Zeitung in der Schule: Gymnasium Rutesheim Ja und Amen mit doppeltem Boden

Von Von Amelie Lang und Chiara Maistrelli 

Das Prinzip „Der Ja-Sager“ ist sehr beliebt. Viele kennen das gleichnamige Buch und den dazugehörigen Film sowie Teile der TV-Show „Circus Halligalli“, bei denen die Moderatoren sich ebenfalls dieser Aufgabe stellen. Die Aufgabe ist eigentlich einfach: man muss eine bestimmte Zeit lang auf alle Fragen mit „Ja“ antworten. Die beiden Schülerinnen des Gymnasiums Rutesheim haben einen Tag lang „Ja-Sager“ gespielt – und wurden vor einige Schwierigkeiten gestellt.

Joko (rechts) und Klaas haben es perfektioniert: das Ja-Sager-Prinzip. Foto: dpa
Joko (rechts) und Klaas haben es perfektioniert: das Ja-Sager-Prinzip. Foto: dpa

Rutesheim - Die Ja-Sager

Das Prinzip „Der Ja-Sager“ ist heute sehr beliebt. Viele kennen das gleichnamige Buch und den dazugehörigen Film sowie Teile der TV-Show „Circus Halligalli“, bei denen die Moderatoren sich ebenfalls dieser Aufgabe stellen. Die Aufgabe ist eigentlich einfach: man muss eine bestimmte Zeit lang auf alle Fragen mit „Ja“ antworten. Die beiden Schülerinnen des Gymnasiums Rutesheim haben einen Tag lang „Ja-Sager“ gespielt – und wurden vor einige Schwierigkeiten gestellt.

Auf Fragen wie „Hast du ein Blatt für mich?“ oder „Hast du das verstanden?“ mit „Ja“ zu antworten, obwohl das nicht der Fall war, führte zwar zu einigen Missverständnissen oder einem verwirrten Blick, war aber ansonsten kein weiteres Problem. Doch als einer von uns im Supermarkt gefragt wurde, ob er mit Kreditkarte zahlen möchte, obwohl er nur Bargeld dabei hatte, wirkte die Verkäuferin schon sehr genervt:

„Also möchten sie bar zahlen?“ – „Ja“

„Sie wollten doch eben noch mit Kreditkarte zahlen!?“ –„Ja“

„Also doch?“- „Ja“

„Nun gut, dann müssen sie ihre Karte.. . .“ – „Aber die hab ich doch gar nicht dabei, ich hab nur Bargeld.“

Die Verkäuferin beim Bäcker profitierte jedoch von unserem Projekt. Auf die Frage „Darf’s sonst noch was sein?“ fiel selbstverständlich dieselbe Antwort: „Ja“

Für uns persönlich am unangenehmsten war, dass wir widerstandslos im Haushalt helfen mussten. Unsere Mütter waren darüber überrascht, aber auch hoch erfreut. Auf die häufig gestellten Fragen „Kannst du die Spülmaschine ausräumen?“, „Kannst du Sprudel aus dem Keller holen?“ und „Räumst du das Bad auf?“ fiel ein sofortiges „Ja“ anstelle des unmotivierten Gegenteils.

Auch wenn wir am Ende des Tages nicht wie im Film unsere große Liebe gefunden haben oder sich uns unerwartete Möglichkeiten offenbarten, haben wir dennoch einige Erkenntnisse gesammelt:

Wir verwenden im Alltag zwar möglicherweise zu oft die Antwort „Nein“, dennoch ist dieses Wort manchmal unvermeidlich, um die Wahrheit auszudrücken.

Auch wenn uns dieses Experiment für einen Tag Spaß bereitet hat, auch weil wir außer einem zutiefst bösen Blick der Kassiererin in keine größeren Schwierigkeiten gerieten, können wir uns nicht vorstellen auf Dauer nur mit Ja zu antworten.

Für das Verständnis in einer normalen Konversation ist das „Ja-Sager-Prinzip“ eher ein Hindernis.

Eine unserer Mütter fragte uns am Ende des Tages ob wir nicht noch zum Abrunden des Ganzen ein Zitat einbringen möchten. Auf große Begeisterung stieß dieser Vorschlag bei uns zwar nicht, aber dennoch:

„Mit leerem Kopf nickt es sich leichter“, sagt Zarko Petan, ein Schriftsteller aus dem ehemaligen Jugoslawien.