Wengerterhaus im Hospitalviertel Ende des Wengerterhauses naht

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Der Gemeinderat sieht keine Möglichkeit, den Abriss des vielleicht 550 Jahre alten Gebäudes zu verhindern. Zu wenig originale Bausubstanz sei vorhanden.

In Kürze wird das jahrhundertealte Gebäude Foto: Achim Zweygarth
In Kürze wird das jahrhundertealte GebäudeFoto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Der Stuttgarter Gemeinderat wird aller Voraussicht nach nicht versuchen, den Abriss des ältesten Hauses im Hospitalviertel noch zu unterbinden. „Wenn die Genehmigung erteilt ist, können wir nichts mehr machen“, sagte Michael Kienzle von der größten Fraktion im Rat, den Grünen. Alexander Kotz, der Fraktionsvorsitzende der CDU, ist ähnlicher Ansicht, schon aus grundsätzlichen Erwägungen: „Es ist immer schwierig, wenn Politiker glauben, die besseren Denkmalschützer zu sein.“ Die Experten hätten sicherlich gute Argumente gehabt, das Haus aus dem Denkmalschutz herauszunehmen. Das Wengerterhaus in der Firnhaberstraße 1 scheint zwischen 1450 und 1650 errichtet worden zu sein; der Abriss ist für April vorgesehen (wir berichteten).

Denkmalbehörde ausgedünnt

Für Michael Kienzle ist die Angelegenheit aber nicht erledigt. Er hält es für notwendig, dass sich die Stadt für künftige Fälle besser aufstellt. Dazu gehöre, dass für jedes Viertel Listen angelegt würden, auf denen die wichtigsten identitätsstiftenden Gebäude stehen. Auch wollen die Grünen im nächsten Haushalt wieder einen Antrag stellen, dass Besitzer von denkmalgeschützten Häusern finanziell unterstützt werden: „So kann man die Lücke bei der Rentabilität zumindest verringern“, meinte Kienzle. Er kritisierte, dass die Denkmalbehörde bei der Stadt so ausgedünnt worden sei, dass sie kaum noch auf Hausbesitzer und Stadträte zugehen könne. Auch Monika Wüst (SPD) will die Sache prüfen lassen: „Unser Ziel muss es sein, das historische Gesicht der Stadt zu bewahren.“

Die Landesdenkmalpflege ist in Stuttgart beim Regierungspräsidium angesiedelt. Deren Sprecher Peter Zaar stärkt der Stadt Stuttgart den Rücken: Das Gutachten, das der Hausbesitzer 1997 in Auftrag gegeben habe und das von einem Verlust von mindestens 70 Prozent der originalen Bausubstanz ausgeht, sei verlässlich. Das Büro, das den Bericht erstellt habe, sei renommiert und der Landesdenkmalpflege bekannt, so Zaar. Zudem habe es damals eine gemeinsame Begehung mit der Stadt und dem früheren Landesdenkmalamt gegeben. Insofern sei es nachvollziehbar, dass das Wengerterhaus damals aus der Denkmalliste gestrichen worden sei.

Diskussionen auch in anderen Städten

Er spielt den Ball aber dennoch an die Stadt Stuttgart zurück. „Aufgabe des Denkmalschutzes ist nicht die Stadtbildpflege. Das sind zwei paar Stiefel.“ Jede Kommune könne also über den Denkmalschutz hinaus eigene städtebauliche Ziele formulieren: „Man kann auch beschließen, aus stadtgestalterischen Gründen ein Gebäude zu erhalten.“ Im Baurecht könnten dazu Vorgaben gemacht werden, auch wenn die Stadt nicht der Besitzer sei.

In anderen Städten gibt es ähnliche Diskussionen. So will die Landesbank Baden-Württemberg in Mannheim ein nicht denkmalgeschütztes barockes Gebäude abreißen; Stadt und Bürger sind empört. Bei dem sogenannten Bankpalais ist ebenso wie beim Wengerterhaus nur wenig ursprüngliche Bausubstanz vorhanden. Das Gebäude habe aber eine identitätsstiftende Wirkung für die Stadt, sagte Mannheims Bürgermeister Lothar Quast.

Auf der Stuttgarter Denkmalliste, die im Internet einsehbar ist, stehen derzeit annähernd 6000 Häuser. Der weit überwiegende Teil stammt aber aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Peter Zaar mahnt, diese Häuser nicht gering zu schätzen: „Gebäude aus dem Mittelalter und dem Barock werden erhalten, alles andere reißt man mit Begeisterung ab. Das ist eine falsche Haltung.“

Die Stuttgarter Denkmalliste steht unter

www.stuttgart-stadtgeschichte.net

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Hausrettung & S'21: Kaum zu glauben, wie die Stadt (weiter)pennt! Eins der LETZTEN und ÄLTESTEN Häuser soll dem Modernisierungswahn zum Opfer fallen! Aus dem 15. oder 16. Jahrhundert sollen Teile stammen. Und die Front ist ein für z.B. Bad Cannstatt in der Altstadt typischer Staffelgiebelstil. Oft verbergen sich unter dem Putz auch noch alte Fachwerksgerüste, die dann das Haus bis ins Mittelalter 'befördern' können. Appell an reiche Investoren mit Sinn für solch alte Gebäude und Gespür, was im Moment in den Köpfen der Stadtdirigenten für enorme Schieflage abgeht: (s. vorangegangenen Artikel zu diesem in der STZ) Reißt euch um das Gebäude, entreißt es somit der Stadt und macht es 'dingfest'. Möglicherweise muß es MINIMAL saniert werden (Umwelteinflüsse), taugt aber für 3 Wohnungen für Arme und hat wie es aussieht (kleines Fenster) auch noch einen geräumigen Dachboden zur Verfügung. Echt Alternative gegen Obdachlosigkeit - denkt mal! Der Abrißmodus paßt aber so herrlich ins 'Hüttenkruschtkonzept' der innovationswütigen Rambos. Ansonsten wäre auch am Bahnhofsgebäude der Osram aufgegangen und schleunigstens jede Abklatsche gegen Mr. Dübbers abgebremst und verhindert worden und die Flügel stünden noch. Trauern wir um den noch verbliebenen Rest (momentaniger Abrißstand: 3/4 der Verbindung zum ersten Trakt gekappt), der bald verschwinden wird und sind (sofern Architekten und Interessenten) auf der Hut am Wengerterhäusle und anderen, wohl sehr raren Relikten aus wirklich alter Zeit. Allein der 2. Weltkrieg hat 62% davon hinweggerafft. Es steht nur noch ein Rest echter Altstadt im Geißstraßenviertel und Gerberviertel (Puffzone), sonst erst ab der späten Gründerzeit bis Jugendstil. P.s. trauern: auch um den Schloßgarten am Sa. 10.3. 13:30 Start Schloßplatz und Marsch zum Kahlschlag. Kommet zuhauf! Oben bleiben! Salem!

Man könnte so viel daraus machen!: http://www.geo-reisecommunity.de/bild/198949/London-Grossbritannien-Hause-Of-Rising-Sun Armes Stuttgart, du bist nicht mehr zu retten!

Stuttgart wird immer moderner und (aller)welt(s)städtischer: Wer hätte es anders erwartet. Im Hospitalviertel steht ein Haus, das garnicht dorthin passt....es ist nicht groß, eher kleinbürgerlich - und so was in der Landeshauptstadt - das wirkt doch provinziell. Wenn man die Planung des neuen Hospitalhofes ansieht merkt schnell, dass dort auch nur billiges nitssagendes Beton-Glas-Glumpp des Architeten Lederer entsteht. Das alte Wengerterhaus passt wirklich nichtmehr dort hin. Stuttgart soll schleunigst alle alten Vorkriegsbauten 'dokumentieren' Pläne , Ansichten archivieren und im 'Denkmalmuseum Stuttgart' als Modell im Maßstab 1:100 der Nachwelt plastisch erhalten. Dann kann die Stadt endlich wirtschaftlich bebaut und überplant werden. Ein Modell vom Bonatzbau 'Kopfbahnhof' und weiteren Bauten, wie die Villa Berg könnten in einem großen Stadtmodellmuseum von der reichen Architekturgeschicht Stuttgarts Zuegnis ablegen. Also, reißt das alte Wengerterhaus ruhig ab. Und eine lukrative Investorenfläche habe ich auch schon entdeckt! An der Ecke Planie / Schloßplatz steht eine Disneylandfassade aus Sandstein - nach dem Krieg waren vom Ursprungsbau, dessen nur noch 25 % der Bausubstanz vorhanden. An dieser Stelle könnte wahrlich ein richtig tolles Einkaufszentrum entstehen. Herr Schuster findet auch für dieses Grundstück einen Investor! Liebe Stuttgarter! Suttgart krankt nicht nur an einer geschichtsvergessenen Obrigkeit sondern an einer geldgeilen Hausbesitzermafia - denen es schlichtweg egal ist, wie die Stadt aussieht - Hauptsache sie machen einen ordentlichen Reingewinn! Denn mal ehrlich! Der bisherige Besitzer des Gebäudes gehört auch nicht zu den HartzIV-Empfängern - Oder?

Baurecht?!: Sehr interessant: 'Im Baurecht könnten dazu Vorgaben gemacht werden, auch wenn die Stadt nicht der Besitzer sei.' Das müsste mir mal jemand erklären wie das geht, ohne Enteignung.

Ende des Wengerterhauses: Die Aussage: 'Die Stuttgarter Denkmalliste steht unter www.stuttgart-stadtgeschichte.net' ist nicht richtig. Die Stuttgater Denkmalliste ist nicht mehr online einsehbar. Warum eigentlich?

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