Weihnachtsgeschäft in Stuttgart Das Wetter war zu gut für Winterkleider

Von ivo 

Die Bilanz des Weihnachtsgeschäft 2012 fällt in Stuttgart gemischt aus. Das starke Vorjahresniveau konnte nicht wieder erreicht werden. Schuld am Umsatzrückgang war laut Citymanager Hans H. Pfeifer unter anderem das Wetter.

2012 wurden weniger Weihnachtsgeschenke in Stuttgart eingekauft als 2011. Foto: dpa
2012 wurden weniger Weihnachtsgeschenke in Stuttgart eingekauft als 2011.Foto: dpa

Stuttgart - Schlechtes Wetter und drei Arbeitstage weniger haben 2012 für ein schwächeres Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr gesorgt. „2011 ist ein sehr, sehr gutes Jahr gewesen. Dieses Niveau konnten wir in diesem Jahr nicht ganz erreichen“, erklärt Citymanager Hans H. Pfeifer auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung. Schuld sei vor allem das Wetter gewesen: „Der Kunde ist sehr sensibel und hat keine Lust, bei Nieselregen und viel zu warmem Wetter Winterkleidung einzukaufen. Dadurch hat die Textilbranche etwas geschwächelt“, so Pfeifer. Der Wintereinbruch Mitte Dezember habe sich nur kurzzeitig positiv auf den Absatz von Wintermänteln, Stiefel und Wintersportartikeln ausgewirkt.

Die umsatzstärksten Tage des Jahres waren laut Pfeifer die beiden Vorweihnachtssamstage. Mit der Erweiterung der Öffnungszeiten sei der Handel dagegen nicht zufrieden. „Die verlängerten Öffnungszeiten wurden nicht so angenommen wie erhofft“, sagt Pfeifer. Seit dem 10. Dezember hatte der Einzelhandel unter der Woche bis 21 Uhr, an den Samstagen bis 24 Uhr geöffnet. „Hier müssen wir nun ganz genau analysieren, ob wir die verlängerten Öffnungszeiten im kommenden Jahr nicht nur auf Donnerstag, Freitag und Samstag beschränken sollen.“

Handel hofft auf starkes Finale

Für die zweite Wochenhälfte hofft Pfeifer auf ein starkes Finale. „Die Tage nach Weihnachten sind traditionell drei starke Tage, an denen die Kunden umtauschen, Gutscheine einlösen und im diesen Jahr bei fast schon frühlingshaften Temperaturen konsumieren werden.“ Weniger Betrieb ist laut Pfeifer für den 24. Dezember zu erwarten. „Das wird weniger dramatisch. Da kommen nur noch die, die bisher alles versäumt haben, und schlagen dann zu bei Parfüm, Krawatten und ähnlichem.“ Für die Last-Minute-Einkäufer hat der Handel an diesem Tag noch bis 14 Uhr geöffnet.

Rund um die Uhr kann man dagegen im Internet konsumieren. Derzeit macht der Internethandel laut Pfeifer acht Prozent des Gesamtgeschäfts aus. Für die kommenden Jahre erwartet Pfeifer einen weiteren Anstieg des Internetgeschäfts. „Experten gehen von einer Steigerung auf bis zu 20 Prozent in den kommenden drei Jahren aus. Das wird der traditionelle Handel dann deutlich zu spüren bekommen“, sagt Pfeifer. „Vor allem die kleinen Händler dürften große Probleme bekommen.“ Daher müsse man das Einkaufserlebnis in der City weiter stärken. „Wir müssen viel mehr als nur Einkaufen bieten, wir müssen Erlebnisse und Abwechslung im öffentlichen Raum liefern, es muss um Sehen und Gesehen werden gehen.“

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