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"Wir wollen eine erste Hilfestellung geben"
"Filder-Zeitung", 24.05.2011 02:45 Uhr
Leinfelden-Echterdingen. Die Wirtschaftsförderung bietet künftig eine kostenlose Beratung für Existenzgründer an. Von Stefanie Käfferlein

In vollkommen unterschiedliche Richtungen zeigt der Wegweiser. Auf den blauen Schildern stehen in gelber Farbe Begriffe wie Eigenkapital, Steuern, Standort und Kredite. So sieht er aus, der Handzettel, der künftig für die Beratungsstunde für Existenzgründer wirbt.

Diese Beratung erhalten interessierte Bürger einmal in der Woche - immer donnerstags am Vormittag - von Christel Bernard. Bernard, die selbst in L.-E. wohnt, macht das ehrenamtlich. 30 Jahre lang hat sie in internationalen Konzernen als Führungskraft im Finanzwesen gearbeitet und in den vergangenen Jahren das Stuttgarter Gründerbüro unterstützt. "Nachdem ich aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden war, habe ich eine andere Aufgabe gesucht", sagt die Betriebswirtin. In Stuttgart werde der Service bis heute gut angenommen. Bernard war es, die die Initiative ergriffen und mit der Verwaltung Kontakt aufgenommen hatte. "Das war im vergangenen Jahr", erzählt Gisela Baudler von der Wirtschaftsförderung. Dort ist die neue Beratungsstelle angesiedelt. Die Verwaltung sieht das Angebot als Pilotprojekt. "Wir müssen sehen, wie sich das Ganze entwickelt", sagt Baudler. In einem halben Jahr wolle man eine erste Bilanz ziehen.

Leinfelden-Echterdingens Erster Bürgermeister Frank Otte betont, dass das neue Angebot diejenigen Angebote anderer Institutionen nicht ersetzen solle. "Wir wollen eine erste Hilfestellung geben." Der Wunsch unter den Menschen sei weiterhin ungebrochen, selbst für sich zu arbeiten. Damit das gelingen könne, müsse, so Otte, aber auch Einiges beachtet werden. "Die Weichen sollen nicht falsch gestellt werden." Das weiß auch Bernard, die in den vergangenen Wochen bereits zehn Beratungsgespräche geführt hat. "Manche Leute wollen wissen, wann und wie sie ein Gewerbe anmelden müssen oder eine GmbH gründen", sagt Bernard. Wieder andere treibe die Frage um, ob sie für ein Büro zuhause eine Sondergenehmigung brauchen und was beachtet werden muss, wenn ein Businessplan erstellt wird.

"Die Menschen müssen nach einem Gespräch mit mir wissen, was sie als nächstes zu tun haben", betont Bernard. "Oder aber sie müssen in Einzelfällen auch erkennen, dass es besser wäre, wenn es keinen weiteren Schritt gäbe." Aber auch diese Einsicht könne laut Otte durchaus als Erfolg betrachtet werden.

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