Wegen Bundeswehrgelöbnis
Polizei räumt besetzte Kirche
ddp,
25.07.2010 14:28 Uhr
Stuttgart - Wegen eines geplanten Gottesdienstes für Bundeswehrrekruten hat eine Gruppe die St.-Eberhard-Kirche in der Stuttgarter Innenstadt besetzt. Wie die Besetzer am Sonntag mitteilten, haben sie sich und ihr Anliegen am Ende des Sonntagsgottesdienstes vorgestellt und mit der Gemeinde diskutiert.
Die nach eigenen Angaben anfangs rund 25 Friedensaktivisten wollten die Kirche bis zu einem Gottesdienst für 650 Bundeswehrrekruten am 30. Juli besetzt halten, die im Anschluss im Innenhof des Neuen Schlosses öffentlich ihr Gelöbnis abhalten wollen. Ziel der Aktivisten war die Absage des Gottesdienstes. Gegen 14.00 Uhr wurde die Kirche durch die Polizei geräumt.
Dabei wurden nach Polizeiangaben fünf Erwachsene und drei Jugendliche aus der Kirche getragen und in Gewahrsam genommen. Zuvor hatten nach Aufforderung der Beamten sieben weitere Demonstranten das Gebäude verlassen. Der Pfarrer hatte der Gruppe zuvor Hausverbot erteilt. Nach Polizeiangaben verlief die Aktion friedlich. Eine Sprecherin der Aktivisten schilderte hingegen, wie ein 16-jähriges Mädchen von drei Beamten "rausgezerrt" worden sei, "was überhaupt nicht nötig gewesen wäre". Sonst sei es aber zu keiner Gewalt gekommen.
Ein weiterer Sprecher der Besetzer erläuterte, die Gruppe lehne den Gottesdienst ab, da damit der Öffentlichkeit suggeriert werde, "die Bundeswehr hätte für ihr militärisches Agieren die Unterstützung der katholischen Kirche und deren Mitglieder". Die Besetzer hatten sich nach eigenen Angaben angemessen und respektvoll verhalten und auch angeboten, sich an dem Programm in der Kirche nach Kräften zu beteiligen.
Der Sprecher betonte, die Räumung werfe "natürlich die Frage auf, welche Rolle die Kirche in der aktuellen militärischen Aufrüstung und bei der Frage von Kriegen" spiele: "Ob sie die Bundeswehr aktiv dabei unterstützt, öffentliche Räume zu nutzen, um für ihre Kriege gesellschaftliche Akzeptanz zu gewinnen, oder ob sie sich auf die Seite der Menschen stellt, die für Frieden und gegen Krieg und Aufrüstung einstehen." Die Reaktionen der Kirchenbesucher seien sehr unterschiedlich gewesen, erläuterte der Sprecher. Viele hätten das Anliegen gut gefunden, einige hätten sich aber auch aufgeregt.
Erstmals seit 1999 wird am kommenden Freitag das Bundeswehr-Gelöbnis öffentlich im Ehrenhof des Neuen Schlosses stattfinden. Als Ehrengäste werden der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus und der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (beide CDU) erwartet. Insgesamt wurden 12 Protestversammlungen angemeldet.
Die nach eigenen Angaben anfangs rund 25 Friedensaktivisten wollten die Kirche bis zu einem Gottesdienst für 650 Bundeswehrrekruten am 30. Juli besetzt halten, die im Anschluss im Innenhof des Neuen Schlosses öffentlich ihr Gelöbnis abhalten wollen. Ziel der Aktivisten war die Absage des Gottesdienstes. Gegen 14.00 Uhr wurde die Kirche durch die Polizei geräumt.
Dabei wurden nach Polizeiangaben fünf Erwachsene und drei Jugendliche aus der Kirche getragen und in Gewahrsam genommen. Zuvor hatten nach Aufforderung der Beamten sieben weitere Demonstranten das Gebäude verlassen. Der Pfarrer hatte der Gruppe zuvor Hausverbot erteilt. Nach Polizeiangaben verlief die Aktion friedlich. Eine Sprecherin der Aktivisten schilderte hingegen, wie ein 16-jähriges Mädchen von drei Beamten "rausgezerrt" worden sei, "was überhaupt nicht nötig gewesen wäre". Sonst sei es aber zu keiner Gewalt gekommen.
Ein weiterer Sprecher der Besetzer erläuterte, die Gruppe lehne den Gottesdienst ab, da damit der Öffentlichkeit suggeriert werde, "die Bundeswehr hätte für ihr militärisches Agieren die Unterstützung der katholischen Kirche und deren Mitglieder". Die Besetzer hatten sich nach eigenen Angaben angemessen und respektvoll verhalten und auch angeboten, sich an dem Programm in der Kirche nach Kräften zu beteiligen.
Auf dem Internetportal Youtube kursiert ein Amateurvideo der Friedensaktivisten von der Räumung der Kirche:
Der Sprecher betonte, die Räumung werfe "natürlich die Frage auf, welche Rolle die Kirche in der aktuellen militärischen Aufrüstung und bei der Frage von Kriegen" spiele: "Ob sie die Bundeswehr aktiv dabei unterstützt, öffentliche Räume zu nutzen, um für ihre Kriege gesellschaftliche Akzeptanz zu gewinnen, oder ob sie sich auf die Seite der Menschen stellt, die für Frieden und gegen Krieg und Aufrüstung einstehen." Die Reaktionen der Kirchenbesucher seien sehr unterschiedlich gewesen, erläuterte der Sprecher. Viele hätten das Anliegen gut gefunden, einige hätten sich aber auch aufgeregt.
Erstmals seit 1999 wird am kommenden Freitag das Bundeswehr-Gelöbnis öffentlich im Ehrenhof des Neuen Schlosses stattfinden. Als Ehrengäste werden der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus und der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (beide CDU) erwartet. Insgesamt wurden 12 Protestversammlungen angemeldet.
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Antwort auf "Jester" und "Marina"
Herrn "Jester" und Frau "Marina" zur Antwort: Ersterer steht für mich für einen blauäugigen Konservatismus, letztere für ebenso extreme "Kirchen-fresserei". Herr Jester: Um was es bei der berechtigten&wichtigen Kirchen-Protestakti on der PazifistInnen geht, ist folgender Hintergrund: Nicht direkt, aber indirekt unterstützt die Kirche den m.E. unmoralischen Vesuch der Bundes wehr der Legitimation von Auslandseinsätzen & schließlich für den (aus biblischer Sicht abzulehnenden) Soldatendienst. Fürs Vaterland sterben ? In Afghanistan? Aus demselben Grund sollten Lehrer&Eltern sich mutig gegen den Versuch der Bundeswehr aussprechen, Offiziere in den Unterrich t einzuladen (neues Abkommen mit unserem Bildungsministerium/CDU): um Schülern die einseitige Sicht der Armee darzustellen - ohne dass die andere Seite in Form von "Friedensarbeitern"(die gibt´s -Friedensbewegung fragen!) ebenfalls im Unterricht eingeladen wird ! Und nochmals: Es ist eine Ungeheuerlichkeit, dass Deutschland zu den 3 größten Rüstungsexpor teuren gehört, und ein großer schwäbischer Autokonzern innigst mit der Rüstungsindustrie verbandelt ist. Rüstungs-Konversion in zivile Produkte wurde erfolgreich schon in den 80er-Jahren gefordert und durchgeführt! Hallo Stuttgart! Zu Frau "Marina": Die Kirchen (hier die katholische) haben sich zwar genug durch Schweigen auf verschiedenen Gebieten mitschuldig gemacht, allerdings ist es inhaltlich falsch, sie pauschal als in jeder Hinsicht schlecht abzuqualifizieren! Dies sagt ein jahrzehntelang Aktiver der christlichen Öko- & Friedensbewegung. Auftreten statt Austreten!
Nachtrag
Im übrigen belibt es allen Soldaten freigestellt ob sie am Gottesdienst teilnehmen oder nicht.
verschobene welt
Das die Kirche den krieg unterstützt weil es dort einen gottesdienst gibt für soldaten ist der größte schwachsinn den ich in letzter zeit lesen musste. Es gibt in jeder größeren kaserne einen Kirche + militärpfarrer. Diese sind ansprechperson bei problemen JEDER art. Also nichts anderes wie außerhalb einer Kaserne auch. Und wer schon mal einen Gottesdienst der zu einem Gelönis miterlebt hat weiß, das dort nichts aber auch gar nichts gesagt wird was irgendwie kriegsverherrlichend ist. Wo ist das problem wenn einem haufen jungen leuten der segen erteilt wird. Das pasiert 1000fach täglich. Aber jetzt haben diese Uniformen an. SKANDAL!!! In aller erste Linie ist ein Soldat ein mensch und diesem für seine zukunft alles gute zu wünschen ist überaus menschlich. Um nichts anderes geht es bei diesem gottesdienst. Außerdem sollte man sich mal ins gedächtnis rufen das es sich hier großteils um Grundwehrdienstleistende handelt. Sprich in 6 monaten beenden diese ihren dienst und werden wieder zivilisten. Ein großteil von ihnen wird nie an einem auslandseinsatz teilnehmen. Und nun Geloben diese jungen menschen die freiheit und demokratie deutschlands zu verteidigen. Genau die freiheit die es anderen ermöglicht demonstrieren zu gehen. Paradox ist das! ich habe mir die liste der organisationen angeschaut die morgen gegen das gelöbnis demonstrieren wollen. Ich kann versichern, das es morgen nicht friedlich bleiben wird. Es sind geanu die selben organisationen die schon auf anderen veranstaltungen mit gewalt und asozialem verhalten "geglänzt" haben (trifft natürlich nicht auf alle zu. Heute sagte mir jemand das wir morgen zeuge eines ARmuszeugnisses werden. Ich denke er wird leider recht behalten. Das gelöbnis wird zum ventil für kriegsgegner und einem haufen menschen die sowieso gegen alles sind was vom staat ausgeht. Na dann prost mahlzeit. Ich entschuldige mich für rechtschreibfehler jeder art udn mangelnde groß/klein schreibung - ich bin in eile :)