswert.

Über die komplette Konzertstrecke fehlen zwar doch noch ein bisschen stilistische Varianz und ein paar Ideen mehr, aber das kann ja noch werden. Denn die Ex-Studienfreunde musizieren zwar schon seit bald zwanzig Jahren miteinander, sie wirken aber noch sehr juvenil.

Mehr zum Pop in der Region Stuttgart gibt’s bei kopfhoerer.fm – auch auf Facebook.