Widerspruch gegen "Street View" Google verlängert die Frist
ddp, 19.08.2010 15:30 Uhr
Eines der mittlerweile bekannten Google-Autos, das die Umgebung fotografiert und Funknetze ausgespäht hat. Foto: dpa
Eines der mittlerweile bekannten Google-Autos, das die Umgebung fotografiert und Funknetze ausgespäht hat. Foto: dpa
Hamburg/Berlin - Der Internetkonzern Google will die Widerspruchsfrist gegen seinen Bilderdienst "Street View" verdoppeln. Die Frist betrage nun acht statt vier Wochen und laufe bis zum 15. Oktober, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Für eine solche Verlängerung hatte sich unter anderem Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) stark gemacht. Google möchte Ende dieses Jahres flächendeckende Fotoaufnahmen der 20 größten deutschen Städte mit dem Dienst "Street View" im Internet zugänglich machen.

Seit Dienstag können Bürger im Internet Widerspruch dagegen einlegen, wenn sie persönliche Rechte verletzt sehen. Sie können etwa bewirken, dass ihre Häuser oder Fahrzeuge unkenntlich gemacht werden. Google stellte klar, auch nach dem Start von "Street View" gelte die "unbefristete Möglichkeit", Widerspruch einzulegen. Per E-Mail und Brief können Bürger ihre Einwände auch dann noch an das Unternehmen richten. Der Konzern versicherte, alle Daten aus den Einspruchs-Meldungen würden sicher verwahrt, nur zur Bearbeitung der Anträge verwendet und später gelöscht.
Kommentare (1)
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AUG
19
jps-mm, 17:45 Uhr

Google: Bayern ätzt gegen Berlin

In der Debatte um Google Street View beklagt Bayerns Justizministerin Merk die späte Reaktion der Bundesregierung: Der Datenschutz hätte schon früher modernisiert werden müssen. In der Diskussion über Google Street View wirft die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) dem Bund vor, den Datenschutz nicht rechtzeitig modernisiert zu haben. "Ich denke, da hätte man auf Bundesebene schon früher aktiv werden können", sagte sie der Passauer Neuen Presse. "Schließlich ist Google schon länger mit seinen Kameraautos unterwegs." Merk fordert, "den deutschen Datenschutz endlich generell auf den Prüfstand zu stellen und hinsichtlich der neuen Medien und neuen Kommunikationsformen wie soziale Netzwerke abzuklopfen". Nichts zu tun, bedeute, dass das Internet langsam zum rechtsfreien Raum würde. "Das darf es nicht geben", sagte Merk. http://www.sueddeutsche.de/politik/politik-kompakt-google-bayern-aetzt-gegen-berlin-1.989987