| Zeitungsgruppe Stuttgart |Sonntag, 12. Februar 2012
Politik
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Zusatzbeiträge für Versicherte Kritik an Krankenkassen

dpa/rtr/apn, vom 28.01.2010 07:49 Uhr
 Foto: dpa
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Berlin - Das Bundeskartellamt will das Vorgehen von acht gesetzlichen Krankenkassen prüfen, die fast zeitgleich Pläne für Zusatzbeiträge angekündigt haben. "Wir schauen uns das sehr genau an", sagte ein Sprecher der Wettbewerbshüter am Mittwoch in Bonn. Auch die Kassen unterlägen zumindest teilweise dem Kartellrecht.

Mit raschen Verfahren der Kartellwächter gegen die Versicherer ist jedoch nicht zu rechnen, denn für ein Vorgehen gegen öffentliche Unternehmen gibt es Hürden. Auch das Bundesversicherungsamt (BVA), dem die Rechtsaufsicht über bundesweite Kassen obliegt, kündigte an, es werde bei der Genehmigung genau prüfen, ob die geforderten acht Euro dem jeweiligen Bedarf angemessen seien.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach Angaben von Teilnehmern in der Unionsfraktionssitzung, man müsse sich genau anschauen, was die Kassen vorhätten. Zusatzbeiträge seien zwar die geltende Rechtslage, sagte der Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Die Kassen dürften es sich aber "nicht einfach damit machen".

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hält die Erhebung von Zusatzbeiträgen zum 1. Februar gar für rechtswidrig, weil eine Krankenkasse ihre Mitglieder spätestens einen Monat, bevor der erste Beitrag fällig werde, auf die Erhöhung hinweisen müsse. Dagegen sieht der scheidende baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) in der Ankündigung zusätzlicher Beiträge die Chance auf mehr Wettbewerb unter den Kassen um Leistungen und Beitragssätze.

Krankenkassen weisen Vorwürfe zurück


Die gesetzlichen Krankenkassen wehren sich gegen den Vorwurf illegaler Preisabsprachen im Zusammenhang mit den Zusatzbeiträgen. "Wir sehen keine kartellrechtlichen Schwierigkeiten", sagte der Sprecher des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherung, Florian Lanz. Dass gerade jetzt über die Extrabeiträge geredet werde, hänge damit zusammen, dass das Bundesversicherungsamt die Krankenkassen aufgefordert habe, sich bis Ende Januar zu melden.

Die nahezu einheitliche Höhe von acht Euro bei den angekündigten Zusatzbeiträgen sei zudem eine logische Konsequenz aus den gesetzlichen Rahmenbedingungen, weil höhere Beträge mit einem weitaus höheren Verwaltungsaufwand verbunden seien, sagte Lanz.

Der Verbandssprecher widersprach Äußerungen, wonach die Fristen zur Ankündigung der Zusatzlasten für die Versicherten nicht eingehalten worden seien. Die Mitglieder müssten erst einen Monat vor Fälligkeit der Zusatzbeiträge informiert werden. Wenn diese zwar ab Februar erhoben, aber erst zur Mitte des Folgemonats fällig würden, reiche eine Ankündigung bis zum 15. Februar aus. Für die Versicherten gelte dann vier Wochen lang ein Sonderkündigungsrecht. Nach der Kündigung sind sie zwar weitere zwei Monate an ihre alte Kasse gebunden, doch müssen sie den Zusatzbeitrag nicht bezahlen.

Diese Krankenkassen garantieren, dass es bei ihnen 2010 keine Zusatzbeiträge geben wird »
Kommentare (3)
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JAN
29
18:02 Uhr, geschrieben von zweischneidiges
Schwert
Ob eine Senkung der MwSt. auf 7 % wirklich was bringt, außer noch mehr Steuerausfällen? Das Geld fehlt dann ja wiederum dem Staat und die Arznei wird doch eigentlich gar nicht billiger, dass ist doch so oder? Dann zahlt der Steuerzahler am Ende ja doch. Und die Pharmaindustrie hat dadurch sowieso keine Einbußen. Und wer garantiert dafür, dass die Kosten dann nach ein paar Jahren nicht wieder das gleiche Niveau erreichen? Was ändert sich an der Ineffektivität der Krankenkassen?
JAN
28
15:22 Uhr, geschrieben von Detlef von Seggern
Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung.
Acht Euro mögen zwar für den einen, wie anderen nur ein Pappenstiel sein. Für diejenigen aber, welche mit jedem Cent rechnen müssen, ist dies viel Geld. Aber darauf nehmen ja die Krankenkassen keinerlei Rücksicht. Genausowenig wie ein "scheidender" Günther Oettinger, welcher sich mit seiner Aussage, (für mehr Wettbewerb, unter den Kassen) gewiss keine weiteren "Freunde" gemacht hat. Was aber auch in seinen Augen völlig bedeutungslos ist, da er Baden-Württemberg, sowie den Rücken kehrt. Die Krankenkassen , nehmen diesbezüglich lieber einen enorm hohen Verwaltungsaufwand in Kauf, welcher sich natürlich, niemals rechnet! Bekamen doch die Krankenhäuser, wie auch die Ärzte, in letzter Zeit mehr Geld, von den Gewinnen der Pharmaindustrie, ganz zu schweigen. Irgendwie müssen ja diese zusätzlichen Ausgaben, wider reingeholt werden. Und, wer muß wie gewohnt, dafür herhalten !? Hier sollten erstmal, die Funktionäre in den Chefetagen, der verschiedenen Krankenkassen,um einiges kürzer treten, und mit "bestem" Beispiel vorangehen gehen, bevor immer wieder der kleine Mann, zur Kasse gebeten wird! Aber, dies dürfte auch nur ein Wunschdenken sein, wie auch bleiben!
JAN
28
09:46 Uhr, geschrieben von Paracelsus
7 % auf Arzneimittel - wie auf Hotelübernachtungen!
Die Mövenpick-Partei FDP hat den Hoteliers mehr als eine Milliarde zukommen lassen. Nun ist es an der Zeit, dass die verantwortungslos hohe MWSt. von 19 % auf Arzneimittel fallen muss - auch auf 7 %! Das wäre eine Entlastung für die unteren Einkommensschichten, nicht für die Milliardäre Finck und Co., die unseren Staat nur zum Melken benützen. Und die dabei noch eine "demokratische" Partei finden, die diese Ausplünderung begeistert mitmacht - die FDP ...
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