Auf den Schienen rauscht eine S-Bahn am Neuen Markt vorbei. Drinnen, im Treff Impuls, sitzen zahlreiche Gegner von Stuttgart 21. "Für uns in L.-E. ist klar, dass wir keine Fernzüge auf die Trasse bekommen wollen", sagt Claudia Moosmann, die Vorsitzende der Initiative Lebenswertes L.-E. "Wir wollen den ÖPNV erhalten." Im weiteren Verlauf um Stuttgart 21 soll L.-E. seine Interessen vertreten dürfen.
Um die künftige Vorgehensweise, Ziele und Vorschläge in Sachen Planungsabschnitt 1.3 zu besprechen, hat Moosmann die ehemaligen Landtagskandidaten des Wahlkreises Nürtingen/Filder eingeladen. Dem haben aber nur wenige Folge geleistet. Nämlich lediglich Walter Bauer von der SPD und Peter Rauscher von der Linken. Die FDP wurde vertreten von Axel Dörr, dem Vorsitzenden der FDP in L.-E. Thaddäus Kunzmann (CDU) hatte abgesagt. Für die Grünen war niemand gekommen, weil gleichzeitig eine Kreismitglieder-Versammlung stattfand.
Wieder rauscht eine S-Bahn an der offenen Terrassentür vorbei. "Man könnte durch den ÖPNV vieles verbessern", sagt Rauscher ein wenig lauter. Er spricht vom Regionalexpress R 8, der bestausgelasteten Strecke in der Bundesrepublik, von Direktbussen nach Nürtingen, wie es sie einst bereits gegeben hat und davon, dass die Bürgerbewegung aufrecht erhalten werden muss. "Wir müssen weitermachen und dürfen uns nicht einlullen lassen", betont er. Nach dem Faktencheck frage er sich, wer "da noch für S 21 sein kann."
Auch Dörr macht deutlich, dass die FDP mit der Streckenführung auf den Fildern nicht glücklich ist. Eine Lösung sei nun eine grundsätzliche Opposition, die andere Lösung sei, sich dafür einzusetzen, dass der Lärm- und Erschütterungsschutz so gut als möglich umgesetzt würde. Dafür hatte jüngt auch die FDP-Bundestagsabgeordnete und Leinfelden-Echterdinger Stadträtin, Judith Skudelny, in einer Pressemitteilung plädiert, in der sie sich dafür aussprach, die S-Bahntrasse als Neubaustrecke deklarieren zu lassen und nicht als Bestandsstrecke. Denn: Bei einer Neubaustrecke muss ein Lärmpegel von 49 Dezibel eingehalten werden. Bei einer Bestandsstrecke sind es 60 Dezibel. "Diese Entscheidung bräuchten wir jedoch relativ schnell, zumindest früher - bevor hier oben etwas entschieden wird", so Dörr.
Wieder rauscht eine S-Bahn vorbei. "Ich bedaure, dass ich nicht gewählt worden bin", sagt Walter Bauer. Dennoch werde er sein Alternativkonzept zum Planungsabschnitt auf den Fildern weiter in der Diskussion halten. Dieses sieht eine zweigleisige Spange vor, die dafür sorgt, dass auf der S-Bahn-Trasse eine Entmischung stattfinden würde. "Ich verstehe die Aufregung derzeit nicht", sagt Bauer. "Entweder wird der Stresstest das ergeben, was Sie sich wünschen, oder aber er wird das Gegenteil ergeben." Auch in Filderstadt wolle man nicht, dass sich die S-Bahnstrecke verschlechtert. "Es braucht eine gemeinsame Lösung, am besten im Schulterschluss mit Filderstadt", so Bauer.
Dass der Stresstest abgewartet werden muss, sieht auch Moosmann so. "Wir werden aber weiterhin unsere Schwabenstreiche jeden Donnerstag veranstalten", sagt sie. Und sie halte es für wichtig, "dass wir uns wieder zusammensetzen". Im Juli soll es daher eine Fortsetzung geben. käf

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