Zeitung in der Schule: Gymnasium Rutesheim Ankommen, annehmen, anpacken

Von Lisa Irrgang und Luisa Gottwald 

Im Frühjahr hat sich in Weissach das Forum Asyl gegründet – viele Ehrenamtliche aus Weissach, die gemeinsam helfen, damit den Flüchtlingen das Ankommen leichter fällt. Es wird gemeinsam gearbeitet aber auch viel gefeiert.

Kickern, quatschen, reden: sich austauschen ist für viele Flüchtlinge besonders wichtig. Foto: Irrgang/Gottwald
Kickern, quatschen, reden: sich austauschen ist für viele Flüchtlinge besonders wichtig. Foto: Irrgang/Gottwald

Weissach - Das Forum Asyl in Weissach besteht aus vielen ehrenamtlichen Helfern, die in sechs verschiedenen Mitarbeiterteams die Integration und die Hilfe im Alltag der Flüchtlinge fördern. Die Initiatorin ist Magdalene Zipperlen, die über alles Bescheid weiß und die Fäden in der Hand hält.

Ein Mitarbeiterteam kümmert sich zum Beispiel um das Treffen International. Das Treffen findet mindestens einmal im Monat am Freitag zwischen 16 und 20 Uhr statt und bietet die Möglichkeit, dass Flüchtlinge und Bürger sich näher kennenlernen können und einen schönen Abend verbringen. Dort gibt es nicht nur Spiele, wie Tischkicker und Hockey, sondern auch immer ein Essensbuffet, das aus internationalen Spezialitäten zusammengestellt wurde. Das Essen wird von den Bürgern und auch von den Flüchtlingen vor Ort gekocht oder mitgebracht. Auch wir sind der Einladung, wie ungefähr hundert andere, schon nachgekommen und haben das Treffen sehr genossen. Es gibt ab und zu natürlich ein paar Kommunikationsschwierigkeiten, aber meist versteht man den anderen auch ohne viele Worte. Und zudem verstehen einige Flüchtlinge sehr gut Englisch oder können sogar ein paar Brocken deutsch.

Das Team „Ansprechpartner“ hilft weiter

Ein paar andere Helfer bilden das Team „Ansprechpartner“. Die Mitglieder dieses Teams werden je einem Zimmer aus dem Flüchtlingsheim zugewiesen. Ein Zimmer umfasst bis zu vier Flüchtlingen, die sich mit allen offenen Fragen oder diversen Problemen an den jeweiligen Ansprechpartner wenden können. Diese versuchen dann mit den bestehenden Möglichkeiten zu helfen. Oft schauen die Partner des jeweiligen Zimmers auch mal auf eine Tasse Tee vorbei.

Das „Kinderteam“ ist ein weiteres Mitarbeiterteam, das sich vor allem um die Betreuung des Kinderspielzimmers im Flüchtlingsheim kümmert. Das Spielzimmer bietet den Kindern die Möglichkeit in einem Raum ungestört toben und spielen zu können. Dieses Zimmer wird gerade mit Möbelspenden eingerichtet und nimmt langsam Form an.

Ein weiteres Team ist für die Spenden und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Sie pflegt die Homepage des Forum Asyls und ist für die Bekanntmachung von Informationen zuständig. Auf der Homepage kann man sich informieren, wie man sich selbst einbringen kann und in welchem Team man mithelfen möchte. Außerdem für die Organisation von Spenden. Für die gespendeten Kleider ist eine „Kleiderkammer“ entstanden, die jeden Montag und Dienstag geöffnet hat. Dort können sich nicht nur die Flüchtlinge, sondern auch alle anderen bedürftigen Leute einkleiden. Zuerst war die Kleiderkammer nur auf kleinen Raum und es war sehr rummelig. Doch schon bald ist diese umgezogen und ist zu einer kleinen, feinen „Boutique“ herangewachsen. Der Umzug hat viel Kraft und Zeit in Anspruch genommen, doch es hat sich sehr gelohnt. Die Bürger zeigen sich sehr bereitwillig und spenden nicht nur Massen an Kleidung sondern auch diverse Haushaltswaren. Und das entgegen aller Erwartungen, wie Katja Irrgang zu berichten weiß. Katja Irrgang ist der Ansprechpartner für das Mitarbeiterteam und die Kleiderkammer. Auch wir haben schon mit angepackt und die Kleidung sortiert und beim Herausgeben geholfen. Besondere Schwierigkeiten gibt es bei der Beschriftung der Klamotten, da die Schrift sich sehr unterscheidet, meint Katja Irrgang. Neben der Boutique befindet sich noch ein Raum, in dem alle zusammenkommen können und auch hier gibt es Kaffee und diverse Spiele.

Auf gleicher Wellenlänge

Im Team „Alltagshilfe“ dreht sich alles um den Alltag der Asylbewerber. Sie helfen diesen bei der Jobsuche und schreiben zusammen Bewerbungen. Auch für die Wohnungssuche engagiert sich das Team und sieht sich in der Umgebung nach freien Wohnungen um. Die Helfer fahren die Flüchtlinge auch zu Arztbesuchen , falls mal jemand erkrankt. Außerdem begleiten sie die Asylbewerber auch zu den Behörden. Also sie helfen den Flüchtlingen im Alltag wo sie nur können und sich in der vollkommen anderen Kultur zurechtzufinden. Den Wunsch der Flüchtlinge wieder ein selbstständiges Leben zu führen, versuchen sie mit allen Möglichkeiten zu erfüllen.

Zu der Integration gehört auch das Erlernen der fremden Sprache in dem neuen Land. Und um genau das kümmert sich das „Sprachteam“. Ein Intensivsprachkurs für Syrer, Iraner und Iraker umfasst 16 Wochenstunden. Das Erlernen der Sprache ist ein sehr schwieriger und zeitaufwändiger Teil der Integration, insbesondere weil auch viele noch kein Englisch sprechen können und auch viele Asylanten die ihnen angebotenen Kurse nicht besuchen. Und häufig werden auch die Asylbewerber, welche die Kurse besuchen, in andere Unterkünfte verlegt, sodass man immer wieder von null anfangen muss.

Abschließend kann man sagen, dass es dem Forum Asyl sehr wichtig ist das Integration auf einer Wellenlänge mit den Asylbewerbern stattfindet und man sich durch Kommunikation näher kennenlernt und auch vielen Bürgern die Angst vor dem Unbekannten genommen wird. Es ist zwar nicht immer leicht, und es treten auch viele Probleme auf, wie zum Beispiel neulich eine Schlägerei im Flüchtlingsheim, aber wenn man diesen Konflikten ins Auge blickt und versucht die Flüchtlingen zu integrieren hat man eine Chance darauf, zusammen zu leben, anstatt dass die Leute mit Migrationshintergrund oft in abgeschiedenen Stadtteilen, sogenannten Gettos leben zu lassen und die oft nicht einmal die Sprache können. Genau das möchte das Forum Asyl verhindern und wir denken dieses Konzept ist ein guter Weg zur Integration und auch all die Mühen wert.