Ziel: eine Million Regierung setzt auf E-Autos
dpa/apn, 03.05.2010 19:14 Uhr
Setzen auf das Elektroauto: Wirtschaftsminister Rainer Brüderle, Eon-Chef Klaus-Dieter Maubach, VDA-Präsident Matthias Wissmann, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (von links). Foto: dpa
Setzen auf das Elektroauto: Wirtschaftsminister Rainer Brüderle, Eon-Chef Klaus-Dieter Maubach, VDA-Präsident Matthias Wissmann, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (von links). Foto: dpa
Berlin - In zehn Jahren sollen eine Million Autos auf deutschen Straßen mit Strom fahren. Das ist das Ziel der Nationalen Plattform Elektromobilität, für die Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag in Berlin den Startschuss gab. In dem Gremium wollen die Hauptakteure – von den Autohersteller über Vertreter der Energiewirtschaft bis hin zu Bildungsexperten – gemeinsam nach Wegen hin zu einer sauberen Form der Mobilität suchen.

Subventionen für den Kauf eines Elektroautos soll es in Deutschland aber nicht geben. Merkel sagte, die künftige Mobilität müsse "ressourcenunabhängiger, umweltfreundlicher, nachhaltiger" sein und den Klimawandel begrenzen. Deutschland habe "sehr, sehr gute Voraussetzungen, mit den weltweiten Entwicklungen mitzuhalten". Ziel sei es, dass 2020 jeder 45. Wagen auf deutschen Straßen ein Elektroauto ist. Auf Basis der Plattform unter dem Vorsitz von Henning Kagermann von der Nationalen Wissenschaftsakademie Acatech, Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba und Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann wird es sieben Arbeitsgruppen geben. Sie beraten über Probleme von der Batterietechnik bis hin zur Entwicklung gemeinsamer Standards.

Verkehrsminister Peter Ramsauer nannte es eine typisch deutsche Diskussion, dass bereits über staatliche Kaufprämien spekuliert werde, bevor das erste Elektroauto in Großserie gegangen sei. Elektroautos müssten künftig so begehrt sein wie neue Handys. "Ich setze auf die Attraktivität dieser Produkte", sagte der CSU-Politiker. Auch Wirtschaftsminister Rainer Brüdele lehnte Kaufprämien ab. "Wir müssen nicht den französischen Weg gehen", erklärte Brüderle. Frankreich hat mehrere Tausend Euro als Kaufanreiz in Aussicht gestellt.

Wissmann: Teure Batterien sind ein Problem


Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, sagte, es gebe angesichts der internationalen Konkurrenz bei Elektroautos "überhaupt keinen Grund, Furcht und Schrecken zu haben". Die teuren Batterien seien aber immer noch ein Problem. Sie machten heute den Preisunterschied von rund 10.000 Euro im Vergleich zu einem herkömmlichen Wagen mit Verbrennungsmotor aus. Diese Differenz könne aber bis 2010 auf 7000 oder sogar 5000 Euro gesenkt werden.

Industrie und Regierung haben sich darauf verständigt, bisher schon zugesagte Forschungsmittel bis 2013 gezielt in die Entwicklung des Elektroautos stecken zu wollen. Erst nach einer Zwischenbilanz des Elektromobilitätskonzepts soll über den Umfang von Beiträgen zur Förderung von Forschung und Entwicklung entschieden werden.

Die Chefs von Daimler und BMW, Dieter Zetsche und Norbert Reithofer, haben sich gegen den Vorwurf zur Wehr gesetzt, die Entwicklung des Elektroautos verschlafen zu haben. Es sei eine Art Volkssport, der Autoindustrie "Schlafmützigkeit" vorzuwerfen, klagte Zetsche. Wie es hieß, wollen die Autobauer in den nächsten Jahren voraussichtlich rund 20 Milliarden Euro pro Jahr in Forschung und Entwicklung investieren. Ein maßgeblicher Teil davon solle in kraftstoffeffiziente Fahrzeuge und andere energiesparende Maßnahmen fließen.
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