Welcome Center in Stuttgart Ort der Weltoffenheit und Hilfsbereitschaft

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Seit Mittwoch hat die Landeshauptstadt eine zentrale Adresse für Neuankömmlinge. Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) sprach von einem „neuen Kapitel der Willkommenskultur in Stadt und Region“.

Stuttgarter Fachleute waren ebenfalls zur Eröffnung geladen. Dazu zählte auch  Paulino Miguel, entwicklungspolitischer Anschprechpartner beim Forum der Kulturen Stuttgart. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Stuttgarter Fachleute waren ebenfalls zur Eröffnung geladen. Dazu zählte auch Paulino Miguel, entwicklungspolitischer Anschprechpartner beim Forum der Kulturen Stuttgart.Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Seit Mittwoch hat die Landeshauptstadt eine zentrale Adresse für Neuankömmlinge. Das Welcome Center im alten Waisenhaus bietet diesen eine Erstberatung etwa zu Sprachkursen, zum Aufenthaltsrecht, zu Wohnungsangeboten oder zur Kinderbetreuung. In der Einrichtung, die die Stadt zusammen mit der Wirtschaftsförderung der Region betreibt, erhalten die Zuwanderer aus dem Ausland auch Unterstützung bei der Stellensuche. Teil des Projekts ist das Welthaus mit einem Weltladen und einem Café.

Schmid: Land braucht Fachkräfte aus dem Ausland

Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) sparte nicht mit begeisterten Worten. „Heute wird ein neues Kapitel der Willkommenskultur in Stadt und Region aufgeschlagen“, sagte der OB. Mit dem Welcome Center sende man die Botschaft an die Neuankömmlinge: „Sie sind willkommen in der Stadt.“ Durch die Verbindung mit dem Welthaus habe die Stadt ein „einzigartiges Zentrum, das für Weltoffenheit, interkulturellen Austausch und solidarisches Miteinander steht“.

Landeswirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) betonte, dass Baden-Württemberg künftig auch auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen sein werde. „Fachkräfte sind entscheidend für die Innovation und Wachstumsfähigkeit unserer Wirtschaft“, erklärte Schmid. Schon jetzt bestehe etwa in der Pflege, aber auch im Handwerk und in der Industrie ein Mangel an Fachpersonal. Dies sei der Grund, warum das Land mit Geld aus dem Europäischen Sozialfonds in zehn Regionen die Einrichtung solcher Center fördere. In Stuttgart sei dies durch das Miteinander von Stadt, Region und Eine-Welt-Gruppen sowie dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) auf „hervorragende Weise gelöst worden“.

Welthaus-Verein hat lange gewartet

Walter Rogg, der Geschäftsführer der regionalen Wirtschaftsförderung, sieht in dem neuen Angebot einen wichtigen Bestandteil des Leitbilds der Region realisiert. Diese solle „Heimat für Menschen aus aller Welt“ sein und sich durch „interkulturelle Toleranz und offenes Denken“ auszeichnen. So könne die Region ein internationaler Treffpunkt kreativer Köpfe zum Vorteil der Wirtschaft werden, so Rogg.

Für den Welthaus-Verein, in dem mehr als 20 Vereine und Organisationen zusammengeschlossen sind, ist die Einrichtung am Charlottenplatz eine Neuerung, „auf die wir lange gewartet haben“, sagte Olimpio Alberto vom Vorstand. Dass man hier eine Bleibe gefunden habe, sei eine Anerkennung der Arbeit der Gruppen. Da diese häufig über keine eigenen Räume verfügten, hätten sie endlich einen Treffpunkt und einen Ort für Veranstaltungen. Teil des Angebots ist das Globale Klassenzimmer, das Bildungsangebote für Schulklassen und Gruppen aller Altersstufen bietet.

Seit dem Start der Beratungen im Welcome Center am 6. Oktober haben schon etwa 100 Personen Hilfe in der neuen Einrichtung gesucht. In der Hauptsache sind dies Migranten gewesen, die Informationen zu Deutschkursen wollten.

Die Kosten für den Umbau betragen 727 000 Euro, von denen das ifa als Vermieter 140 000 Euro übernimmt, den Rest teilen sich Stadt, Region und die   anderen Nutzer. Die Personalkosten der Stadt für 1,5 Stellen übernehmen für drei Jahre die Robert-Bosch-Stiftung (140 000 Euro) und das Integrationsministerium (100 000 Euro). Die regionale Wirtschaftsförderung, die als Teil der Fachkräfteallianz engagiert ist, erhält vom Wirtschaftsministerium in einem ersten Schritt 260 000 Euro.

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