Zom Bäcka Dais Weinstube mit Bäckerei-Vergangenheit
Daniela Eberhardt, vom 01.02.2010 06:00 Uhr
Geschäftsführer Stephan Vetter schenkt seinen Gästen gern ein Viertele ein. Foto: Zweygarth
Stuttgart - Das Sofa ist aufgepolstert, die Pendeluhren und Lampen entstaubt. Trotz dieser Zutaten ist die Weinstube Zom Bäcka Dais kein plüschiges, sondern ein angenehm helles Lokal. Auf den Holztischen liegen braune Stoffläufer. An den Wänden erinneren großformatige Fotos an die Bäckerei-Vergangenheit. Das Brot steht in dekorativen Papiertüten auf dem Tisch. Wer zur Tür herinkommt, wird von einem Arrangement aus Mohnblüten und Rosen begrüßt. "Wenn man Gäste hat, geht man eine Verpflichtung ein", erklärt Reiner Herzog-Schmitt.
Wer hätte es gedacht: der im September wiedereröffnete Bäcka Dais ist eine Männerwirtschaft. Neben Herzog-Schmitt, den viele Stuttgarter vom Irma La Douce kennen, leitet Uwe Mack den herzlichen Service. Küchenchef ist Peter Gengenbach, der einige Jahre den Partyserice von Peter Böhm geleitet hat. Betrieben wird das Lokal von der Eventagentur PerEx, die Stephan Vetter, Christoph Arnold und Marcus Moroff gehört.Bevor uns vor lauter Namen schwindelig wird, streichen wir uns das spendierte Schmalz aufs Brot. "Traditionell genießen" hat sich das Lokal in die Unterzeile geschrieben, dazu gehören hausgemachte Fleischküchle ebenso wie Maultaschen - das Rezept stammt von Uwe Macks Großmutter, und man schmeckt, dass die "Fülle" aufwendig ist: Hackfleisch, Brät, gerauchte Schinkenwurst, gschmälzte Zwiebeln, Spinat. Bloß der Kartoffelsalat dazu dürfte "schlonziger" sein ( 6,50 Euro).
Beim Trollingersößle gehen die Meinungen auseinander
Die Currywurst verdankt sich dem Vorgängerlokal, das nach weniger glorreichen Zeiten mehr als ein Jahr geschlossen war. "Wir wussten nicht, ob die Gäste zum Essen kommen oder zum Vespern", sagt Gengenbach. Auch ein Imbiss kann edel sein: Die hautlose Bratwurst ist fester als gewohnt, der fruchtige selbst gemachte Curryschaum dazu ein Traum, die Salatdeko meisterlich. Und das für 3,90 Euro.
Rostbraten muss natürlich sein, er stammt vom Weiderind, das allerdings etwas mürber hätte sein können. Beim Trollingersößle gingen die Meinungen auseinander, bei den Bratkartoffeln waren sie wieder vereint: "wunderbar kross" (15,90 Euro) . Die Maispoulardenbrust war schön saftig, die Haut fein gewürzt. Sie musste fast ankämpfen gegen den Schafskäse und die roten Bohnen in den frischen und sonst tadellosen Blattsalaten (8,50 Euro).
Ab und zu kommt die Oma vorbei
Neben den Standardgerichten stehen abends zwei saisonale Alternativen auf der Tafel, das kann etwa ein Seefteufelfilet sein oder geschmorte Kalbsbäckchen, außerdem gibt's einen Mittagstisch. Bei den Getränken sind die Nachbarn präsent, etwa beim offen ausgeschenkten soliden Riesling von den Cannstatter Weingärtnern (4,40 Euro das Viertel). Wer mag, darf aber auch Italiener trinken. Und das Bier stammt von der Schönbuchbrauerei.
Die Namensgeber des Lokals, die Familie Dais, wohnt übrigens noch in dem denkmalgeschützten Haus. Ab und zu kommt die Oma vorbei, setzt sich unter ihr Konterfei an den Tisch und freut sich, dass das Lokal in liebevolle Hände gekommen ist.
Zom Bäcka Dais, Austraße 12, 70376 Stuttgart, Telefon 698869. Dienstag Ruhetag. Geöffnet von 11.30 bis 23 Uhr.
http://www.zom-bäcka-dais.de
Bewertung
Küche: ***
Service: ****
Ambiente: ****
***** = herausragend, **** = überdurchschnittlich, *** = gut, ** = Luft nach oben, * = viel zu verbessern
Die Beurteilung berücksichtigt auch das Preis-/Leistungsverhältnis. Das günstige Lokal um die Ecke wird nach anderen Kriterien bewertet als ein Sternerestaurant. Der Test gibt Aufschluss über die Tagesform der Küche.
@ TEW: Gerne helfen Ihnen hier aber die Betreiber weiter:
Bezahlt werden kann bei uns auch mit EC-Karte, Kreditkarte (master & visa), Bargeld wird, insoweit amtlich anerkanntes Zahlungsmittel, auch akzeptiert. :-)
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Ihr Bäcka Dais Team
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FEB
03
01:04 Uhr, geschrieben von TEW
Und wieder..
...verschweigt Daniela Eberhardt wie nun bezahlt werden soll. Ist es denn so abwegig, in einer ordentlichen Gastrokritik zu informieren, ob ich nur bar, mit EC oder Kreditkarten oder mit Monopolythalern bezahlen soll?