Oliver Bottini: „Ein paar Tage Licht“Waffen für Algerien
Entführung eines Managers

Kauzige Mordfälle in Hinterschnarchen sind nicht der Fall von Oliver Bottini. Der deutsche Autor schreibt Thriller über geopolitische Ränkespiele. In seinem neuesten Roman stellt er die unübersichtliche Lage in Algerien und den deutschen Waffenhandel dar.

 
Hier erzählt der böse Riese
Marc Dugain: „In der Haut des Teufels“Ansichten eines Serienmörders

Der reisserische deutsche Titel ist irreführend. Hier spritzt kein Blut, auch wenn es um den realen Serienmörder Ed Kemper geht. Stattdessen versetzt sich Marc Dugain in dessen Gedanken und versucht nachzuvollziehen, was in Kemper vorgeht.

 
Reich, prominent und pervers
Max Landorff: „Die schweigenden Frauen“Der Erz-Regler Gabriel

Wer ist Max Landorff? In der Krimiszene gibt es durchaus Hinweise auf die wahre(n) Identität(en), die sich hinter diesem Pseudonym verbirgt/verbergen. Sein „Regler“-Roman über „Die schweigenden Frauen“ jedenfalls ist ein Beispiel für einen süffigen, gelungenen deutschen Thriller.

 
Ein Gott spricht im Radio
Neues vom Altbuchstapel: „Tokio im Jahr Null“Mörderjagd im Schatten der Bombe

Mit der Kapitulation Japans am 15. August 1945 beginnt David Peace einen Roman, in dessen Verlauf der Verstand seines Helden kapitulieren wird. In einem verwüsteten Land wird die Jagd auf einen Serienmörder auch zur Konfrontation mit den Verbrechen der Verfolger.

 
Ein mörderischer Opportunist
Sascha Arango: „Die Wahrheit und andere Lügen“Der Mann, der an sich denkt

Henry ist ein sehr erfolgreicher Autor, der Erfolg bei Frauen und ein liebendes Weib hat. Die daraus entstehenden Probleme löst er ohne Rücksicht auf Menschen und Gesetze.

 
Am Herd mit lauter Psychopathen
Simon Wroe: „Chop Chop“Ungustiös und fade

In seinem Roman „Chop Chop“ schildert der Autor Simon Wroe Szenen einer Küche, die man nicht unbedingt gelesen haben muss. Es sei denn, man steht auf ungustiöse und dabei doch ziemlich fade Kost.

 
Die Welt als Gefängnis
Robert Hültner: „Tödliches Bayern“Bittere Notizen aus der Provinz

Acht reale Kriminalfälle aus zwei Jahrhunderten hat der Schriftsteller Robert Hültner in „Tödliches Bayern“ zusammengetragen und literarisch verarbeitet. Bittere Notizen aus der Provinz, die uns bei Licht betrachtet gar nicht so fern ist.

 
Ein bisschen irritierend
Seth MacFarlane: „A Million Ways to Die in the West“Im Keller brennt Licht

Killer & Co. hat nachweislich eine große Schwäche für Western. Kernig dürfen sie sein, abgedreht und unterhaltsam. Seth MacFarlanes „A Million Ways to Die in the West“ kommt allerdings nicht in die engere Wahl.

 
Krachen lassen wie im Kino
Comic „Bruno Brazil“: Gesamtausgabe Band 2 und 3Bruno redet noch immer zu viel

All seine Autojagden, Schießereien und Fallschirmsprünge sind nun beieinander. Mit dem dritten Band ist die deutsche Gesamtausgabe des französischen Abenteuercomics „Bruno Brazil“ abgeschlossen. So ganz ins erwachsene Heute schafft es der Jugendheld von einst mit seiner verwegenen Truppe Geheimoperateure aber nicht.

 
Riskantes Ende
Gillian Flynn: „Dark Places“Lügen, Verdächtigungen und Halbwahrheiten

Seit seinem 15. Lebensjahr sitzt Ben Day im Gefängnis. Als Teenager soll er seine Mutter und zwei seiner Schwestern brutal ermordet haben. Libby Day, die dritte Schwester, hat seinerzeit als Kind gegen ihn ausgesagt. Doch jetzt kommen ihr Zweifel an der eigenen Wahrnehmung . . .

 
Extrem  perfide
M.J. Arlidge: „Eene meene“Dunkle Familiengeschichte

Eine Serienkillerin treibt ein perfides Spiel mit ihren Opfern und der Polizei, eine Kriminalbeamtin stößt bei den Ermittlungen auf ihre eigene dunkle Familiengeschichte: M.J. Arlidge wartet in „Eene meene“ mit einem ungewöhnlichen Plot auf.

 
Der Müllmann mit dem Teppichmesser
Adam Sternbergh: „Spademan“Die tote Stadt

New York ist am Ende und seine Menschen auch: in Adam Sternberghs Endzeitkrimi „Spademan“ kämpft der titelgebende Held als Auftragskiller mit Grenzen gegen einen mächtigen Fernsehprediger.

 
Sheriff on the Rocks
Robert B. Parkers Romane um Jesse StonePolizeichef im Paradies

Paradise heißt der kleine Küstenort in Massachusetts, in dem Robert B. Parker seinen Polizeichef Jesse Stone Halunken und Frauen schnappen und viele Gläser Scotch trinken lässt.

 
Mafia-Boss im Big-Brother-Fieber
Stefano Piedimonte: „Im Namen des Onkels“Der Onkel und der Große Bruder

Ein big-brother-süchtiger Camorra-Boss muss untertauchen. Seine Leute sehen nur eine Chance, mit ihm in Kontakt zu treten: sie schleusen einen Kumpanen in den Container ein. Im Gegensatz zum TV-Format hat dieser Roman auf jeden Fall eines: Witz.

 
Der letzte Kampf der Bergarbeiter
David Peace: „GB84“Der erbitterte Kampf gegen Maggie

Zwölf Monate Streik, 11 000 Verhaftete, 10 Tote: von 1984 bis 1985 tobt in England der Kampf der Bergleute gegen die Thatcher-Politik. David Peace liefert dazu einen atemberaubenden Doku-Politthriller.

 
Die dritte Frau
Kai Hensel: „Sonnentau“Hoffnungslosigkeit statt Bacardi-Feeling

Eine Zeit lang war das vom Erdbeben heimgesuchte Haiti weltweit in den Schlagzeilen. Doch längst hat das mediale Interesse andere Brennpunkte gefunden. Schon allein das ist ein guter Grund, Kai Hensels Haiti-Krimi „Sonnentau“ zu lesen. Es gibt aber noch andere.

 
Gerettete Kostbarkeiten
Ross Thomas: „Fette Ernte“So gelassen wie elegant

Ross Thomas lebt schon seit bald 20 Jahren nicht mehr. Aber der Alexander Verlag hält das Vermächtnis des großen Amerikaners hoch: er bringt einen um den anderen Thomas in neuer Übersetzung und vor allem ungekürzt auf den Markt – bravo!

 
Vom Killer zum Bettler
Gian Carlo Fusco: „Die Unerwünschten“Abgeschobene Mafiosi

Nach dem Zweiten Weltkrieg begannen die USA damit, verurteilte Mobster zurück nach Italien zu schicken. Die wurden dort nicht glücklich. Der Journalist Gian Carlo Fusco hat einst einige dieser verarmten Killer porträtiert, nun liegt sein Buch endlich auf Deutsch vor.

 
Viel mehr als ein Retro-Späßchen
Darwyn Cooke/Richard Stark: „Das Syndikat“Unser Lieblingsschurke kehrt zurück

Die Parker-Romane von Richard Stark setzt Darwyn Cooke in kongeniale Comics um. Wer diese taffen Gangstergeschichten noch nicht kennt, hat ein großes Vergnügen vor sich.

 
Die   Angst vor der Lücke im Leben
Kriminächte: Laudatio auf Friedrich AniLandhäuser, Schnüffler und Süden

Mit „M“ hat Friedrich Ani erneut bei den Stuttgarter Kriminächten den Hauptpreis gewonnen – wie schon 2012 mit „Süden“. Wir drucken die Laudatio von Thomas Klingenmaier, in der er prüft, ob es sich die Jury zu einfach gemacht hat.

 
Die eigentlichen Opfer
Maurizio de Giovanni: „Das Krokodil“Neapel in hellem Aufruhr

Maurizio de Giovanni trennt die Menschheit in zwei Teile: die mit Kindern und die ohne. Vor diesem Hintergrund spielt sein unter die Haut gehender Kriminalroman „Das Krokodil“.