InterviewWeil der Stadt „Ohne Risiko entwickeln wir uns nicht“

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Gut drei Jahre ist Thilo Schreiber bereits im Amt – und räumt ein, dass er geduldiger werden musste. Ohne viel Geldmittel und mit wenig Erweiterungsmöglichkeiten sind die Spielräume begrenzt. Dennoch will Schreiber Impulse setzen.

Thilo Schreiber beim neuen Vorzeigeprojekt, der Stadt- und Tourist-Info am Marktplatz. Foto:  
Thilo Schreiber beim neuen Vorzeigeprojekt, der Stadt- und Tourist-Info am Marktplatz.Foto:  
Weil der Stadt – - Gut drei Jahre ist Thilo Schreiber bereits im Amt – und räumt ein, dass er geduldiger werden musste. Ohne viel Geldmittel und mit wenig Erweiterungsmöglichkeiten sind die Spielräume begrenzt. Dennoch will Schreiber Impulse setzen – durch die Wiedereröffnung der Krone-Post, des Baumarktes, durch neue Baugebiete und den Umbau der Innenstadt. Im Interview mit der LKZ stellt der 50-Jährige klar, dass die Stadt aus seiner Sicht investieren und dafür auch neue Schulden aufnehmen muss. Der Ort des Gesprächs ist die neue Tourist-Info am Weiler Marktplatz.

Herr Schreiber, die Stadt- und Tourist-Info ist mit 8000 Besuchern ein Vorzeige-Projekt. Wie wichtig ist sie für das Projekt, mehr Touristen anzulocken?
Sie ist eine rundum gelungene Einrichtung, ein wichtiger Baustein für einen attraktiven Marktplatz. Die Räumlichkeiten passen hervorragend zum historischen Ambiente der Altstadt, die Konzeption geht auf – alles braucht aber immer seine Zeit. Jetzt fehlt nur noch die Wiedereröffnung der Krone-Post – das wäre ein wichtiger Impuls für die Altstadt.
Weil der Stadt präsentiert sich auch auf der Tourismusmesse CMT – wie hoch schätzen Sie das Potenzial ein, das die Kommune im Tourismussektor hat?
Gerade beim Tagestourismus punktet Weil der Stadt enorm. Die Nachwächter, die Brunnen-Rundgänge oder die Stadtrundgänge auf den Spuren Keplers locken Gäste an. Die Museen werden gut angenommen. Am Ende des Tages müssen aber auch Umsätze in der Stadt gemacht werden – da gibt es in Sachen Gastronomie ohne Zweifel noch erheblichen Aufholbedarf.
Stichwort Krone-Post: Was tut sich denn dort? Können wir ein großes Hotel mit bis zu 80 Betten am Marktplatz erwarten?
Ich kann so viel verraten: Wir müssen die Strategie ändern, in enger Abstimmung mit dem Eigentümer. Wir sind im Herbst 2015 in der Sackgasse stecken geblieben – ein großes neues Hotel wird hier nicht entstehen. Die Rahmenbedingungen dazu passen nicht – etwa beim Brand- und Denkmalschutz oder bei den Parkplätzen.
Was wäre stattdessen möglich?
Das Ziel ist es, die Krone-Post im Kern zu sanieren – außer der Hülle bleibt da vermutlich kein Stein auf dem anderen. Der vom Eigentümer beauftragte Architekt wird im Februar/März ein Konzept vorlegen. Demnach soll in der Krone-Post wieder eine gutbürgerliche Gastronomie mit 16 Fremdenzimmern entstehen, somit wäre der Status quo wieder hergestellt. Die Krone-Post ist ein Schlüsselprojekt für die gesamte Stadtentwicklung.
Gibt es andere mögliche Standorte für ein größeres Hotel?
Ich kann mir vorstellen, in einer stadtnahen Randlage oder im Weiler oder Merklinger Gewerbegebiet ein Hotel anzusiedeln – für Geschäftskunden unter der Woche, am Wochenende für den Tagestourismus.