Yogalehrer aus Esslingen Seit Jahren nur noch Rohkost
Thomas Faltin, 18.07.2011 14:00 Uhr
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Vergesst den Kochtopf: Werner Baten sieht im Warmmachen der Speisen die Ursache vieler Krankheiten – er selbst hält seinen Körper mit Möhren, Äpfeln und Yoga rein. Foto: Gottfried Stoppel
Vergesst den Kochtopf: Werner Baten sieht im Warmmachen der Speisen die Ursache vieler Krankheiten – er selbst hält seinen Körper mit Möhren, Äpfeln und Yoga rein. Foto: Gottfried Stoppel
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Esslingen - Werner Baten kennt das Paradies, zumindest das irdische Paradies der Früchte, Kräuter und Gräser. Da ist die Cassia, eine große längliche Schote, deren schwarzes Mus herrlich nach Lakritz schmeckt. Da ist die Durian, vor der normal essende Menschen davonlaufen, weil sie einen süßlichen Gestank verströmt. Für Rohköstler ist sie ein Traum mit Geschmacksnoten zwischen Birne und Vanille. Da ist der frisch gepflückte Löwenzahn mit seiner herben Note. Und da ist das Weizengras, das der Yogalehrer Baten zu Saft presst, wenn die Ähren noch nicht ausgebildet sind: "Ein Schnapsgläschen davon, das ist ein echtes Lebenselixier."

Seit vier Jahren nimmt Werner Baten nur noch frische ungekochte Lebensmittel zu sich: Möhren, Äpfel, Salat, Blumenkohl. Er ist schlank, aber beileibe nicht schlaksig. Und sein fast faltenloses Gesicht, das kurze Haar und das offene Lächeln machen es schwer, Batens Alter zu schätzen. Selbst Schüler, die seit Jahren zu ihm in einen Yogakurs kommen, rätseln über die Zahl seiner Lenze. Ist er 45, oder doch schon 65? Dabei braucht man ihn nur zu fragen - vor wenigen Tagen ist Baten 60 Jahre alt geworden.

Früher litt er unter ständiger Müdigkeit

Dass aus einem Ingenieur, der alles gern bis auf die dritte Stelle hinterm Komma rechnet, ein Yogi geworden ist, der ein wenig über den Dingen schwebt, das hat seinen Ursprung schon in Batens Jugend. Während des Studiums hat er nie Nachmittagsvorlesungen besuchen können, weil er mit erschreckender Regelmäßigkeit eingeschlafen ist. Eine schwere graue Müdigkeit überkam ihn, und das lag nicht an den trostlosen Vorträgen über Heizung, Sanitär und Versorgungstechnik, sondern irgendwie, er wusste auch nicht wie, an seinem Körper. Kein Kaffee, kein Sport und auch kein zehnstündiger Nachtschlaf half gegen diese Müdigkeit. Später, als er für ein Planungsbüro den Bau eines Bankgebäudes am Stuttgarter Hauptbahnhof beaufsichtigt hat, und noch später, als er an der Universität Hohenheim für die ganze Wasser- und Heizungsanlage verantwortlich war, kämpfte er bei Konferenzen oft stärker gegen den Schlaf als gegen Kostengrenzen und Leitungsverluste. Fremde lächelten über diese Schwäche, Werner Baten litt darunter.

Schon während des Studiums hat er deshalb begonnen, mit seiner Ernährung zu experimentieren und Yoga zu üben; in den 90er Jahren hat er schließlich eine zweifache Ausbildung als Yogalehrer absolviert. Denn er ist bis heute überzeugt davon, dass in den Lebensmitteln und in der inneren Haltung der Schlüssel zur Gesundheit des Menschen liegt. Am Anfang hat er nur mittags das Fleisch weggelassen. Später wurde er Vegetarier. Er probierte die Makrobiotik aus, bei der man angeblich die Energie von Algen und Reis durch das Kochen aufschließt. Vor vier Jahren kam er schließlich durch ein Buch, das ihm eine Freundin zum Abschied schenkte, zur Rohkost. Auch diese Ernährungsweise hatte er eigentlich nur einige Monate ausprobieren wollen, doch längst ist sich Werner Baten sicher: "Wir brauchen lebendige Nahrung, und die muss roh und vollkommen naturbelassen sein. Alle gekochten Lebensmittel sind tot."

Kommentare (4)
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JUL
19
Alex, 11:44 Uhr

Rohköstler...

:-) Viel Spass mit den Sprossen ;-) Ich bin omnivor, lebe also gemäß meiner natürlichen Bestimmung. Ich verleugne nicht den Fortschritt der menschlichen Evolution und Genialität, die es geschafft hat, Nahrungsmittel leichter der Verwertung durch den Körper zugänglich zu machen. Ich genieße den Geschmack gut gewürzter und zubereiteter Speisen und bin froh darüber, dass ich nicht wie die alten Ägypter mit 40 an abgenutzten Zähnen zugrunde gehe. Und ich lebe und genieße das Leben.... Ganz ohne Anstrengung und Gedanken darüber, ob das jetzt auch "gut" für mich ist. Suum quique ....

-7
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JUL
18
weiblich 50+, 22:34 Uhr

Rohkost

Lebe seit 7 Jahren von Rohkost und deshalb nie krank. Toll Werner Baten, aber er ist nicht der Erfinder.

4
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JUL
18
heba, 16:41 Uhr

Jedem das Seine..

Wenn er lange genug lebt, kann auch er alt werden....

-6
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