Zugausfälle Bahn will pünktlicher werden – durch längere Haltezeiten

Von  

Bis 2018 will man pünktlichster Anbieter sein, sagt der Chef der Regionalleitung Baden-Württemberg der Bahn, David Weltzien. Helfen sollen dabei längere Haltezeiten und frühere Abfahrten.

Die Umsteigezeiten seien zu knapp, heißt es bei der DB Regio Baden-Württemberg. Foto: Achim Zweygarth
Die Umsteigezeiten seien zu knapp, heißt es bei der DB Regio Baden-Württemberg. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Mit dem Verkehrsministerium hat die DB Regio vor gut zwei Wochen ihre verbesserte Bilanz bei der Pünktlichkeit vorgestellt. Im Gespräch mit unserer Zeitung legte David Weltzien, Chef der DB Regio, am Donnerstag nach: „Wir sind in den letzten sieben Wochen bei den Zugausfällen stabil unter einem Prozent geblieben, bei der Pünktlichkeit lagen wir im baden-württembergischen Mittel um 93 Prozent.“

Es gebe aber Schwankungen, etwa wegen des Frühlingsfests. Weltzien stellte das Ziel auf, bis Ende 2018 bei der Pünktlichkeit „unter den Regionen in Deutschland Nummer eins“ zu werden. Er lobte die Zusammenarbeit mit Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) beim Krisenmanagment seit dem „turbulenten“ Herbst 2016 – die wöchentlichen Treffen werden im Vier-Wochen-Rhythmus fortgesetzt. Aber Weltzien hat auch einen Vorschlag, was die Fahrpläne anbelangt, der ihm sehr am Herzen liegt: „Wir brauchen mehr Robustheit in den Fahrplänen, wir brauchen zeitliche Puffer.“

Filstalbahn weiter kritisch

In der Schweiz etwa gebe es Haltezeiten von drei bis vier Minuten, auf der noch „kritischen“ Filstalbahn betrage die Haltezeit 30 Sekunden. Da genüge ein Einstieg mit drei Fahrrädern, um Verspätungen auszulösen. „Stuttgart 21 gibt uns eine Chance, von dieser Jagd nach Sekunden weg zu kommen hin zu stabilen Systemen.“

Die Kriterien für den Fahrplan werden bereits bei der Ausschreibung der Strecke vom Land ausführlich definiert. Die Verkehrsunternehmen, auch DB Regio, garantieren die Einhaltung der Fahrpläne. David Weltzien regte an, weniger Wert auf die Minuten zu legen als auf die Anschlusssicherheit. Den Fahrgästen sei es wichtiger, einen Anschlusszug zu erwischen, als ein paar Minuten länger unterwegs zu sein. Ab 2. Mai fahren einige Regionalzüge auf der Filstalbahn morgens bis zu fünf Minuten früher ab: Auch das soll mehr Pünktlichkeit bringen.