Weinstube Basta
Schwabentest bestanden
Christine Keck,
17.01.2010 06:46 Uhr
Halb Restaurant, halb Cocktailbar: das Basta bietet so einiges. Foto: Zweygarth
Stuttgart - Für manche Schwaben ist es die entscheidende Frage schlechthin: Wie schmeckt der Rostbraten? Der neue Koch der Weinstube Basta im Bohnenviertel hat die Latte hochgelegt und sie locker genommen. Der Zwiebelrostbraten (19,50 Euro) von Daniel Döring ist ein Grund wiederzukommen. Die Spätzle sind selbstverständlich handgeschabt. Ein paar Kilo Kalbsknochen bilden die Basis für das samtige Trollingersößle, das Döring zwei Tage lang vor sich hinköcheln lässt. Und auf die saftige Scheibe argentinisches Rind ist eine ordentliche Portion Zwiebelringe geschichtet. Der Schwabe ist im Glück - zumal der Rostbraten mit Salat als Allzeitklassiker immer auf der ansonsten recht überschaubaren und wöchentlich wechselnden Speisekarte des Basta zu finden ist.
Er habe ein Faible fürs Bodenständige, gibt Döring zu, und für fast vergessene Zutaten wie Steckrüben, Petersilienwurzel oder Quitten. Der 28-Jährige hat seine Künste im Kongresshotel Europe erlernt und im Arcotel Camino in der Heilbronner Straße vertieft. Das Credo des Kochs lautet: möglichst regional, dabei die besten Produkte verwenden und "immer auf dem Teppich bleiben". Das passt gut zum Stil der Weinstube, die schlicht, aber elegant eingerichtet ist: dunkle Holztäfelung, großzügige Spiegel und Bistrotische.
Das Basta, das halb Restaurant, halb Cocktailbar ist, gehört zum Bohnenviertel wie der Fernsehturm zu Stuttgart. Es ist 1978 eröffnet und vor ein paar Jahren von Markus Pfrommer, der zuvor dort gekellnert hatte, übernommen worden. Das Markenzeichen - die alten Kirchenbänke und Jugendstillampen - tastete er nicht an. Nur die Weinkarte mit ihren rund 40 verschiedenen Sorten bestückt der Geschäftsführer und Sommelier immer wieder neu.
Eine Hommage an die Filder ist die schaumige Spitzkohlsuppe mit Speck (4,50 Euro). Ein deftiges Wintergericht, das Kräfte verleiht. Warm serviert hätte der karamellisierte Ziegenfrischkäse mit Baby-Leaf-Salat (10 Euro) vermutlich noch ein Quäntchen besser geschmeckt. Er hat eine Zuckerkruste und ist gebettet auf reichlich Rucola, Stielmangold, Spinat und anderes Blätterwerk. Als Hauptgang bietet die Karte kross gebratenes Lachsfilet mit Petersilienkartoffeln, Vanillekarotten und Noilly-Prat-Schaum (17 Euro). Der französischer Wermut gibt der Soße den nötigen Pfiff. Zum Fisch harmoniert ein Glas Touraine Sauvignon Blanc von der Domaine François Chidaine (0,2 l für 6 Euro) - ein süffiger Biowein aus dem Loiretal.
Die Auswahl beim Dessert fällt nicht schwer, es gibt nur eines. Das eingedickte Quittensüppchen mit Topfenknödel (5,50 Euro) und einem Hauch Zimt ist eine köstliche Schlemmerei zum Abschluss. Sie taucht allerdings nicht auf der Rechnung auf. Es ist an diesem Abend krachvoll im Lokal, und als wir den ausgesprochen flinken Kellner auf das Versehen aufmerksam machen, winkt er im Trubel lässig ab. "Das geht auf Kosten des Hauses."
Weinstube Basta, Wagnerstraße 39, 70182 Stuttgart, Telefon 240228, geöffnet Montag bis Freitag von 16 bis 1 Uhr, Samstag von 13 bis 2 Uhr, an Sonn- und Feiertagen geschlossen.
Küche: ****
Service: ****
Ambiente: ****
***** = herausragend, **** = überdurchschnittlich, *** = gut, ** = Luft nach oben, * = viel zu verbessern
Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-/Leistungsverhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.
Er habe ein Faible fürs Bodenständige, gibt Döring zu, und für fast vergessene Zutaten wie Steckrüben, Petersilienwurzel oder Quitten. Der 28-Jährige hat seine Künste im Kongresshotel Europe erlernt und im Arcotel Camino in der Heilbronner Straße vertieft. Das Credo des Kochs lautet: möglichst regional, dabei die besten Produkte verwenden und "immer auf dem Teppich bleiben". Das passt gut zum Stil der Weinstube, die schlicht, aber elegant eingerichtet ist: dunkle Holztäfelung, großzügige Spiegel und Bistrotische.
Das Basta, das halb Restaurant, halb Cocktailbar ist, gehört zum Bohnenviertel wie der Fernsehturm zu Stuttgart. Es ist 1978 eröffnet und vor ein paar Jahren von Markus Pfrommer, der zuvor dort gekellnert hatte, übernommen worden. Das Markenzeichen - die alten Kirchenbänke und Jugendstillampen - tastete er nicht an. Nur die Weinkarte mit ihren rund 40 verschiedenen Sorten bestückt der Geschäftsführer und Sommelier immer wieder neu.
Die Auswahl beim Dessert fällt nicht schwer
Eine Hommage an die Filder ist die schaumige Spitzkohlsuppe mit Speck (4,50 Euro). Ein deftiges Wintergericht, das Kräfte verleiht. Warm serviert hätte der karamellisierte Ziegenfrischkäse mit Baby-Leaf-Salat (10 Euro) vermutlich noch ein Quäntchen besser geschmeckt. Er hat eine Zuckerkruste und ist gebettet auf reichlich Rucola, Stielmangold, Spinat und anderes Blätterwerk. Als Hauptgang bietet die Karte kross gebratenes Lachsfilet mit Petersilienkartoffeln, Vanillekarotten und Noilly-Prat-Schaum (17 Euro). Der französischer Wermut gibt der Soße den nötigen Pfiff. Zum Fisch harmoniert ein Glas Touraine Sauvignon Blanc von der Domaine François Chidaine (0,2 l für 6 Euro) - ein süffiger Biowein aus dem Loiretal.
Die Auswahl beim Dessert fällt nicht schwer, es gibt nur eines. Das eingedickte Quittensüppchen mit Topfenknödel (5,50 Euro) und einem Hauch Zimt ist eine köstliche Schlemmerei zum Abschluss. Sie taucht allerdings nicht auf der Rechnung auf. Es ist an diesem Abend krachvoll im Lokal, und als wir den ausgesprochen flinken Kellner auf das Versehen aufmerksam machen, winkt er im Trubel lässig ab. "Das geht auf Kosten des Hauses."
Weinstube Basta, Wagnerstraße 39, 70182 Stuttgart, Telefon 240228, geöffnet Montag bis Freitag von 16 bis 1 Uhr, Samstag von 13 bis 2 Uhr, an Sonn- und Feiertagen geschlossen.
www.basta.bohnenviertel.com »
Bewertung
Küche: ****
Service: ****
Ambiente: ****
***** = herausragend, **** = überdurchschnittlich, *** = gut, ** = Luft nach oben, * = viel zu verbessern
Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-/Leistungsverhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.
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Rostbraten
Warum muss ein Rostbraten in einer einfachen Weinstube aber 19,50 € kosten ?
ich freu mich drauf
ich begleite das basta seit jahren, nicht regelmäßig, aber wenn es klappt freu ich mich immer saumäßig drauf. danke für den artikel und ich freu mich auf den nächsten besuch. jp
@Axel
Super Logik, dann kann man sich ja auch die ganzen Infos (in bold) sparen. Anschrift, Telefonnummer, Öffnungszeiten, das kann man ja auch gefälligst auf der Website nachlesen. In jedem ordentlichen Restaurantführer (Michelin, Varta, Gault Millau) stehen natürlich journalistisch sauber -neben der subjektiven Bewertung- alle relevanten Eckdaten, also auch der Hinweis ob bzw. welche Karten akzeptiert werden. Mit einem Link macht es sich der Rezensent m.E. etwas zu bequem