David Peace: „GB84“Der erbitterte Kampf gegen Maggie
Der letzte Kampf der Bergarbeiter

Zwölf Monate Streik, 11 000 Verhaftete, 10 Tote: von 1984 bis 1985 tobt in England der Kampf der Bergleute gegen die Thatcher-Politik. David Peace liefert dazu einen atemberaubenden Doku-Politthriller.

 
Die dritte Frau
Kai Hensel: „Sonnentau“Hoffnungslosigkeit statt Bacardi-Feeling

Eine Zeit lang war das vom Erdbeben heimgesuchte Haiti weltweit in den Schlagzeilen. Doch längst hat das mediale Interesse andere Brennpunkte gefunden. Schon allein das ist ein guter Grund, Kai Hensels Haiti-Krimi „Sonnentau“ zu lesen. Es gibt aber noch andere.

 
Gerettete Kostbarkeiten
Ross Thomas: „Fette Ernte“So gelassen wie elegant

Ross Thomas lebt schon seit bald 20 Jahren nicht mehr. Aber der Alexander Verlag hält das Vermächtnis des großen Amerikaners hoch: er bringt einen um den anderen Thomas in neuer Übersetzung und vor allem ungekürzt auf den Markt – bravo!

 
Vom Killer zum Bettler
Gian Carlo Fusco: „Die Unerwünschten“Abgeschobene Mafiosi

Nach dem Zweiten Weltkrieg begannen die USA damit, verurteilte Mobster zurück nach Italien zu schicken. Die wurden dort nicht glücklich. Der Journalist Gian Carlo Fusco hat einst einige dieser verarmten Killer porträtiert, nun liegt sein Buch endlich auf Deutsch vor.

 
Viel mehr als ein Retro-Späßchen
Darwyn Cooke/Richard Stark: „Das Syndikat“Unser Lieblingsschurke kehrt zurück

Die Parker-Romane von Richard Stark setzt Darwyn Cooke in kongeniale Comics um. Wer diese taffen Gangstergeschichten noch nicht kennt, hat ein großes Vergnügen vor sich.

 
Die   Angst vor der Lücke im Leben
Kriminächte: Laudatio auf Friedrich AniLandhäuser, Schnüffler und Süden

Mit „M“ hat Friedrich Ani erneut bei den Stuttgarter Kriminächten den Hauptpreis gewonnen – wie schon 2012 mit „Süden“. Wir drucken die Laudatio von Thomas Klingenmaier, in der er prüft, ob es sich die Jury zu einfach gemacht hat.

 
Die eigentlichen Opfer
Maurizio de Giovanni: „Das Krokodil“Neapel in hellem Aufruhr

Maurizio de Giovanni trennt die Menschheit in zwei Teile: die mit Kindern und die ohne. Vor diesem Hintergrund spielt sein unter die Haut gehender Kriminalroman „Das Krokodil“.

 
Baruch und das Nazigold
Daniel Friedman: „Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten“Rasant, sarkastisch und witzig

Baruch „Buck“ Schatz ist 87 Jahre alt, Weltkriegsveteran und Kriminaler im Ruhestand. Eigentlich will er nur vorm Fernseher sitzen und Kette rauchen. Doch da erfährt er, dass der SS-Mann, der ihn einst gefoltert hat, möglicherweise noch lebt – und dazu noch auf einem Nazischatz sitzt . . .

 
Die Orgie im Sturmgeschütz
Neues vom Altbuchstapel: Arto Paasilinnas „Der Sommer der lachenden Kühe“Mit Dynamit und rohen Zwiebeln

In wenigen Tagen kommt „Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten“ von Daniel Friedman auf den Markt. Vertreiben wir uns bis dahin die Zeit mit einem genauso unterhaltsamen antiquarischen Buch, in dem ebenfalls ein alter Haudegen eine Hauptrolle spielt: Arto Paasilinnas „Der Sommer der lachenden Kühe“:

 
Pingpong auf Augenhöhe
Annelie Wendeberg: „Teufelsgrinsen“Anna und der König der Detektive

Der Bakteriologe Dr. Anton Kronberg heißt in Wirklichkeit Anna und ermittelt im viktorianischen London gegen verbrecherische Ärzte. Ihm/ihr zur Seite steht ausgerechnet Sherlock Holmes – „Teufelsgrinsen“ ist das furiose Debüt der Umweltmikrobiologin Annelie Wendeberg.

 
Treulos, ehrlos
Philip Kerr: „Böhmisches Blut“Tiefbraune Abgründe

Als Kommissar in Heydrichs Diensten: Erneut lässt Philip Kerr seinen Helden Bernhard Gunther in tiefbraune Abgründe hinabsteigen. Was er dort vorfindet, ist eine Horde von SS-Männern, die weder Treue noch Ehre kennen.

 
Mit Hämmern und Hornissen
Mark Allen Smith: „Der Experte“Hämmer und Hornissen

Um an Fakten zu kommen, setzen die Profifolterer in Mark Allen Smith’ „Der Experte“ schon mal Hornissen ein. Liebhaber wespenbrummender Qualszenen werden an dem Buch ihre Freude haben. Andere Leser können aber durchaus auch was anderes lesen.

 
Die größte Feindin einer Frau
Colette McBeth: „Zorneskalt“Wenn Hass das stärkste Gefühl ist

Die Reporterin Rachel muss über das Verschwinden einer jungen Frau berichten. Mit Entsetzen stellt sie bei der Pressekonferenz der Polizei fest, dass es um ihre beste Freundin Clara geht – was ihr Interesse weit übers professionelle Maß hinausführt.

 
Der Griff zum Sturmgewehr
Robert Crais: „Straße des Todes“Tödlicher Menschenhandel

Eine junge Amerikanerin und ihr Freund geraten in die Fänge skrupelloser Menschenhändler. Ihnen droht gemeinsam mit illegalen Einwanderern der Tod – ein kerniger Fall für den Ermittler Elvis Cole.

 
Im Labyrinth des Verbrechens
Alexander Söderberg: „Unbescholten“Krankenschwester auf Abwegen

Sophie Brinkmann ist Krankenschwester und lebt mit ihrem 15-jährigen Sohn in Stockholm. Als sie sich mit einem ihrer Patienten anfreundet, dem charismatischen Spanier Hector Guzman, gerät sie in Gefahr und Komplotte.

 
Es bellen die Autoreifen
Frank Bill: „Der Geschmack der Gewalt“Hoffnungslose Hinterwäldler

Es geht heiß her in Frank Bills „Geschmack der Gewalt“. Mit Waffen, aber auch mit blanken Fäusten kämpfen hoffnungslose Hinterwäldler gegeneinander. Sex und Drogen bestimmen ihren Alltag. Ziemlich hanebüchen, das ganze.

 
Alles geben, was man drauf hat
Neal Barrett jr. gestorbenVielseitigkeit ist keine Schande

Ob Krimi, SF, Western oder Comic, Neal Barrett jr. scheute vor nichts zurück. Der bei uns leider kaum bekannte Texaner war davon überzeugt, dass ein Schriftsteller unabhängig von den Bausteinen und Kulissen gute Geschichten erzählen sollte.

 
Es gibt immer was zu reden
Die Agentencomicreihe „Bruno Brazil“Geschwätziges Kommando Kaiman

Der französische Agent Bruno Brazil rettet die freie Welt im Comic so forsch wie James Bond im Film. Aber irgendwie hatten wir den 1968 angetretenen Helden wortkarger in Erinnerung.

 
Niemals vergessen
Monika Held: „Der Schrecken verliert sich vor Ort“Schwarze Milch des Erinnerns

Kein Krimi und auch kein Weihnachtsbuch: doch weil das historische Großverbrechen und der Heilige Abend gewichtige Rollen spielen, blickt Killer & Co. zum Fest einmal über die literarischen Genregrenzen hinweg.

 
Mit Kippfiguren auf dem Sofa
Sammelband: „Den nächsten, der frohe Weihnachten zu mir sagt,. . .“Auf zum Fest der Krisen

Wer sich in diesen Tagen mit Kalorienbömbchen aufs Sofa zurückziehen will und als Naschbegleitung Lektüre braucht, ist mit „Den Nächsten, der frohe Weihnachten zu mir sagt, bringe ich um“ gut bedient. Zwölf Thriller-Autoren haben sich auf die besinnliche Zeit eingelassen – oder eingeschossen.

 
Es bleibt kompliziert, auch ohne Skelette
Elly Griffiths: „Gezeitengrab“Betulicher Kriminalfall an der Küste

Ruth Galloway muss sich um die Herkunft von sechs Skeletten und um ihre neugeborene Tochter kümmern – viel zu tun also für die forensische Archäologin, die hier in einem mäßig spannenden, aber atmosphärisch dichten Fall ermittelt.