Zwei Tage Glaube und "Fair Play"

Von "Leonberger Kreiszeitung" 

Rutesheim Das Evangelische Jugendwerk Württemberg, das Leonberger Bezirksjugendwerk und der CVJM Rutesheim haben am vergangenen Wochenende den Landesspieltag veranstaltet. Von Linda Mayer

Rutesheim Das Evangelische Jugendwerk Württemberg, das Leonberger Bezirksjugendwerk und der CVJM Rutesheim haben am vergangenen Wochenende den Landesspieltag veranstaltet. Von Linda Mayer

Etwa 900 Aktive aus ganz Württemberg sind am Wochenende zum Landesspieltag nach Rutesheim geströmt. 110 Mannschaften haben sich auf dem Sportgelände Bühl gemessen - in Sportarten wie Fußball, Handball, Indiaca, Volleyball und Beachvolleyball. Als neues Mitmachangebot wurde die Disziplin Speedminton vorgestellt, ein dem Badminton ähnliches Rückschlagspiel. Mitorganisatorin Elisa Heuschkel vom Bezirksjugendwerk Leonberg übernahm die Moderation - das Werk hatte den Landesspieltag gemeinsam mit dem evangelischen Jugendwerk Württemberg und dem CVJM Rutesheim organisiert.

Der Rutesheimer Bürgermeister Dieter Hofmann und ein prominenter Gast aus Bonn - Rainer Schmidt - gaben den Startschuss am Samstag . Schmidt, der als Tischtennisprofi viele internationale Erfolge verzeichnet hat, kam auch in seiner Eigenschaft als Pfarrer in die Bühlhalle und eröffnete das Sportlertreffen mit einem Gottesdienst. Der Leistungssportler, der ohne Unterarme und mit einem verkürzten rechten Oberschenkel geboren wurde, spielte zur Demonstration mit Bürgermeister Hofmann einige Runden Tischtennis. In seiner kurzen und schnellen Impulspredigt traf er den Ton der mehreren hundert Anwesenden. Rainer Schmidt ist nicht nur als Referent, sondern auch als Kabarettist unterwegs.

Er arbeitet gerade an einem abendfüllenden Programm. Den Teilnehmern gab er mit auf den Weg, dass man im Sport gewinnen und verlieren lernen müsse. "Der Gewinner sollte dem Verlierer Respekt zollen", betonte der einstige Paralympics-Sieger. "Einer allein kann keinen Sport treiben", warb er für einen fairen Umgang auf den Spielfeldern. Diese Botschaft kam bei den Sportlern gut an. "Wir wollen das Gemeinschaftliche pflegen und die Werte im Sport unter einer anderen Perspektive beleuchten", erklärte Henrik Struve, der Landesjugendreferent für Sport im Evangelischen Jugendwerk.

Neben den Turnieren kamen auch die Mitmachaktionen nicht zu kurz: Viel Zuspruch fand die neue Disziplin Speedminton, die Elemente aus den etablierten Sportarten Badminton, Squash und Tennis verbindet. "Es ist ein Spiel, das in der Halle und im Freien gespielt werden kann, und das vor allem einen Mordsspaß macht", schwärmte Matthias Bien von den Bonländer Speeders, bei dem sich die Interessierten spontan zu einem Workshop oder Turnier anmelden konnten. "Ich spiele Speedminton sehr gerne. Ich spiele zu Hause oft. Heute wollte ich mich aber mit anderen Spielern messen", stimmte ihm der 15-jährige Felix Ergle zu, der beim CVJM Weissach Fußball spielt.

Die Geländewahl fiel in diesem Jahr auf das Areal um und in den Rutesheimer Bühlhallen. "Wir haben ein großes Schul- und Sportzentrum, das muss mit Leben gefüllt werden", betonte Dieter Hofmann. "Ausschlaggebend war für uns, dass Rutesheim bereits Erfahrungen mit dem Landesspieltag hatte", erläuterte Henrik Struve weiter. "Das zentrale Landessporttreffen findet hier zum zweiten Mal statt", bestätigte der Sportverantwortliche Klaus Wirkner vom CVJM Rutesheim, der schon 1993 beim ersten Mal mit dabei war.

Neben der günstigen Infrastruktur habe aber auch der zwischenmenschliche Faktor eine Rolle gespielt, waren sich Struve und Wirkner einig, die sich aus ihrer gemeinsamen Sportarbeit seit mehr als 20 Jahren kennen. "Wir sind sehr zufrieden mit der tollen Organisation der Veranstalter", fasste Henrik Struve zusammen.