Gesperrte Rheintalbahn Verkehrsminister: Havarie ein Weckruf für S21-Bauherren

Von red/dpa/lsw 

Ist die Risikobereitschaft der Bahn bei Bauprojekten zu hoch? Die Panne bei Rastatt könnte für den Konzern zumindest eine Lehre sein - namentlich bei Stuttgart 21, meint Verkehrsminister Hermann.

Verkehrsminister Winfried Hermann sieht die Streckenunterbrechung auf der Rheintalbahn als mahnendes Beispiel für die Bauherren bei dem Großvorhaben Stuttgart 21. Foto: dpa
Verkehrsminister Winfried Hermann sieht die Streckenunterbrechung auf der Rheintalbahn als mahnendes Beispiel für die Bauherren bei dem Großvorhaben Stuttgart 21. Foto: dpa

Stuttgart - Die Havarie auf der Rheintalbahn sollte aus Sicht von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) ein Weckruf für die Bauherrin Bahn auch beim Milliardenvorhaben Stuttgart 21 sein. Es gelte die dabei eingegangenen Risiken, insbesondere beim Tunnelbau im quellfähigen Anhydrit, zu minimieren, sagte Hermann in Stuttgart.

Er habe der Bahn signalisiert, dass er im nächsten Lenkungskreis der Stuttgart-21-Projektpartner einen Bericht erwarte, inwieweit vergleichbare Risiken bei der Neuordnung des Stuttgarter Bahnknotens bestünden, wie man diesen gegebenenfalls begegne und wie das Risikomanagement aussehe. „Je mehr Risiken man eingeht, desto wahrscheinlicher ist, dass eines eintritt.“

Das nächste Treffen des Lenkungskreises, zu dem neben Bahn und Land auch Stadt und Region Stuttgart sowie der Landesflughafen gehören, ist am 27. Oktober geplant. Anhydrit gilt als schwieriges Gestein, weil sich bei Berührung mit Wasser sein Volumen stark ausdehnt.

Bericht über Folgen

Hermann wird an diesem Dienstag im grün-schwarzen Kabinett über die Sperrung der wichtigen Nord-Süd-Achse bei Rastatt und ihre Folgen berichten. Er setze darauf, dass die Bahn als Bauherrin genau untersuche und am Ende aufkläre, wie es zu der Absenkung der Gleise kommen konnte. Er müsse alle Informationen erhalten, denn die Politik werde schließlich von den Bürgern in Verantwortung genommen.

Vor einem Monat hatten sich die Gleise bei Rastatt infolge von Tunnelbauarbeiten abgesenkt. Nach Angaben des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) ist die Ursache dafür, dass die dazu notwendige Vereisung des Bodens - anders als üblich - während der Nutzung der Strecke durch Züge vorgenommen worden sei. Deren Schwingungen hätten zu Instabilität geführt und zu Verschiebungen der Betonteile zur Auskleidung des Tunnels. So hätten Erdreich und Wasser in den Tunnel eindringen können, erläuterte VCD-Landesvorstand Matthias Lieb.

Logistikfirmen sind durch Sperrung geschädigt

Grünen-Politiker Hermann sieht zahlreiche Klagen infolge der Sperrung voraus. Geschädigt sind vor allem Logistikfirmen, die Waren nicht fristgerecht bei Kunden abliefern konnten, sowie die davon betroffenen Endabnehmer. Lieb sprach von einer Größenordnung der Schäden im dreitstelligen Millionenbereich. Fraglich ist für Hermann, wer letztendlich zahlen müsse - die Bahn, die Baufirmen, der Bund oder Versicherungen. „Wenn es um Geld geht, gibt es immer viele die nicht schuldig sind.“

Ein Gutes sieht der Minister in der Panne: Obwohl die Absenkung der Gleise anfangs minimal war, sei sie dank Sensoren bemerkt worden. Die Strecke sei unmittelbar nach der ersten Veränderung gesperrt worden. „Gott sei Dank haben die Sicherungssysteme funktioniert und damit eine Katastrophe verhindert.“ Den Termin für die Inbetriebnahme der reparierten Trasse am 7. Oktober hält er für realistisch.

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Im übrigen: Ist es zweiffellos bewundernswert, dass die Gegner ihre Lügenkampagnen, sinnlosen Prozesshanseleien und nicht zuletzt den Privatkonsum mit Spendengeldern finanzieren, die sie geschickt Leuten aus der Tasche ziehen die es eben nicht besser wissen. Obwohl Spenden an einen x-beliebigen Kindergarten sicher sinnvoller wären.

Im übrigen: bedienen sich die Bahnhasser aus der Jägerstrasse und die IG-Drückerkolonne aus dem Turmforum nach wie vor aus dem Topf aller Steuerzahler. Diese beispiellose und millionenschwere Zwangsabgabe für sinnlose Projektpropaganda wäre im Bildungsbereich viel besser aufgehoben. Der Bildungsnotstand, der offensichtlich bei den Projektbejublern vorherrscht könnte so zumindest etwas eingedämmt werden. Lügen wie zB Parkerweiterung mit 5.000 Bäumen oder bezahlbarer Wohnraum im Schlossgarten für alle könnten dann auch von den letzten verbliebenen Prolern als solche erkannt werden. Im Gegensatz dazu finanzieren die Befürworter eines vernünftigen Bahnverkehrs ihre Informations- und Aufklärungsarbeit ehrenamtlich und durch Spenden. Eine wirklich tolle und beispiellose Leistung, hab ich recht?

Im übrigen: wüppert unser Bahnhasser aus Berlin darüber in einem separaten Artikel, beis Gegners vage Hoffnungen schürend. Wobei jedem, der seine 7 Zwetschgen beisammen hat klar ist, dass das wie immer nur zum Fenster hinausgeworfenes Spendengeld ist, von dem eben ein paar Anwälte gut leben.

Jetzt versteh ich Sie ...: Sie haben "Zwetschgen" im Kopf - na dann .......... sind die geistigen Ausfälle natürlich erklärbar. Ich kann mich glücklich schätzen, keine Zwetschgen - sondern Hirn im Kopf zu haben. Aber Sie haben mein Mitgefühl .........

Merkwürdig,: dass die StZ nicht vom "Berliner Weckruf" schreibt, den die Berliner Staatsanwaltschaft nun ausgerufen hat, indem sie ein "förmliches Ermittlungsverfahren" gegen die DB-Verantwortlichen (Pofalla und Lutz) wegen fortwährender Untreue in die Wege geleitet hat! Die StZ ist darüber informiert - schweigt aber! Warum wohl?

Weil die Gegnerprozesshanselei: eh im Sande verläuft. Deshalb.

ach ja?: Ob mit Prozess oder ohne, jedenfalls werden viele Kritikpunkte der Gegner inzwischen ernst genommen und es wird versucht sie in die S21-Umplanungen aufzunehmen (z.B. drittes Gleis Flughafen, Wendlinger Kurve, Gäubahn...) . Andere bejubeln und verteidigen hier nur das S21-Projekt schon seit der ersten Planung mit allen Mängeln. Da lieber konstruktive Kritik die das Projekt verbessert wenn es schon gebaut wird.

Da schau her ...: wie schnell der Beißreflex bei den ewig Gestrigen wieder aufflammt - abwarten heißt doch sonst die Devise. Und mit dem "Warten" sollten sich doch die S21-Jubler bestens auskennen - oder ist eure Tiefhaltestelle etwa schon fertig? Sollte sie eigentlich seit Jahren schon sein .... irgendwie ist aber anscheinend noch nicht genug Geld zum Fenster rausgeworfen worden .... das wird die Berliner Staatsanwaltschaft schon noch herausfinden! Also lehnen Sie sich entspannt zurück - zum Geifern haben Sie noch genug Zeit, wenn die Herrschaften DB-Verantwortliche der fortwährenden Untreue überführt wurden!

Die Schellackplatten des Labels: Renz und Burkhard haben eindeutig einen Sprung. Wenn die Weltverbesserer es schon nicht sein lassen können dann doch bitte wenigstens mit etwas mehr Verve und Esprit! Die pseudointelektuellen Jakobschen Schwurbelierungskünste und Wortdrechseleien beinhalten immerhin einen kleinen Heiterkeitsfaktor. Fakt ist: völlig wurscht, was man sagt oder tut, solange es sich nicht kongruent zu deren Weltbild darstellt isch's halt nix!

Wo : steckt nun faktisch ein Inhalt in Ihren Ausführungen, welcher Inkongruenz zur schnöden Realität zeigen soll und für Sie Gültigkeit hat ? Der Leser sucht vergebens.

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