"Wie ein Verbrecher gejagt" Stefan Mappus hat von der Politik genug

Von dapd 

Der frühere Südwest-Ministerpräsident Mappus sieht keine Zukunft mehr für sich in der Politik - der 46-Jährige fühlte sich "gejagt wie ein Verbrecher".

Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) sieht keine Zukunft mehr für sich in der Politik - der 46-Jährige fühlte sich gejagt wie ein Verbrecher. Foto: dapd
Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) sieht keine Zukunft mehr für sich in der Politik - der 46-Jährige fühlte sich gejagt wie ein Verbrecher.Foto: dapd

Stuttgart - Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) sieht keine Zukunft mehr für sich in der Politik. Der „Süddeutschen Zeitung“ sagte er, mit der Politik sei es ganz sicher vorbei, da er „von der eigenen Partei zum alleinigen Sündenbock“ für den umstrittenen EnBW-Aktienkauf gemacht werde.

Gegen Mappus wird im Zusammenhang mit dem Milliardengeschäft wegen des Anfangsverdachts der Untreue ermittelt. Unter seiner Führung hatte das Land im Dezember 2010 am Parlament vorbei das EnBW-Aktienpaket für rund 4,7 Milliarden Euro vom französischen Unternehmen EdF zurückgekauft. Der Staatsgerichtshof erklärte das Geschäft im Nachhinein für verfassungswidrig.

„Ich will das meiner Familie nicht mehr antun“

Mappus bekräftige seine Sicht, dass der Kauf von Aktien des Energieunternehmens dem Land nicht geschadet hat. Die grün-rote Landesregierung sieht dies anders und versucht derzeit vor Gericht vom früheren Anteilseigner EdF Schadensersatz für einen aus ihrer Sicht zu hoch gezahlten Preis zu erstreiten. Mappus sagte: „Es ist kein Schaden für das Land entstanden, aber ich wurde wie ein Verbrecher durch das Land gejagt, jeden Tag. Ich will das auch meiner Familie nicht mehr antun, die Veranstaltung wird mich eine sechsstellige Summe an Anwaltshonoraren kosten.“

Nachdem der Staatsgerichtshof das EnBW-Geschäft für verfassungswidrig erklärt hatte, hatte Mappus im November 2011 seinen Posten als Leiter des Brasiliengeschäfts von Merck nach nur vier Monaten in beiderseitigem Einvernehmen beendet.

Damals sei viel Druck auf Merck ausgeübt worden, sagte Mappus. Er habe daraufhin selbst um die Vertragsauflösung geben. „Das war das Bitterste. Ich dachte immer, wenn ich aus der Politik raus bin, lässt man mich in Ruhe“, kommentiert der 46-Jährige die Einflussnahme auf den Konzern.

Der frühere Regierungschef ist mittlerweile wieder berufstätig. Seine heutigen Vertragspartner hält der studierte Ökonom aber geheim.

„Das war ein Herdentrieb brutalster Form“

Das Verhalten seiner Partei ihm gegenüber hat Mappus indes nicht überrascht. „Die CDU ist eine Partei, die sehr lange sehr loyal ist, aber ab einem gewissen Zeitpunkt gibt es wahrscheinlich auch keine Partei, die so brutal ist wie die CDU“, sagte er. Nachdem die staatsanwaltlichen Ermittlungen im Juli bekannt wurde, distanzierte sich die Spitze des CDU-Landesverbands auf dem Karlsruher Parteitag von Mappus' Alleingängen. Zuvor waren bereits einzelne Weggefährten von ihm abgerückt. Es gab sogar Forderungen, Mappus aus der Partei auszuschließen.

Das Umschwenken der Parteimitglieder sieht Mappus heute als „ein Herdentrieb in brutalster Form“. „Wenn ich meine Frau nicht gehabt hätte, die Kinder nicht, die Kinder in ihrer Lebhaftigkeit dann wäre ich erledigt gewesen“, sagte er.

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135 KommentareKommentar schreiben

Mappus Position bei Merck Darmstadt: Mappus ist doch ein Gauner, er ist doch ganz genau wissend, dass das Staatsoberhaupt S.M. King Marduk I. detailliert über dem Mappus seine kriminelle Abhandlungen, die er als Vorsitzender in der Villa Reitzenstein und zuvor betrieb - von King Marduk I. mit mehrerer Seiten in Darmstadt die offenkundige Tatsachen dokumentiert wurden - dies ist der maßgebliche Grund - warum Mappus bei Merck abgedrückt wurde - auch Mappus kriminelle Abhandlungen in Sachen ZV Bodensee Wasserversorung als Betrüger überführt wurde - weiteres zu Mappus lesen sie unter www.state-union.us die Wahrheiten dokumentiert vorliegend haben, auch in Sachen Porsche Zuffenhausen-Stuttgart..

no mercy: Ich kann Politikern vieles nachsehen und keine Partei bzw ihre Funktionäre sind perfekt. Aber eines vergesse ich NIEMALS! Den Schwarzen Donnerstag und seine durchweg feigen Verantworlichen. Da sind Mappus und Rech ganz vorne dabei. Es gibt keinen länderübergreifenden Polizeieinsatz ohne die Beteiligung des Innenministeriums. Und der Rech hat das garantiert nicht selbst entschieden. Auch ist ein Wasserwerfereinsatz, der durch den Miterfinder der gemässigten 'Stuttgarter Linie' (Ex-Polizeipräsident) Stumpf initiiert wurde, vollkommen undenkbar. Das enthebt die einzelnen Polizeibeamten nicht der Verantwortung für ihr unsägliches Tun, aber die Ursache für alles ist GANZ OBEN. Und das ist nun mal immer Mappus. Und das was er nun erlebt, ist nur ein Bruchteil des Leides das er und sein Vasall im Amtsgericht über die Menschen in Stuttgart gebracht haben. Noch sind seine Kindern in einem Alter, wo Papa alles geglaubt wird. Aber das wird sich noch ändern. Das Internet behält die Mappus Spuren lange genug im Gedächtnis. Mein Betreff no mercy bleibt für mich solange bestehen, bis ich tätige Reue beim Ex-MP sehe.

schade ist`s: Ich find`s schade, dass Herr Mappus nicht mehr regieren darf. Wo er doch seinem Vorbild Fr.-Jo.-Strauss wie aus dem Gesäß geschnitten ist.

Ein Bilderbuchbeispiel für Verantwortung.: Die einzige Verantwortung, die Politiker manchmal übernehmen, ist ihr Rücktritt. Herr M hat nichtmal das geschaftt; er musste noch getreten werden (allerdings war er auch nicht gewählt). Hatter doch gedacht, die Politik ist eine Spielwiese.

Lügenbaron Mappus: Man darf nur mal an die 'kleinen' Lügen erinnern, mit denen Herr Mappus sein Vorgehen beim EnBW-Deal rechtfertigte: seinen angedeuteten Hinweis auf die angeblich schon wartenden ausländischen (russischen) Investoren, die uns den Happen EnBW vor der Nase wegschnappen könnten, oder die Behauptung, die Geheimhaltung sei nötig gewesen, um ein Durch-die-Decke-Gehen des EnBW-Börsenkurses zu verhindern. Insider wussten schon damals, dass das Ammenmärchen waren, 'a tale told for fools', wie die Amerikaner so schön sagen. Der Untersuchungsausschuss wird das hoffentlich nochmal in aller Deutlichkeit feststellen. Wäre Mappus' Rechnung aufgegangen, dass er mit Hilfe des EnBW-Coups die Landtagswahl gewinnen und MP bleiben würde, dann hätten wir heute vermutlich einen MP Mappus, der, vor Selbstbewusstsein strotzend, unser Bundesland in der Art eines Sonnenkönigs regieren und vielleicht sogar Ambitionen aufs Kanzleramt anmelden würde (immer mit dem famosen Herrn Notheis als grauer Eminenz im Hintergrund). So gesehen, ist der Herr schon sehr tief gefallen. Mein Mitleid hält sich trotzdem in Grenzen.

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