Zeitung in der Schule: Gymnasium Rutesheim Lebt die Biene Maja auch morgen noch?

Von Lena Schenk 

Urbanes Imkern steht hoch im Kurs – aber die fleißigen Bienen haben große Not. Und schuld daran ist der Mensch, wir vergiften diese unglaublich wichtigen kleinen Helfer seit Jahren.

Das erste Honigernten ist ein besonderes Abenteuer. Foto: privat
Das erste Honigernten ist ein besonderes Abenteuer. Foto: privat

Rutesheim - Die fleißige Biene – sie ist sprichwörtlich. Doch wissen wir auch, mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben? Trotz schlimmer Einwirkungen des Menschen auf die Natur arbeiten die kleinen Helfer stets Tag und Nacht zugunsten des Menschen. Deshalb muss der Mensch sie schützen.

Wenn man an eine Biene denkt, ist das erste, was einem in den Sinn kommt wahrscheinlich der leckere Honig. Bei diesem Gedanke wundert man sich doch glatt, wie diese winzigen Lebewesen durch gute Zusammenarbeit solch ein großartiges Produkt hervorbringen konnten. Aber die fleißigen Insekten tragen noch wesentlich mehr für uns und unsere Umwelt bei. Denn wie würde unser Speiseplan ohne jegliche Früchte aussehen, die aus einer Blüte zur genießbaren Frucht wurden und nun 35 Prozent unseres Essens ausmachen?

Schuld ist der Mensch

Bienen sind nicht nur für die Bestäubung von ungefähr zwei Dritteln unserer Nahrungspflanzen zuständig, sondern auch viele Natur- und Wildpflanzen sind auf die Bestäubung der Bienen angewiesen. Ohne die Bestäubung der Bienen bilden die Pflanzen keine Samen, die wiederum die Grundlage zum Fortbestand der Pflanzen sind und damit auch unzählige Vögel und Kleinstlebewesen satt macht. Wie man erkennen kann, würde ohne die Bienen der ökologische Kreislauf zusammenbrechen. Und damit dieser auch noch lange Zeit bestehen bleiben kann, muss der Mensch etwas tun, weil: Die Bienen sind bedroht. Schon 7 Prozent der 560 verschiedenen Wildbienenarten in Deutschland sind ausgestorben. 300 davon stehen auf der roten Liste, die vom Aussterben bedroht sind. Schuld daran ist der Mensch.

Neonicotinoide, das sind hochwirksame Insektizide, die synthetisch hergestellt wurden und zur Bekämpfung gegen Pflanzenschädlinge eingesetzt werden halten aber nicht nur Schädlinge ab, sondern ziehen Bienen förmlich an. Das wirkt dann bei Bienen wie Nikotin im Gehirn eines Menschen. So folgt daraus, dass das Gift das Nervensystem der Bienen angreift und die Bienen keine Orientierung mehr haben und es sogar die Lernfähigkeit der Bienen beeinträchtigt. Weitaus schlimmer ist jedoch, dass Neonicotinoide chronische Effekte auf Bienen haben, das wiederum die Lebensdauer einer Biene verkürzt und zur geringeren Fortpflanzungsrate führt, aber zuletzt auch zum sofortigem Tod. Dass nun das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat, welches vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für ungefährlich eingestuft wurde und im Volksmund auch besser als „ Roundup“ bekannt ist, von der EU zugelassen wurde, ist der falsche Schritt für Bienen und Umwelt.

Bestäubung bald von Hand?

Ein weiteres Problem besteht darin, dass Nutzpflanzen meist nur in Monokulturen angebaut werden und es an der Vielfalt der Arten mangelt. Dadurch Fehlen den Bienen eine Menge an verschiedenen Nährstoffen, weil nicht jede Blüte dieselben Nährstoffe enthält. Aber dass es nicht schon reicht immer dieselben Pflanzen auf einer Fläche anzubauen, gibt es auch noch immer weniger natürliche Wiesen, weil Bauern diese für ihre Silage nutzen. Auch auf Rasen und Parkflächen finden die Bienen nicht genügend Nahrung. So kann es vorkommen, dass ein Bienenvolk mitten im Sommer verhungert.

Und damit wir nicht bald auch noch per Hand – wie das teilweise in China bereits gemacht werden muss – unsere Bäume bestäuben müssen, kann jeder mithelfen einen kleinen Teil zur Erhaltung der Bienen beitragen. Mit bienenfreundlichen Kräutern, Blumen und Sträuchern kann jeder seinen Garten oder den Balkon verschönern. Dabei muss aber unbedingt darauf geachtet werden keine Unkrautgifte zu verwenden. Wer Bauern unterstützen will, die keine Pestizide verwenden, sollte biologische Lebensmittel aus der Region kaufen. Das gilt auch für den Honig. Nicht zuletzt kann man den Bienen auch einfach ein Schälchen gefüllt mit Wasser herausstellen denn auch Bienen haben Durst. Wer die aufwendigere Variante bevorzugt oder gerne handwerklich tätig ist, müsste auch kein Problem damit haben ein Bienenhaus zu bauen. Über einen kleinen Geldbetrag würden sich auch viele Organisationen, die Projekte zum Schutz von Bienen anbieten, freuen. Oder man beginnt einfach selbst mit der Imkerei. Und wer dennoch denkt, dass man für das Imkern auf dem Land wohnen muss, hat sich gewaltig geirrt, denn das urbane Imkern liegt derweil im Trend.