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Weil der Stadt Hausener hoffen auf Schutz vor den Fluten

Peter Meuer, 21.01.2013 18:53 Uhr

Weil der Stadt - Die Hausener sind Überschwemmungen gewöhnt. Schon allein, weil manchmal die Würm über die Ufer tritt und in den Ort hineinschwappt. „Viele haben Sandsäcke oder Biertischgarnituren als Schutz“, weiß Peter Mutschler, seines Zeichens der einzige Hausener im Gemeinderat von Weil der Stadt und CDU-Mitglied. „Die Hausener sind vorbereitet“, ergänzt er. „So gut das eben geht.“

Aber manchmal reicht auch die beste persönliche Vorbereitung nicht: Die Menschen im kleinsten Weiler Teilort erinnern sich noch gut an die Regenfälle im Mai 2009. Damals standen vielerorts rund um Leonberg die Straßen unter Wasser, die Kernstadt von Weil der Stadt selbst war betroffen. Und auch Hausen traf es schlimm: überflutete Keller, beschädigte Autos, Schäden in unbekannter Höhe. „Wir sind extrem abgesoffen“, sagt Mutschler.

Spätestens da wurde dem Bürgervertreter klar: Es muss etwas passieren in Sachen Überflutungsschutz. Mutschler schloss sich mit anderen zusammen, auch die Feuerwehr, die Stadtverwaltung, der restliche Gemeinderat und das Ingenieurbüro Schädel zogen mit an einem Strang. Etliche Vor-Ort-Termine wurden anberaumt. Mittlerweile gibt es erste Erfolge: Die Stadt hat sich des Rotgrabens in Richtung Münklingen angenommen. Darin sammelt sich das Wasser umliegender Wiesen und Äcker. „Eigentlich ist er groß genug, hat einen guten Querschnitt“, sagt Peter Mutschler. 2009 versagte der Graben dinnoch. Das Problem: im Graben sind Rechengitter angebracht. Sie sollen beispielsweise dafür sorgen, dass sich keine Kinder in die Gräben und Rohre verirren und verletzen. „Allerdings waren die Maschen sehr eng“, so Mutschler. Laub, Gras und Dreck verstopften sie, und so konnte das Wasser nicht abfließen. „Die Gitter stammten noch aus den 60er und 70er Jahren“, so Mutschler. Vor einigen Monaten hat die Stadt neue Gitter eingesetzt, die durchlässiger sind, wie auch der städtische Bauamtsleiter Arnd Jocher berichtet. „Der Abfluss ist nun an dieser Stelle besser gewährleistet“, sagt er.

Ein anderes Problem ist kniffliger. Regnet es stark, läuft über die Kreisstraße in Richtung Lehningen massenweise Wasser in den Hausener Ortskern, denn auch an der Straße funktioniert das Abwassersystem nicht richtig. Mutschler hofft daher auf den Landkreis Böblingen. „Bald sollen die Straße saniert und auch die dortigen Gräben und Rohre gerichtet werden“, sagt der CDU-Gemeinderat aus Hausen.

Im Landratsamt bestätigt man, dass eine Sanierung der Straße geplant ist. Der Pressesprecher Dusan Minic kann allerdings noch nicht sagen, wann es so weit sein wird. „Zunächst soll die Ortsdurchfahrt Hausen gerichtet werden“, erzählt er. Rund 300 000 bis 400 000 Euro werde das wohl kosten. Zwar sei noch ein Beschluss des Kreistages nötig. Aber: „Wenn es gut läuft, beginnen die Arbeiten im Sommer.“

In einem zweiten Bauabschnitt wird sich die Kreisbehörde dann um die Kreisstraße in Richtung Lehningen kümmern, ergänzt Minic. „Allerdings gibt es dafür noch keinen Termin“, betont er und lässt durchblicken, dass diese Arbeiten wohl schon aus Kostengründen in diesem Jahr nicht mehr in den Kreishaushalt aufgenommen würden. „Das wird deutlich teurer als die Ortsdurchfahrt“, so Minic. „Wir planen dennoch bereits dafür und wissen auch, dass Abwasserrohre und Dohlen marode sind“, macht er Hoffnung.

Arnd Jocher ist ohnehin skeptisch, ob die Sanierung der Kreisstraße sämtliche Probleme beseitigen wird. „Das hilft, ganz klar. Aber vielleicht wäre dennoch noch ein zusätzliches Auffangbecken nötig“, sagt der Bauamtsleiter, der bestätigt, dass auch der Hochwasserschutz in der Kernstadt Stück für Stück verbessert werden solle.

Peter Mutschler selbst ist sich darüber im Klaren, dass es einen hundertprozentigen Schutz vor Überflutungen nicht geben kann. „Es gibt manchmal Wassermengen, die verkraftet das beste Rohr nicht“, sagt er. „Aber wir müssen tun, was wir können, um die Bevölkerung zu schützen“, ergänzt er. „Dabei spielt unsere Feuerwehr eine wichtige Rolle, aber auch die richtigen baulichen Veränderungen sind nötig.“