Weihnachtsmarkt in Ludwigsburg Budenstadt hinter Barrikaden

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Der Weihnachtsmarkt startet in diesem Jahr schon vor dem Totensonntag – und er wird mit Barrieren an allen Zufahrtsstraßen gegen mögliche Terrorangriffe gesichert.

In zehn Tagen  ist es  so wieder weit: Ludwigsburg zelebriert     Weihnachten. Foto: factum/Archiv
In zehn Tagen ist es so wieder weit: Ludwigsburg zelebriert Weihnachten. Foto: factum/Archiv

Ludwigsburg - Da Heiligabend in diesem Jahr auf den vierten Advent fällt, ist die Vorweihnachtszeit relativ kurz. Dem Ludwigsburger Weihnachtsmarkt soll das nicht anzumerken sein, er wird auch 2017 insgesamt 30 Tage lang dauern. Die feierliche Eröffnung wird am Donnerstag, 23. November, um 19 Uhr sein. Aus Angst vor Terrorangriffen gehen die Veranstalter auf Nummer Sicher: Sämtliche Zufahrten werden mit Pollern versperrt.

„Da wir diesmal den Totensonntag mit drin haben, wird alles etwas gedämpfter sein“, sagt Melanie Mitna, die für Veranstaltungen und Märkte zuständig ist. „Aus Rücksicht auf Gottesdienstbesucher wird der Markt am Totensonntag erst um 13 Uhr beginnen, und die Musik wird leiser sein.“

Mehr Kunsthandwerk

Mit diesem Starttermin wird der Ludwigsburger Weihnachtsmarkt der Konkurrenz in Stuttgart, Esslingen und Heilbronn diesmal um fünf Tage voraus sein. „Warum die anderen später starten, weiß ich nicht“, sagt Mitna. „Aber bei uns gibt es eine Langzeitplanung.“ Darum sei schon vor sechs Jahren auch die Dauer des Marktes im Jahr 2017 festgelegt worden. Der große Weihnachtsmarktengel an der Bundesstraße 27 leuchtet bereits und der Aufbau auf dem Marktplatz ist im Gange. Auch in diesem Jahr werden wieder viele Gäste aus der Schweiz, Frankreich und Italien erwartet.

Als Ludwigsburger kenne er den Weihnachtsmarkt natürlich schon bisher sehr gut, sagt Mario Kreh, auch wenn er in diesem Jahr erstmals in seiner Funktion als Leiter des Eigenbetriebs Tourismus und Events dafür verantwortlich ist. Persönlich freue er sich auf den Weihnachtsmarkt als einen Ort für die Geselligkeit, sagt Kreh. Mitna dagegen schätzt die große Auswahl an Kunsthandwerk. Und die sei in diesem Jahr noch einmal etwas größer geworden.

Gelungen sei das dank einer neuen Regelung für die Standmiete. Da es kaum einem Kunsthandwerker möglich sei, für die gesamte Dauer auf dem Weihnachtsmarkt präsent zu sein, gebe es jetzt Verträge für die Nutzung von Stellplätzen im Wochen- oder im Zweiwochenturnus. Damit sei der Eigenbetrieb den Ausstellern entgegen gekommen. Zugleich profitierten die Besucher von einem reicheren Angebot.

Damit das Vorweihnachtsspektakel auf dem Marktplatz nicht zu einem reinen Ess- und Trink-Event verkomme, achte man darauf, dass der Anteil an Gastronomen relativ niedrig bleibt. „Die Quote für Gastrostände liegt bei 20 Prozent“, sagt Mitna. Innerhalb dieser Spanne sei es gelungen, die Zahl der Stände, die Bioprodukte anbieten zu verdoppeln. Deren Anteil liege jetzt bei immerhin fünf Prozent: „Es gibt sogar einen Stand mit veganen Spezialitäten.“

Poller gegen Terror

„Ginge es nur darum, Geschäfte zu machen, müssten wir mehr Gastronomen zulassen“, sagt Kreh. „Aber das ist nicht in unserem Sinn.“ Der Weihnachtsmarkt solle sich zwar so gut es gehe selber tragen, aber er müsse keine Gewinne abwerfen. Das eigentliche Plus sei der Profit für die Hoteliers und Gewerbetreibenden – und ein Zugewinn beim Image der Stadt.

Bei der Frage der Sicherheit habe man sich in diesem Jahr für schwere Sperren an allen Zugangsstraßen entschieden, sagt Mitna. Und zwar für Poller, die auch einem 7,5-Tonner mit hoher Geschwindigkeit standhalten können. Um damit jedoch nicht auch die Lieferanten und die Rettungsfahrzeuge auszusperren, werden die Poller in S-Form angeordnet.

Hat 2016 eine Baustelle an der Ecke Asperger- und Kirchstraße die Organisatoren vor logistische Probleme gestellt, so ist es heuer die Baustelle am evangelischen Dekanat an der Ecke Marktplatz und Unteren Marktstraße. Der Engpass hier werde wettgemacht, indem man diesmal nicht nur auf einer Seite der katholischen Kirche Stände aufbaue, sondern rundherum, sagt Mitna.