Weil der Stadt Wirbel um AfD-Termin im Gemeindehaus

Von bin 

Eine ganze Reihe von kritischen Einwendungen ist bei der katholischen Kirche in Weil der Stadt eingagengen, weil die rechtspopulistische Partei AfD mehrfach Veranstaltungen im katholischen Gemeindehaus abgehalten hat, unter anderem mit dem Bundesvorsitzenden Bernd Meuthen am Freitag.

Die AfD-Veranstaltung mit Jörg Meuthen schlägt weiter Wellen in Weil der Stadt. Foto: dpa
Die AfD-Veranstaltung mit Jörg Meuthen schlägt weiter Wellen in Weil der Stadt.Foto: dpa

Weil der Stadt – Eine ganze Reihe von kritischen Einwendungen ist bei der katholischen Kirche in Weil der Stadt eingagengen, weil die rechtspopulistische Partei AfD mehrfach Veranstaltungen im katholischen Gemeindehaus abgehalten hat, unter anderem mit dem Bundesvorsitzenden Bernd Meuthen am Freitag. Auch im katholischen Kirchengemeinderat war das schon Thema. „Wir haben Überlegungen angestellt, wie man mit den AfD-Anfragen umgeht“, bestätigt der Pfarrer Anton Gruber.

Aber die Kirchengemeinde sei letztlich an den Pachtvertrag gebunden, der noch bis Jahresende läuft und sich automatisch verlängere. „Wir haben hier keine Handhabe, solange eine Partei nicht gegen Sitte und Moral verstößt oder unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht“, betont Gruber einmal mehr. Man habe auch darüber nachgedacht, den Pachtvertrag zu ändern. „Die Frage ist: wie formuliert man das?“ Wenn man generell parteipolitische Veranstaltungen ausschließe, würde das auch alle anderen Parteien treffen. Und auch dann obliege es letztlich dem Pächter. Gruber: „Es wäre etwas anderes, wenn wir selbst das Hausrecht hätten.“

Und was sagt die Pächterin selbst dazu? Albina Majer betont: „Wir sind parteipolitisch neutral, uns geht es nicht um Politik.“ Sie betreibe das Gemeindehaus, um damit Einnahmen zu erzielen und den Betrieb am Laufen zu halten. „Wir sind nicht ausländerfeindlich“, betont sie, „im Gegenteil, wir sind ja selbst Ausländer und bezahlen unsere Steuern.“ Sie behandele alle Parteien gleich, so seien CDU, SPD, FDP, Grüne oder die Linke regelmäßig zu Gast. Majer: „Auch die AfD ist nicht verboten.“

Dennoch zeigt sich die Pächterin gesprächsbereit und will den Dialog mit dem Kirchengemeinderat suchen. Allerdings nicht bei der heutigen Sitzung – die ist ökumenisch und behandelt andere Themen.

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4 KommentareKommentar schreiben

@ Rolf Steiner: Ein jeder darf das Kirchen Haus betreten! Ob ein pädophiler Pfarrer auf der Kanzel, ein Tyrann, der die Mitmenschen quält, oder ein Räuber, der in den eichtstuhl möchte. Wir leben hier in einem Land, wo man die einungsfreiheit geniest! Man kann nur hoffen, dass die Menschheit mit dem Denken und Handeln auf den rechten Weg kommt, denn es scheint ziemlich viel entgmeist zu sein, so traurig es sich anhört, was ich hier schreibe. Ne schlimme Zeit, in der wir leben. Was für eine Zukunft? Gruß vom Motzkigele

Tol(l)eranz: Pfarrer Gruber überlegt, was man da machen kann, dass die AfD, draußen bleiben muss. Ich gebe zu bedenken, dass in der AfD auch Christen sind. Als DDR-Bürgerin habe ich erlebt, wie Kirche Andersdenkenden Schutzraum geboten hat. Heute schaltet Sie Andersdenkenden das Licht aus (Pegida in Dresden oder auch Kölln an der Domplatte). Bei den Silvesterübergriffen hat das Licht gebrannt. Ich bin aus der Kirche ausgetreten, denn auch ich bin eine Andersdenkende.

AfD mit ihrer Menschen verachtenden Politik passt in kein Kirchengemeindehaus. : Und damit auch nicht in einem der Häuser der katholischen oder evangelischen Kirche. Wer solchen Leutchen Häusern, die für Christlichkeit stehen, verweigert, hat den dankbaren Rückhalt von breiten Bevölkerungskreisen hinter sich. Die Äußerungen einer FRau Petry oder Storch, auch auf Frauen und Kinder bei Grenzverletzungen zu schießen, passen zu Honeckers widerlichem Grenzregime, aber niemals zum Christentum.

Wenn Vertreter aller Parteien: sich im Gemeindehaus versammeln dürfen, dann auch die AfD. Ich hätte noch Verständnis, wenn die Kirchen Gruppierungen, die die Existenz Gottes leugnen oder sich über Grundlagen des christlichen Glaubens lustig machen, ein Nutzungsrecht verweigern. Aber auch da sind die Kirchen inzwischen sehr liberal geworden. (Übrigens, dadurch dass man eine falsch wiedergegebene Aussage aus dem Zusammenhang reist und sie ständig wiederholt, macht die Sache auch nicht besser.) In welche Richtung sich das politische Klima hier im Moment entwickelt, finde ich doch sehr bedenklich. Teilweise geht es nur noch darum sich gegenseitig zu diffamieren und auszuschließen. Die Politiker aller in den Landtag gewählten Parteien werden wohl auch dort alle zusammen sitzen oder verlassen die einen den Saal, wenn die anderen den Raum betreten ?

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