Baruch und das Nazigold
Daniel Friedman: „Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten“Rasant, sarkastisch und witzig

Baruch „Buck“ Schatz ist 87 Jahre alt, Weltkriegsveteran und Kriminaler im Ruhestand. Eigentlich will er nur vorm Fernseher sitzen und Kette rauchen. Doch da erfährt er, dass der SS-Mann, der ihn einst gefoltert hat, möglicherweise noch lebt – und dazu noch auf einem Nazischatz sitzt . . .

 
Die Orgie im Sturmgeschütz
Neues vom Altbuchstapel: Arto Paasilinnas „Der Sommer der lachenden Kühe“Mit Dynamit und rohen Zwiebeln

In wenigen Tagen kommt „Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten“ von Daniel Friedman auf den Markt. Vertreiben wir uns bis dahin die Zeit mit einem genauso unterhaltsamen antiquarischen Buch, in dem ebenfalls ein alter Haudegen eine Hauptrolle spielt: Arto Paasilinnas „Der Sommer der lachenden Kühe“:

 
Pingpong auf Augenhöhe
Annelie Wendeberg: „Teufelsgrinsen“Anna und der König der Detektive

Der Bakteriologe Dr. Anton Kronberg heißt in Wirklichkeit Anna und ermittelt im viktorianischen London gegen verbrecherische Ärzte. Ihm/ihr zur Seite steht ausgerechnet Sherlock Holmes – „Teufelsgrinsen“ ist das furiose Debüt der Umweltmikrobiologin Annelie Wendeberg.

 
Treulos, ehrlos
Philip Kerr: „Böhmisches Blut“Tiefbraune Abgründe

Als Kommissar in Heydrichs Diensten: Erneut lässt Philip Kerr seinen Helden Bernhard Gunther in tiefbraune Abgründe hinabsteigen. Was er dort vorfindet, ist eine Horde von SS-Männern, die weder Treue noch Ehre kennen.

 
Mit Hämmern und Hornissen
Mark Allen Smith: „Der Experte“Hämmer und Hornissen

Um an Fakten zu kommen, setzen die Profifolterer in Mark Allen Smith’ „Der Experte“ schon mal Hornissen ein. Liebhaber wespenbrummender Qualszenen werden an dem Buch ihre Freude haben. Andere Leser können aber durchaus auch was anderes lesen.

 
Die größte Feindin einer Frau
Colette McBeth: „Zorneskalt“Wenn Hass das stärkste Gefühl ist

Die Reporterin Rachel muss über das Verschwinden einer jungen Frau berichten. Mit Entsetzen stellt sie bei der Pressekonferenz der Polizei fest, dass es um ihre beste Freundin Clara geht – was ihr Interesse weit übers professionelle Maß hinausführt.

 
Der Griff zum Sturmgewehr
Robert Crais: „Straße des Todes“Tödlicher Menschenhandel

Eine junge Amerikanerin und ihr Freund geraten in die Fänge skrupelloser Menschenhändler. Ihnen droht gemeinsam mit illegalen Einwanderern der Tod – ein kerniger Fall für den Ermittler Elvis Cole.

 
Im Labyrinth des Verbrechens
Alexander Söderberg: „Unbescholten“Krankenschwester auf Abwegen

Sophie Brinkmann ist Krankenschwester und lebt mit ihrem 15-jährigen Sohn in Stockholm. Als sie sich mit einem ihrer Patienten anfreundet, dem charismatischen Spanier Hector Guzman, gerät sie in Gefahr und Komplotte.

 
Es bellen die Autoreifen
Frank Bill: „Der Geschmack der Gewalt“Hoffnungslose Hinterwäldler

Es geht heiß her in Frank Bills „Geschmack der Gewalt“. Mit Waffen, aber auch mit blanken Fäusten kämpfen hoffnungslose Hinterwäldler gegeneinander. Sex und Drogen bestimmen ihren Alltag. Ziemlich hanebüchen, das ganze.

 
Alles geben, was man drauf hat
Neal Barrett jr. gestorbenVielseitigkeit ist keine Schande

Ob Krimi, SF, Western oder Comic, Neal Barrett jr. scheute vor nichts zurück. Der bei uns leider kaum bekannte Texaner war davon überzeugt, dass ein Schriftsteller unabhängig von den Bausteinen und Kulissen gute Geschichten erzählen sollte.

 
Es gibt immer was zu reden
Die Agentencomicreihe „Bruno Brazil“Geschwätziges Kommando Kaiman

Der französische Agent Bruno Brazil rettet die freie Welt im Comic so forsch wie James Bond im Film. Aber irgendwie hatten wir den 1968 angetretenen Helden wortkarger in Erinnerung.

 
Niemals vergessen
Monika Held: „Der Schrecken verliert sich vor Ort“Schwarze Milch des Erinnerns

Kein Krimi und auch kein Weihnachtsbuch: doch weil das historische Großverbrechen und der Heilige Abend gewichtige Rollen spielen, blickt Killer & Co. zum Fest einmal über die literarischen Genregrenzen hinweg.

 
Mit Kippfiguren auf dem Sofa
Sammelband: „Den nächsten, der frohe Weihnachten zu mir sagt,. . .“Auf zum Fest der Krisen

Wer sich in diesen Tagen mit Kalorienbömbchen aufs Sofa zurückziehen will und als Naschbegleitung Lektüre braucht, ist mit „Den Nächsten, der frohe Weihnachten zu mir sagt, bringe ich um“ gut bedient. Zwölf Thriller-Autoren haben sich auf die besinnliche Zeit eingelassen – oder eingeschossen.

 
Es bleibt kompliziert, auch ohne Skelette
Elly Griffiths: „Gezeitengrab“Betulicher Kriminalfall an der Küste

Ruth Galloway muss sich um die Herkunft von sechs Skeletten und um ihre neugeborene Tochter kümmern – viel zu tun also für die forensische Archäologin, die hier in einem mäßig spannenden, aber atmosphärisch dichten Fall ermittelt.

 
Die Unsterblichkeit und der Monsun
J.F. Dam: „Der dritte Berg“Suche nach dem Wundermittel

Fast schon eine indische Dan-Brown-Schmonzette: diese Einschätzung dürfte für manchen eine Leselockung darstellen. Aber der Salzburger Indologe hat seinen Roman, in dem eine Pflanze gesucht wird, die den Tod überwindet, leider überkonstruiert.

 
Ein Scheißkerl geht seinen Weg
Jesper Stein: „Unruhe“Jähes Erwachen

Axel Steen ist kein Vorzeigepolizist. Nicht nur seine Vorgesetzten und seine Ex-Frau haben Probleme mit dem übellaunigen Kopenhagener Vizekriminalkommissar. Den Lesern von Jesper Steins „Unruhe“ ergeht es da schon deutlich besser . . .

 
Frau Kommissarin nimmt sich Untergebene
Corinna T. Sievers: „Maria Rosenblatt“Keine leichte Vorgesetzte

Um die Lösung eines Falls geht es in diesem Roman um eine Schweizer Kommissarin nicht. Sondern um das Liebesleben, die Machtspiele und Frustrationen dieser Frau.

 
Die Demontage einer Idylle
Sabine Durrant: „Ich bin unschuldig“Ein vermeintlich perfektes Leben

Eine Fernsehmoderatorin findet beim Joggen die Leiche einer jungen Frau. Sie berührt die Tote und gerät damit selbst unter Mordverdacht. Die Journalistin Sabine Durrant legt hier ihren ersten Krimi vor, aber sie hat nachgeschaut, was sich gemeinhin so verkauft.

 
Es kann der friedlichste Mafioso nicht in Ruhe leben
Dennis Lehane: „In der Nacht“Wege des Rums

Lehrling, Geselle, Meister, Obermeister: Dennis Lehane beschreibt in seinem Mafiakrimi „In der Nacht“ die Karriere eines jungen Mannes, der vom kleinen Bostoner Licht zum Herrn der Fuselschmuggler in Florida aufsteigt. Ein in jeder Hinsicht hochprozentiges Epos.

 
Die Schönheit der Tapferen
Sorj Chalandon: „Rückkehr nach Killybegs“Vom Glanz der Helden

Weil ihn andere vorschnell zum Helden stilisiert haben, kommt ein IRA-Kämpfer in die Bredouille. In der Hitze des Gefechts hat er einen eigenen Mann erschossen. Der Franzose Sorj Chalandon berichtet kenntnisreich von einem Konflikt, in dem er einen Freund verloren hat.