Windkraftprojekt in Adelberg Ein stolzer Segler in Not

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Vogel
Der Rotmilan ist mit etwa 65 Zentimeter Körpergröße und einer Flügelspannweite von bis zu 1,7 Meter größer als der Mäusebussard. Er ist überwiegend rostrot mit schwarzen und weiß-beigen Feldern auf der Unterseite und grauem Kopf. Er ist leicht an seinem großen gegabelten Schwanz zu erkennen. Daher kommt auch sein volkstümlicher Name Gabelweihe.

Verbreitung
Rotmilane sind typische Bewohner der offenen Landschaft, benötigen aber ein Mosaik aus unterschiedlich bewirtschafteten Flächen und bewaldeten Gebieten. Über Äckern, Wiesen und Weiden suchen sie nach Beutetieren. Auch über kleinen Siedlungen und Dörfern, sogar über Autobahnen kann man sie auf der Suche nach Fressbarem segeln sehen, denn auch Aas und Abfälle verschmähen sie nicht. Vom Weltbestand (etwa 25 000 Paare) lebt mehr als die Hälfte in Deutschland, der Bestand in Baden-Württemberg ist groß.

Gefährdung
Durch die Intensivierung der Landwirtschaft hat der Rotmilan Probleme, ausreichend Nachwuchs groß zu ziehen, weil immer mehr Grünland und Brachen für seine Nahrungssuche wegfallen. Eine weitere Bedrohung ist die Windenergie – keine Vogelart wird häufiger an Windenergieanlagen getötet als der Rotmilan, denn dieser sucht auch um die Anlagen herum nach Futter. Wenn er durch die Luft segelt, hält er den Blick nach unten gerichtet, um Beutetiere zu erspähen, und wird deshalb häufig von den Rotoren erschlagen. Der Rotmilan ist zu einem Symbol für den Konflikt zwischen erneuerbaren Energien und Artenschutz geworden und regelmäßig Gegenstand artenschutzrechtlicher Gutachten und Gerichtsverfahren.