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Weinstadt „Frühstart mit starkem Endspurt“
Sir-Import, 02.02.2012 14:05 Uhr
Der neue Verbandsgeschäftsführer Werner Bader. Foto: Sigerist
Der neue Verbandsgeschäftsführer Werner Bader. Foto: Sigerist

Weinstadt - Der neue Geschäftsführer des Weinbauverbandes Baden-Württemberg kommt aus Kernen. Entsprechend hat der Stettener Werner Bader bei der jüngsten Bezirksversammlung Remstal des Weinbauverbandes in Beutelsbach ein Heimspiel gehabt. Seit Anfang des Jahres ist der Agraringenieur und Weinbaujournalist als Nachfolger im Amt. Eine neue Herausforderung nach „18 Jahren im weinbaulichen Auslandseinsatz in der Pfalz“, erklärte er den Remstalwengertern im Trollingersaal der Remstalkellerei.

Dabei betrachte er den neuen Job nicht als einen, bei dem er sich in ein gemachtes Nest setzen könne, denn „weinbaupolitisch gibt es niemals Stillstand“. Konzepte, Ideen, Visionen seien gefragt, und da könne er seine Vorkenntnisse gut einbringen. Denn letztlich unterscheide sich der Job als Weinfachjournalist nicht so sehr von den Anforderungen an einen Verbandsgeschäftsführer. Und was die Zielsetzungen des neuen Geschäftsführers angehe, sei klar: Er wolle „die Geschäftsstelle des Verbands zur gern genutzten Anlaufstelle für alle politischen und praxisrelevanten Fragen rund um den Weinbau machen“.

In einer Reihe mit den „Kometenjahrgängen“

Bei der Versammlung hatte zunächst der Bezirksvorsitzende Hans Wahler das Weinjahr Revue passieren lassen. Ein Jahr, das er im Nachhinein in eine Reihe stellen wolle mit den „Kometenjahrgängen“ 1811 und 1911: „Genauso denkwürdig wird auch der 2011er in die Geschichte eingehen.“ Einem frühen Austrieb im trockenen Frühsommer folgte ein Kälteeinbruch Anfang Mai mit Frostschäden. Im Remstal hätten sich diese allerdings auf die tiefen Lagen beschränkt. „Die Kaltluft ist in die Talsohlen abgesackt.“ Im Laufe des Sommers erholten sich auch die frostgeschädigten Anlagen. Und einem wechselhaften Sommer folgte außergewöhnlich schönes Herbstwetter, das die früh begonnene Lese in die Länge zog. Mit rund zwölf Millionen Liter Wein habe man die Menge des Vorjahres am Ende um 30 Prozent übertroffen – bei sehr hohen Mostgewichten und gesundem Lesegut. „Hoher Extrakt und ideale Säurewerte der Trauben sind für die Kellermeister beste Voraussetzungen, um außergewöhnliche Tropfen auszubauen.“

Ein ganz besonderer Jahrgang für das Remstal

Ein besonderer Jahrgang für das Remstal, sagte Wahler zum 2011er. Zumal andere Gebiete teils katastrophale Frost- und Hagelschäden hätten hinnehmen müssen, und Württemberg insgesamt die dritte kleine Weinernte nacheinander verzeichne.

Zu Gast im Trollingersaal war bei der Bezirksversammlung auch der Präsident des Weinbauverbandes, Hermann Hohl. Sein Augenmerk galt den sich verändernden Marktbedingungen für die Weinbauern im europäischen Kontext. Im Rahmen einer allgemeinen Agrarordnung würden dabei die Regelungen für Kartoffeln, Milch, Zucker und Wein harmonisiert. Was er für grundfalsch halte, so Hohl: „Die Gesetzgeber in Brüssel und Berlin müssen begreifen, dass Wein einen anderen Regelungsbedarf hat als Kraut und Rüben.“ Die Hoffnung seitens der württembergischen Wengerter sei unter anderem, dass der Beschluss des Bundesrates, die Pflanzrechtsregelungen bis 2025 beizubehalten, auch in Brüssel Zustimmung finden werde.

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