Weil der Stadt/Renningen Gemeinsamer Kampf ums Notariat?

Von Peter Meuer 

Die Bürgermeister beider Städte überlegen, sich gemeinsam ans Justizministerium zu wenden.

Auch das Notariat in Weil der Stadt soll 2018 weichen. Foto: FACTUM-WEISE
Auch das Notariat in Weil der Stadt soll 2018 weichen.Foto: FACTUM-WEISE

Weil der Stadt/Renningen - Die Städte Renningen und Weil der Stadt haben Gespräche darüber aufgenommen, ob sie gemeinsam für ein Notariat kämpfen sollen. Das bestätigte der Weiler Bürgermeister Thilo Schreiber am Dienstag in der Sitzung des Gemeinderates auf Anfrage des Grünen Bernd Aupperle. „Mein Kollege Wolfgang Faißt aus Renningen hat mich angerufen, und gefragt, ob wir unsere Kräfte bündeln sollen“, berichtete Thilo Schreiber. Allerdings, so schränkte er ein, habe Faißt vorgeschlagen, gemeinsam für ein Notariat in Renningen zu streiten. Die Weiler würden somit ihre Notare dennoch nach der Notariatsreform 2018 verlieren; die Wege wären allerdings kürzer: Statt bis nach Leonberg müssten sie nur nach Renningen fahren.

Das baden-württembergische Justizministerium hatte im Dezember verkündet, die Notariate im ganzen Land konzentrieren zu wollen, außerdem einen Teil der Notararbeit in die Amtsgerichte zu verlagern (siehe Infokasten rechts). Für den Kreis Böblingen würde dies bedeuten, dass nur mehr in den großen Kreisstädten Böblingen, Sindelfingen, Herrenberg und eben Leonberg Notare zu finden wären. Der Renninger Bürgermeister Wolfgang Faißt hatte schon vergangene Woche in einem Gespräch mit unserer Zeitung angekündigt, um das Notariat zu kämpfen. Er betonte, dass es am Standort Renningen mit seinen Wohn- und Baugebieten in Zukunft viel Arbeit für Notare geben werde.

Wie sehr sich der Weiler Schultes engagiert, steht allerdings noch nicht fest. Er müsse sich erst in das Thema einarbeiten, ließ Schreiber verlauten und ergänzte, dass die Erfolgschancen ohnehin nicht besonders groß seien. Allerdings habe er nichts dagegen, sich gemeinsam an das Justizministerium zu wenden und vielleicht eine Art „Resolution“ aufzusetzen. „Für Weil der Stadt wäre es natürlich am besten, wenn unser eigenes Notariat erhalten bliebe“, so Schreiber. „Ein Standort in Renningen wäre für uns die weniger gute Lösung.“

Bernhard Weisser von der SPD-Fraktion im Gemeinderat fand an dieser Stelle besonders deutliche Worte: Manchmal habe er das Gefühl, Vertreter Renningens nähmen sich selbst als die aufstrebende Siedlungsstadt wahr. „Und Weil der Stadt ist für sie etwas fürs Archiv.“ Er plädierte daher für einen Notariatsstandort in Weil der Stadt. „Falls das nicht geht und wir den Renningern helfen, ihr Notariat zu halten, sollten wir für die Zukunft etwas gut haben und auch einmal Hilfe erbitten können.“

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