Zwei Menschen sterben Reisebus bei Ulm verunglückt
dpa/lsw, Fotos dpa/ddp, 14.03.2010 19:28 Uhr
 Foto: dpa
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Neu-Ulm/Kempten - Bei einem schweren Busunglück in der Nähe von Ulm sind am Sonntagmorgen zwei Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 30 wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Auf der Autobahn 8 war nach Angaben der Kemptener Polizei ein aus Baden-Württemberg kommender und mit 51 Personen besetzter Reisebus von der Fahrbahn abgekommen und eine Böschung hinunter gestürzt. Vermutlich hat ein Fahrfehler das Unglück ausgelöst. Grund dafür könnte ein Hustenanfall eines Passagiers gewesen sein. Bei den Toten handelt es sich um eine Frau und einen Mann.



Die 49-köpfige Reisegruppe aus dem Schwarzwald war auf dem Weg in den Urlaub ins kroatische Istrien, als der Bus um kurz nach 6.00 Uhr zwischen Ulm Ost und Oberelchingen im Bereich der Raststätte Seligweiler die etwa zwei Meter tiefe Böschung neben der Fahrbahn hinunterstürzte und auf der Seite liegen blieb. Dabei barsten die Fensterscheiben des zweistöckigen Fahrzeugs, Teile des Gepäcks flogen aus dem Laderaum. Auch Treibstoff lief aus.

Der etwas mehr als drei Jahre alte Bus aus dem Kreis Villingen-Schwenningen sei bei dem Unfall umgekippt und etwa 50 Meter weiter gerutscht, sagte Polizeisprecher Christian Owsinski. An der Unfallstelle in der Nähe der baden-württembergischen Landesgrenze auf bayerischer Seite waren etwa 160 Helfer von Feuerwehr, Polizei, Rettungskräften und Bundeswehr im Einsatz, zudem zehn Hubschrauber und zahlreiche Rettungsfahrzeuge.

Die mehr als 20 Leichtverletzten wurden an einer nahen Raststätte versorgt. Die Polizei zählte bis zum Nachmittag 16 Schwerverletzte, die in verschiedene Kliniken gebracht worden waren. Darunter war auch eine 53 Jahre alte Frau mit lebensgefährlichen Verletzungen. Das verunglückte Fahrzeug wurde wieder aufgerichtet und für weitere Untersuchung sichergestellt. Auf Wunsch der Staatsanwaltschaft Memmingen wurde ein Unfallgutachter zu den Ermittlungen hinzugezogen. Nach bisherigen Erkenntnissen lag kein technischer Defekt an dem Reisebus vor.

Einer der beiden Fahrer soll laut Polizei erste Angaben zum Hergang des Unfalls gemacht haben. Demnach lenkte möglicherweise der Hustenanfall eines Passagiers den zum Zeitpunkt des Unglücks am Steuer sitzenden 37 Jahre alten Fahrer ab. In der Folge könnte der Mann einen Fahrfehler begangen und so den Unfall verursacht haben.

Die Autobahn 8 musste aufgrund der Rettungsmaßnahmen zunächst für zwei Stunden in beide Richtungen komplett gesperrt werden. Am Mittag wurde auch die zuletzt noch gesperrte Fahrtrichtung München wieder für den Verkehr freigegeben.

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