Wegen Waffenbesitzes Polizei attackiert Goll
dpa/lsw, 03.05.2010 17:36 Uhr
Der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll Foto: dpa
Der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll Foto: dpa
Stuttgart - Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll (FDP) gerät beim Thema Waffenbesitz immer stärker unter Druck. Die Gewerkschaft der Polizei kritisierte am Montag, dass Goll zwar die Bürger zur Abgabe von Waffen auffordere, seine eigenen aber behalten wolle. "Hier sieht man, wie er als Beispiel vorangeht: Nämlich als Negativbeispiel", sagte GdP-Landeschef Rüdiger Seidenspinner in Stuttgart. Er zeigte auch kein Verständnis dafür, dass der Minister Personenschutz für verzichtbar hält. Damit ziehe er die zuständigen Beamten "durch den Kakao". Seidenspinner fügte hinzu: "Die sind geladen vor Wut."

Unterstützung bekam Seidenspinner aus dem Innenministerium. Dessen Sprecherin Alice Loyson-Siemering sagte auf Anfrage: "Ich kann die Äußerungen der Gewerkschaft nur unterstreichen." Zu den Beamten des Personenschutzes erklärte die Sprecherin von Innenminister Heribert Rech (CDU): "Die leisten ganz hervorragende Arbeit und haben eine schwierige Aufgabe. Zur Not riskieren sie für die Schutzperson ihr Leben."

Seidenspinner wandte sich auch gegen Golls Aussage, er wolle seine Pistolen im Zweifel zur Selbstverteidigung einsetzen. "Ich hielte das für eine Gefährdung der Allgemeinheit", sagte der Chef der Gewerkschaft der Polizei. Der Justizminister hatte in Sachen Personenschutz an die Attacke einer Studentin auf den damaligen Ministerpräsidentin Günther Oettinger (CDU) Ende 2007 erinnert und gesagt: "Wenn man dem Günther Oettinger eine Torte auf die Brust werfen kann, dann weiß ich eigentlich schon alles. Und die Personenschützer machen erstaunte Gesichter." Seidenspinner sagte dazu: "Da müsste man ihn fragen, ob er in diesem Fall geschossen hätte."
Kommentare (16)
Anzeigen
MAI
04
Stefan Sigler, 13:07 Uhr

Nehmt euch in Acht

Liebe Polizei, springt über euren Schatten, gebt diesem Mann einen schusssicheren Vollschutz - dann schickt euren besten Psychologen und versucht ihm die Waffen abzuhandeln. Alternative: Stattet die Bevölkerung mit Vollschutz aus. An die Staatsanwaltschaft: Wer von ihnen seinen Staatsauftrag ernst nimmt und WIRKLICH aufklären möchte, es gibt da einige mir bekannte brisante Fälle, der/die beantrage schusssichere Abschottung im Büro. Wie am Bankschalter. Man weiß ja nie wann der Chef kommt, oder ? Ich weiss, das klingt nach Mafia in Neapel oder Rom. Leider aber herrschen diese Zustände heute auch in Stuttgart.

MAI
04
Stefan Sigler, 12:26 Uhr

Ich verstehe den Mann !

Der Mann ist geprägt von permanenter Todesangst. Auf mich wirkt er jedenfalls irgenwie - sonderbar. Seit dem 11.3.2009, von den Herren bei der PK angesprochen, bestätigt sich mein Gefühl von Tag zu Tag zunehmend, dass es im politischen Macht-Apparat immer weniger mit recht-staatlichen Dingen zugeht. Ich gehe davon aus, hinter Golls Todesangst steht nicht der kleine, nach Strafverbüßung freigekommene Ganove. Der fokusiert i.A. auf den Polizisten, der ihn festgenommen, den Zeugen, der ihn belastet, den Staatsanwalt der ihn angeklagt oder den Richter, der ihn verurteilt hat. Nein, dieser Mann hier weiss ganz konkret vor wem und wofür er sich fürchtet, davon gehe ich aus. Eventuell sogar vor einem (inszenierten) Angriff auf seine Person, wobei dann die konkrete Gefahr besteht, "leider versehentlich" in die Schusslinie seiner Leibwächter geraten zu sein - würde die Mainstream-Presse hinterher dazu berichten. Jetzt denkt mancher Leser vielleicht - spinnt der Schreiber dieser Zeilen denn vollkommen ? Leider kann ich sie an dieser Stelle NICHT beruhigen - "war alles nur ein schlechter Scherz". Leider Nein. Wer sich für den Zustand unserer Demokratur hier im Ländle interessiert, suche im Internet einfach mal nach Stichworten wie "Richter Fahsel". Der war in Stuttgart als Richter tätig und gab nach seinem Ausscheiden einen kleinen Einblick in die dort herrschenden Verhältnisse. www.richterdatenbank.net/richterdatenbank/Richter/28710.html Herr Goll, wir hätten sie am 11.3.2009, so gegen 9:30 in Winnenden gebraucht. Die Polizisten durften den Todesschützen ja leider nicht verfolgen. Sie aber, hätten das Unheil verhindern können. Oder waren sie dort, vielleicht auch nur in Gedanken ??? Wie sagte Maggie Thatcher doch gleich: In politics, you have to be a good slaughter - sinngemäß. Vielleicht gibts ja in Brüssel noch ein Plätzle, die haben gerade ein neues Honoratioren-Versorgungsprogramm - 1000 neue Stellen - aufgelegt. Der Landesvater entfleuchte voraus- folget ihm nach . WINNENDEN - aufklären !

MAI
04
ws, 10:23 Uhr

@goll-koller

informieren sie sich bitte über den unterschied zwischen selbstjustiz und notwehr. substanziell hat ihr beitrag den gehalt 0 (null)

Kommentar-Seite 1  von  6