Zeitung in der Schule: Gymnasium Rutesheim Neuer Platz für altes Fest

Von Colin Heck 

Die traditionelle Kirbe in Weissach war in Gefahr – die alte Veranstaltungshalle stand nicht mehr zur Verfügung. Aber in der Strudelbachhalle hat das für Weissach wichtige Fest eine neue Heimat gefunden.

Dort fand die Weissacher Kirbe seit dem Ende der 1940 Jahre statt – seit diesem Jahr nicht mehr. Foto: Colin Heck
Dort fand die Weissacher Kirbe seit dem Ende der 1940 Jahre statt – seit diesem Jahr nicht mehr. Foto: Colin Heck

Weissach - Seit über 60 Jahren findet die Kirbe jeden Herbst traditionsgemäß in der alten Festhalle in Weissach statt. Dieses Jahr wird das leider nicht der Fall sein, denn ein alter Vertrag aus dem Jahr 2004 besagt, dass die Firma Wöhr eine zehn Jahre befristete Kaufoption hat, die sie bis kurz vor Vertragsende im Januar 2015 nutzte.

Doch beginnen wir einmal ganz am Anfang der Geschichte der alten Festhalle. Bei einer Jahreshauptversammlung am 20. November 1926 stellte der Vorstand des TSV Weissach erstmals die Idee einer Turn- und Festhalle in Weissach vor. Da allerdings das nötige Geld fehlte, gab man diese Idee an die Gemeinde weiter. Nach fünf Jahren, am 5. Januar 1933, standen dann 15 360 Reichs-Mark von Seiten des TSV Weissach zur Verfügung. Man begann also mit dem Bau, und am 22. September 1935 ging ein langersehnter Wunsch vieler Weissacher in Erfüllung. Die Festhalle wurde eingeweiht. Viele Vereine, aber auch Privatpersonen haben sie regelmäßig genutzt. Seit Ende der 1940er Jahre wurde darin auch jedes Jahr die Kirbe gefeiert. Bei diesem Fest lernten sich viele Leute in den Katakomben an der berühmten Bar kennen. Manche dieser Freundschaften, oder sogar Ehen, halten bis heute. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden dort Flüchtlinge untergebracht.

Vor einigen Monaten beschloss der TSV Weissach, der auch das erste Fest in der Halle veranstaltet hatte, auch das letzte Fest in der ehrwürdigen Halle zu feiern. Am 19. März 2016 fand die „Abrissparty“ der alten Festhalle statt. Als Highlight trat sogar Bürgermeister Daniel Töpfer als DJ auf und heizte der Halle zum letzten Mal richtig ein. Da aber der Vertrag von 2004 auch besagt, dass die Gemeinde den Abriss unternehmen muss, hat die Firma Wöhr ihr bis zum 30. April 2016 Zeit gegeben die Halle abzureißen. Doch wohin jetzt mit der Kirbe? Bis jetzt ist noch unklar, wohin das Fest verlegt werden soll. Es steht nur fest, dass die lange Tradition der Kirbe in der alten Festhalle zu Ende gehen wird.

(Anmerkung der Redaktion: Die Kirbe stieg in diesem Jahr in der Strudelbachhalle.)