Wilhelma Abschied von der grauen Dame
ktm, 13.07.2010 12:40 Uhr
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Vor dem Umzug in das neue Elefantenhaus im Jahr 1968 sind die Besucher mit Vilja noch auf Tuchfühlung gegangen. Foto: privat
Vor dem Umzug in das neue Elefantenhaus im Jahr 1968 sind die Besucher mit Vilja noch auf Tuchfühlung gegangen. Foto: privat
Stuttgart - Zella, Parma und Molly trotteten am Sonntag immer wieder zur Unglücksstelle und schnüffelten sie mit ihren Rüsseln ab. Doch Vilja, die Elefantendame, war nicht mehr da. "Wir sind alle sehr traurig, wir haben eine langjährige Freundin verloren", sagt Karin Herczog, Pressesprecherin der Wilhelma. Was sich im Elefantengehege am Samstagnachmittag genau abspielte, wissen die Mitarbeiter der Wilhelma nicht: Als Vilja starb, war kein Pfleger in der Nähe. Sie müssen sich daher auf die Aussagen der Besucher verlassen.

Einige berichteten, Vilja sei zunächst eingeknickt und dann in den Graben gestürzt. Ein paar andere wollen gesehen haben, wie eine andere Elefantenkuh sie schubste. "Der Befund der Tierärzte hat aber ergeben, dass Vilja einen Kreislaufkollaps erlitten hatte und dann gestürzt ist", sagt Karin Herczog. Wenige Minuten nach ihrem Sturz in den Graben des Außengeheges verstarb die Elefantendame.

"Wir können nicht ausschließen, dass auch die Hitze eine Rolle gespielt hat, aber sie machte einen fitten Eindruck und wollte auch raus", sagt Herczog. Wenn Vilja den Tag lieber in ihrer Box verbringen wollte, gab sie das ihrem Pfleger Volker Scholl in der Regel zu verstehen. Noch am Vormittag hatte sie ein Schlammbad zur Abkühlung genossen. Anzeichen von Schwäche habe es also keine gegeben.

Stolze 61 Jahre ist Vilja alt geworden


Sie wird fehlen, die graue Dame der Wilhelma. Viele sind mit ihr groß geworden. Nie ganz so groß wie Vilja, aber der ein oder andere dürfte ihr bereits aus dem Kinderwagen gewunken haben und inzwischen mit den eigenen Kindern oder gar den Enkeln am Elefantengehege vorbeischauen. Stolze 61 Jahre ist Vilja alt geworden, in einem Zoo, der erst mit ihr zu einem Tierpark wurde. Vilja ist sozusagen Gründungsmitglied der Wilhelma. Und das, obwohl sie eigentlich nur zu Besuch von Sumatra nach Stuttgart kommen sollte. Mit etwa drei Jahren war die Elefantenkuh im Jahr 1952 die Attraktion der Sonderausstellung "Indische Dschungeltiere". Doch der damalige Direktor Albert Schöchle kaufte sie für 12000 Mark und machte den botanischen Garten damit zu einem Zoo.

Kommentare (10)
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JUL
25
Tierpfleger, 12:07 Uhr

Vilja

In der Wilhelma ist der Elefant gestorben. Alle sind betreten, nur der Wärter weint und weint und weint. Er wird gefagt: "Das war wohl Ihr Liebling?"- "Nein, ich muss das Grab ausheben..."

JUL
14
U. Albrecht, 09:26 Uhr

Zum Elefantengehege

Viele Elefantengehege in den Zoos entsprechen nicht mehr dem neuesten Stand. Nürnberg hat nach dem Tod der letzten Elefantendame vorerst ganz auf die Haltung von Elefanten verzichtet. Dort wo Elefanten noch in den alten unzureichenden Gehegen gehalten werden, haben die Zoos m.E. Ausnahmegenehmigungen. Ein Neubau des Elefantengeheges in Stuttgart wäre dringend nötig. scheint sich aber wegen Stuttgart 21 und dem Bau des Rosenstein-Tunnels noch zu verzögern. Ich bin aber mir sicher, dass Zoo und Pfleger alles für die Elefanten getan haben, was unter den gegenwärtigen Umständen machbar ist. Man darf nicht vergessen, dass sie auch immer "Auslauf" bekommen und vor der Zooöffnung mit dem Pfleger auf dem Rücken durch den Zoo trotten dürfen. Das Viljas Tod etwas mit den Haltungsbedingungen zu tun hat, glaube ich nicht. Zudem ist sie wohl erst nach Ihrem Ableben in den Graben gestürzt.

JUL
13
Wilhelmabesucher, 12:35 Uhr

Elefantenalter

Hier ein Zitat aus wikipedia zur Lebensdauer von asiatischen Elefanten: "Die Lebensdauer beträgt etwa sechzig Jahre, im günstigsten Fall bis zu achtzig Jahre. Der älteste Asiatische Elefant lebte im Zoo von Taipeh und wurde 86 Jahre alt" Demnach war sie wirklich schon eine "alte Dame"

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