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Weihnachtspäckchen für bedürftige Kinder
"Nord-Rundschau", 16.11.2011 02:41 Uhr
Feuerbach Der Verein "Frauenhelfen helfen" unterstütztSozialprojekte und erfüllt 180 Wunschzettel. Von Sybille Neth

Eine Kugelbahn, ein Puppenwagen, eine Gitarre, Bauklötze, eine Bettwäsche-Garnitur oder ein Gutschein für Kleidung: die Weihnachtswünsche der Kinder sind vielfältig, und sie werden auf alle Fälle erfüllt. Als sich die Mitglieder des Vereins "Frauen helfen helfen" neulich zu ihrem jährlichen "Wunschzettelfrühstück" getroffen haben, haben sie 180 dieser Zettel unter sich aufgeteilt, die in den vergangenen Wochen von Kindern aus sozial schwachen Familien in Stuttgart ausgefüllt worden waren. "Viele Frauen nehmen auch drei oder vier Stück mit", sagt die Vereinsvorsitzende Silke Schmidt-Dencker.

Zwischen 9 und 13 Uhr kommen die meisten der 100 Mitgliedsfrauen bei dem Frühstück vorbei; wer nicht persönlich dabei sein kann, lässt sich einen oder mehrere Wunschzettel mitbringen oder zuschicken. Bis spätestens 1. Dezember müssen die Frauen die Geschenke im Wert von 30 Euro eingekauft, verpackt und an einer der Sammelstellen abgegeben haben.

Seit fünf Jahren besteht der Verein mit Sitz im Feuerbacher Leiblweg. Zum fünften Mal haben die Frauen die Wunschzettel über das Kinderschutzzentrum, die evangelische Gesellschaft und die Erziehungshilfe des Jugendamtes an bedürftige Familien verteilen lassen.

"Wir kaufen ungern Computerspiele", sagt die Vorsitzende und freut sich, dass sich das über die Mitarbeiter der drei kooperierenden Einrichtungen herumgesprochen hat. "Dieses Mal stehen auf vielen Zetteln Gesellschaftsspiele oder Bücher, und wenn ein Kind einen besonders großen Wunsch hat, geben wir dazu einen 30-Euro-Gutschein für das entsprechende Geschäft", sagt Silke Schmidt-Dencker, die zusammen mit den anderen neun Gründungsfrauen die Weihnachtsaktion und alle anderen Aktivitäten organisiert. "Von unseren Mitgliedsbeiträgen geht jeder Euro direkt in die Projekte. Jede Briefmarke oder die Druckkosten für unsere Flyer bezahlen die Gründungsfrauen aus eigener Tasche", berichtet sie. Der Mitgliedsbeitrag beträgt einen Euro pro Tag, also insgesamt 365 Euro im Jahr. Damit hat der Verein bereits die unterschiedlichsten kleinen und großen sozialen Projekte unterstützt.

Beispiele: dem Abenteuerspielplatz Raitelsberg hat er nach einem Brand zwei neue Tore für seinen Fußballplatz finanziert. Die Frauenpension der Caritas und das Hospiz St. Martin wurden gefördert, ebenso ein Musical mit auffälligen Kindern und das Café La Strada für Straßenprostituierte im Leonhardsviertel. "Hier helfen wir auch mit Sachspenden. Jetzt werden wieder Wintermäntel benötigt." Die Höhe der Vereinszuwendungen hat bisher zwischen 100 und 9000 Euro variiert. Über das Jugendamt hat der Verein in diesen Tagen den Kontakt zu einer Mutter aufgenommen, die ihre Wohnung möblieren muss, damit zwei ihrer drei Kinder wieder zu ihr nach Hause zurückkehren können. "Wir haben jetzt das Geld für zwei Regale bewilligt, und über eine Rundmail unter den Mitgliedsfrauen wird sich sicher auch sonst noch etwas von den gesuchten Gegenständen finden. Zum Beispiel ein Kinderschreibtisch." Davon ist Silke Schmidt-Dencker überzeugt.

Bevor sie Geld geben, sehen sich die Gründungsfrauen das jeweilige Projekt an. Die anderen Mitglieder bleiben im Hintergrund. "Wer bei uns mitmacht, ist gut situiert und will sich sozial engagieren, hat dafür aber keine Zeit", erklärt die Vorsitzende - und das Konzept funktioniert, alle Mitglieder kamen durch Mund-zu-Mund-Propaganda dazu.

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