John le Carré:„Der Spion, der aus der Kälte kam“Doppeltes Doppelspiel
Tratschende Spione

Ein authentischer Blick in die Welt der Spione auf beiden Seiten der einstigen Mauer? John le Carré streitet das seit 50 Jahren ab. „Der Spion, der aus der Kälte kam“ hat trotzdem nichts an Spannung und Kolorit verloren.

 
Von Geheimtür zu Geheimtür
Dan Brown: „Inferno“Die Hölle des Gewohnten

Dan Brown hat mit „Inferno“ ziemlich genau den Thriller geschrieben, den der Markt von ihm erwartet hat. Aber irgendwie scheint der Spaß am Geheimzeichenspiel auf der Strecke geblieben zu sein.

 
Gefährlich funkeln die Augen
Rose Gerdts: „Morgengrauen“Verbrecherische Polizei

Nazigräuel als Krimistoff: In Rose Gerdts „Morgengrauen“ geht es um Verbrechen eines deutschen Polizeibataillons im Baltikum. Doch ein spannendes Thema ist kein Garant für ein spannendes Buch.

 
Wenn der Rohling erst mal tot ist
James M. Cain: „Abserviert“Die Chancen einer Witwe

Eine junge Frau muss nach dem Tod ihres Mannes einen Job als Kellnerin annehmen. Noir-Meister James M. Cain erzählt in diesem Roman aus dem Nachlass von Anmache, Kalkül und Mord.

 
Ein bisschen viel Rausch
Kevin Brooks: Bis es dunkel wirdIm Reich der Schmuggler

Es wird viel getrunken in Kevin Brooks Krimi „Bis es dunkel wird“. Illegale Drogen spielen im Schmugglerparadies von Hale Island auch eine große Rolle. Doch leider liefern sie nicht das Doping, das der Roman brauchen könnte . . .

 
In den Klauen der Provinz
Wiley Cash: „Fürchtet euch“Tödlicher Gottesdienst

Der 13-jährige Stump ist von Geburt an stumm. Der Versuch einer „Heilung“ durch einen ehrgeizigen Prediger endet tödlich. Ein düsterer Bericht aus der amerikanischen Provinz.

 
Die Spur der Gewalt
Mark Peterson: „Flesh & Blood“Dealer, Mörder und Maulwürfe

Furioses Debut: Mark Peterson führt mit seinem Thriller „Flesh & Blood“ in die dunkelsten Ecken von Brighton. Ein paar wenige Polizisten kämpfen dort an allen Fronten gegen Dealer, Mörder und Verräter in den eigenen Reihen.

 
Dr.  Halsabschneider
David Osborn: „Tödliches Experiment“Köpfe auf Konsolen

Solide Gebrauchsprosa rund um irre Ärzte: David Osborns Thriller „Tödliches Experiment“ glänzt nicht mit psychologischer Feinzeichnung, ist aber durchaus etwas für Weißkittel-Phobiker.

 
Rotzgören in Lebensgefahr
Comic: „Die Vier von der Baker Street“Londons Pracht und Elend

Die prächtige französische Comicreihe um die kleinen Gehilfen von Sherlock Holmes wird von Band zu Band besser. Die Probleme der kindlichen Helden werden dafür immer größer.

 
Die alten Drachen zeigen Zähne
Ross Thomas: „Dämmerung in Mac’s Place“Von wegen Alzheimer-Boys

McCorkle und Padillo sind zurück. Und auch wenn die beiden Herren in die Jahre gekommen sind: Sie haben noch genug Mumm in den Knochen, um Ross Thomas’ brillantem Thriller „Dämmerung in Mac’s Place“ den richtigen Drive zu geben.

 
Gute Landluft und solide Morde
Luise Berg-Ehlers: Mit Miss Marple aufs LandGute Landluft und solide Morde

Manche Menschen können von britischen Land- und Landhauskrimis gar nicht genug bekommen. Der Fremdenführer von Luise Berg-Ehlers tut so, als ließe sich das dazugehörige England auf Nostalgietrips noch ganz leicht finden.

 
Fälscher und andere Kunstfreunde
Ian Hamilton: „Die wilden Bestien von Wuhan“Abgerechnet wird zum Schluss

Nein, Ava Lee ist kein weiblicher James Bond. Und um Monster geht es in den „Wilden Bestien von Wuhan“ auch nicht. Es gibt aber mindestens einen guten Grund, diesen Krimi von Ian Hamilton zu lesen.

 
Ein schroffer Mann mit Zielen
Darwyn Cookes Krimicomic „Parker“Ein schroffer Mann mit Zielen

Der kühle Profiverbrecher Parker zählt zu den absoluten Krimigrößen. Jetzt gibt es ihn als Comic-Helden. Er ist aber auch mit Sprechblase kein bisschen niedlich.

 
Die Rache der Opfer
Neues vom Altbuchstapel: Sam Bournes „Tag der Abrechnung“Der tote Rächer

Ein Unschuldiger wird vorm UN-Gebäude in New York erschossen. Aber war er wirklich ein harmloser Bürger? In „Tag der Abrechnung“ widmet sich Sam Bourne virtuos einem ziemlich unbekannten Aspekt der Holocaust-Geschichte.

 
„Herr Lansdale, ist der Krimi ein  mieses Genre?“
Eine Begegnung mit Joe R. LansdaleIst der Krimi ein mieses Genre?

[1] Für die StZ-Porträtreihe „Begegnung mit ...“ unterhalten wir uns mit Kulturschaffenden über Ernstes und Komisches. Mit dem texanischen Autor Joe R. Lansdale, der Krimis, Horror, Western und Comics schreibt, hat Thomas Klingenmaier über Statusfragen gesprochen.

 
Was den Lesern verloren geht
Under-Cover schließt: Stimmen der KundschaftWas den Lesern verloren geht

Stuttgarts einzige Krimibuchhandlung wird in wenigen Tagen dicht gemacht. Wir haben treue Kunden gefragt, was sie am meisten vermissen werden.

 
Kommissare im gelegentlichen Formtief
Stephan Ludwig: „Zorn – Vom Lieben und Sterben.“Sommer der bösen Überraschungen

In ihrem zweiten Fall müssen die Kommissare Zorn und Schröder eine Serie von Morden an Jugendlichen aufklären – und werden mit ihrer eigenen Verletzlichkeit konfrontiert.

 
Im Land  des raschen Verscharrens
Joe R. Lansdale: „Dunkle Gewässer“Im Land des raschen Verscharrens

Eine ermordete Frau ist für die Polizei im Osttexas der Dreißiger bloß eine Belästigung. Kein Wunder, dass die bettelarmen Figuren von Joe R. Lansdale abhauen wollen aus der Provinz. Aber wie?

 
Pisse im Schnee
Neues vom Altbuchstapel: Pete Dexters „God’s Pocket“Die Stadt der Abgründe

Ein gemeingefährlicher 24-Jähriger kommt gewaltsam ums Leben – und eine halbe Stadt steht Kopf, weil sie um den „guten Jungen“ trauert. Das ist nicht die einzige verdrehte Wahrheit in Pete Dexters fulminantem Roman „God’s Pocket“.

 
Schlagzeilen und Wahrheiten
Pete Dexter: „Paperboy“Die Gier der Journalisten

Eine gute Reportage kann die Welt zumindest fleckchenweise verändern. Sie kann auch Karrieren befördern. Pete Dexter erzählt in „Paperboy“ von Journalisten zwischen Wahrheit und Schlagzeile.

 
Argumente aus dem .22er
Neues vom Altbuchstapel: Richard Starks „Irgendwann gibt jeder auf“Parker macht weiter. Immer weiter.

Gerade war Parker Kinoheld. Als Romanfigur bereitet der vornamenlose Berufsverbrecher schon lange Hochgenuss. „Irgendwann gibt jeder auf“? Parker bestimmt nicht.