"Wir sind auf dem richtigen Weg"
"Leonberger Kreiszeitung", 17.03.2011 02:46 Uhr
Friolzheim Die Vereinslandschaft des Kepler-Gaus wird sich in der kommenden Zeit verändern. Beim Gau-Tag am Samstag wird es vor allem um die Themen Fortbildung und Kooperation gehen. Und der Chorverband bekommt bald einen neuen Namen.

Am 19. März treffen sich die Abgeordneten der Mitgliedsvereine des Kepler-Gaus in der Festhalle Friolzheim zum Gautag. Er steht dieses Jahr unter dem Motto "Zukunft schaffen für Vereine". Die Gau-Präsidentin , Angelika Puritscher, ist seit genau einem Jahr im Amt.

Frau Puritscher, welches Fazit ziehen Sie für sich nach einem Jahr Präsidentschaft?

Das vergangene Jahr war für mich anstrengend, weil ich ja nach wie vor auch die Vorsitzende der Concordia Flacht bin, aber befriedigend. Ich kann sehen, was erreicht worden ist, und die Rückmeldungen der Vereine waren positiv. Fortbildungsangebote, wie zum Beispiel die Stimmbildung, wurden sehr gut angenommen. Dadurch sehen wir im Präsidium, dass Bedarf besteht und wir mit diesem Angebot auf dem richtigen Weg sind.

Welche Höhepunkte gab es?

Die Resonanz auf die Chortage im Juli 2010 war durchweg positiv. Ich selbst habe allerdings das Laufpublikum vermisst. Es war eine Veranstaltung mit großer Vielfalt und hierfür hätten wir uns größeren Zulauf gewünscht. Da zeitgleich die Tour de Ländle stattgefunden hat, sind die Chortage etwas untergegangen. Dass wir weiterhin Kompaktveranstaltungen machen möchten, darüber sind wir uns allerdings einig. Man könnte beim nächsten Mal auch das Leo-Center oder den Marktplatz mit einbeziehen.

Welche Schwerpunkte wollen Sie in der kommenden Zeit setzen?

Wir möchten auf jeden Fall weiterhin Fortbildung auf allen Ebenen anbieten. Bei den letzten Stimmbildungsseminaren hatten wir 90 Anmeldungen von Frauen und 60 von Männern - die Nachfrage ist hier sehr groß. Es wird aber zum Beispiel auch ein zweitägiges Seminar mit Marketing-Profis geben, ein weiteres für Pressereferenten mit einem Konzert und anschließender Berichterstattung, und für September ist eine Veranstaltung für Vereine vorgesehen, die sich mit dem Thema Zukunftsfähigkeit auseinander setzen möchten.

"Zukunftsfähigkeit" ist ja auch das Thema des Gau-Tages. Gibt es konkrete Pläne?

Wir haben schon bei der Volkshochschule nachgefragt, ob wir die Räumlichkeiten mit PC-Ausstattung für die Schulung von Vereinsfunktionären nutzen können. Es läuft auch bei den Vereinen zunehmend alles online. Wir bieten ihnen an, sie in diesem Bereich fitter zu machen; es soll zum Beispiel vermittelt werden, wie man mit einer Datenbank umgeht, wie man ein Protokoll schreibt oder einen Serienbrief erstellt. Wir wünschen uns, dass sich auch Nachrücker zutrauen, im Vorstand mitzuarbeiten. Im Moment ist diese Position bei vier Vereinen unbesetzt, Tendenz steigend.

Welche Bedeutung hat für Sie das Thema Kooperation, das viel diskutiert wird?

Das ist auch ein Gebiet, das wir auf jeden Fall deutlich ausbauen möchten. Der Liederkranz Höfingen ist schon federführend mit seiner Kooperation mit der Grundschule und dem Kindergarten. Der Vorsitzende Peter Feucht ist außerdem Singepate. In Fortsetzung der Dauerkooperation der Concordia Flacht mit der Grundschule unterstützt meine Stellvertreterin Sigrid Mayer seit drei Jahren den Schulchor. Außerdem ist sie Singepatin im Kindergarten.

Worin sehen Sie die Vorteile?

Hier gewinnen beide Seiten: Die Schule hat die Möglichkeit, sich vor einem größeren, externen Publikum zu präsentieren, weil die Konzerte von den Vereinen organisiert werden, und diese bekommen ebenfalls ein anderes Publikum. Schön wäre es, wenn wir die Eltern von der Wichtigkeit des Singens überzeugen könnten. Was die Eltern vorleben, geben sie ihren Kindern weiter. Deswegen möchten wir weitere Kinder-Eltern-Chöre ins Leben rufen, wie es zum Beispiel schon einen in Weil der Stadt gibt.

Gibt es konkrete Projekte?

Es soll mit der Chorjugend das Musical "Rechte für Kinder" erarbeitet und aufgeführt werden. Wir möchten die Vereine animieren, mit den Schulen deswegen in Kontakt zu treten. Es könnte ein Großprojekt daraus werden.

Welche Rolle spielt die Jugendarbeit?

Die Jugendarbeit möchte ich auf jeden Fall weiter fördern und hier an das anknüpfen, was meine Vorgängerin Christine Schultheiß angestoßen hat. Wiebke Huhs, die Chorleiterin der Concordia Flacht, will sich bei der Jugendarbeit, zum Beispiel bei der Stimmbildung, einbringen. Hier fehlen uns die Ehrenamtlichen, um das stemmen zu können, was wir vorhaben.

Wird die Vereinslandschaft des Kepler-Gaus bleiben, wie sie ist?

Auch hier wird sich einiges tun. Zum Beispiel möchten die Concordia Flacht und der Gemischte Chor Weissach fusionieren. Trotz vieler Verschiedenheiten böte ein solcher Zusammenschluss viele Chancen. Außerdem wird sich der Name des Kepler-Gaus ändern, zum Beispiel in Chorverband Region Leonberg oder Chorverband Johannes Kepler. Ab Herbst soll im Zuge dessen auch die Satzung überarbeitet werden.

Werden Sie bei den Präsidiums-Wahlen am Samstag wieder kandidieren?

Ja, ich werde mich für die Präsidentenwahl wieder aufstellen lassen.

Das Gespräch führte Gabriele Müller.

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