Böblingen
Geld im Tierheim reicht nur bis Januar
Gerlinde Wicke-Naber, veröffentlicht am 23.09.2008
Böblingen - Das einzige Tierheim im Kreis Böblingen steht vor der Schließung. Die "Misswirtschaft der vergangenen Jahre" macht der heutige Vereinsvorstand dafür verantwortlich. Der neue Sparkurs stößt trotzdem bei vielen auf Unverständnis.
Von Gerlinde Wicke-Naber
"Es ist eine Minute vor zwölf. Ein Geschäftsmann müsste jetzt Insolvenz beantragen", schreibt Petra Bäuerle, die Schriftführerin des Tierschutzvereins, in einem in den "Tierschutznachrichten". Akribisch hat sie dort die finanzielle Situation des Vereins aufgelistet. Innerhalb von zehn Jahren haben sich die Ausgaben des Tierheims verdoppelt: auf eine halbe Million Euro.
Schuld daran seien zum einen die gestiegenen Kosten. Bäuerle nennt etwa die Heizkosten. Zum anderen habe man es versäumt, in guten Zeiten für die schlechten vorzusorgen, sagt Bäuerle. Und die guten Zeiten sind vorbei. Das Tierheim finanziert sich überwiegend aus Spenden und Erbschaften und einem jährlichen Zuschuss des Kreises in Höhe von 62.000 Euro. Doch die Einnahmen aus Spenden sind seit Jahren rückläufig. "Uns bleibt nur das zu sparen, wo wir können", erklärt Bäuerle.
Die neue Kassiererin sucht Einsparmöglichkeiten
Doch diese Strategie des im Mai neu gewählten Vorstandes kommt nicht bei allen 1600 Vereinsmitgliedern an. Wenn Bäuerle und ihre Kollegen Petra Erbes und Martin Schindler von "betriebswirtschaftlichen Strukturen" sprechen, fürchten viele Mitglieder um den Tierschutz. "Doch Fakt ist: wir können nicht mehr ausgeben, als wir haben", sagt Bäuerle.
Eine neue Kassiererin, von Beruf Steuerberaterin, hat die Buchhaltung des Vereins übernommen und dabei so manche Einsparmöglichkeit zutage gefördert. So seien einer der größten Kostenfaktoren die Tierarztkosten, die im Vergleich zu anderen Einrichtungen sehr hoch seien, sagt Bäuerle. Daher verhandle man mit Tierärzten über Sonderkonditionen. Dazu gehöre aber auch, sagt Bäuerle, "dass wir nicht die Tierarztkosten für jeden übernehmen, der bei uns anruft". Dies sei in der Vergangenheit teilweise so gehandhabt worden.
Weder Kreis noch Land in der Pflicht
Trotz aller Sparmaßnahmen sehen sich die Verantwortlichen bald am Ende ihrer Kapazität angekommen. Zwar konnten die laufenden Kosten auf 25.000 Euro pro Monat gesenkt werden, trotzdem reiche das Geld nur noch für kurze Zeit. "Spätestens, wenn wir im Januar unseren Heizöltank füllen müssen, ist unser Finanzpolster aufgebraucht", sagt Bäuerle. Dann bliebe nur noch die Schließung des Kreistierheims, in dem pro Jahr 1500 Tiere unterkommen. Denn anders als viele Tierliebhaber glaubten, habe weder der Kreis noch das Land eine Verpflichtung, die Kosten des Tierheims zu tragen, sagt Bäuerle.
Trotzdem denkt man im Kreistag über eine Erhöhung des Zuschusses für das Tierheim nach. Für die neuen Haushaltsberatungen liege ein Antrag vor, die Förderung auf 100.000 Euro zu erhöhen. Der zuständige Umweltdezernent Eisenmann sieht gute Chancen, dass dieser Antrag genehmigt wird. Doch um das Tierheim dauerhaft zu sichern, braucht der Verein weit mehr Geld. Bäuerle hofft darauf, Sponsoren zu finden.
Von Gerlinde Wicke-Naber
"Es ist eine Minute vor zwölf. Ein Geschäftsmann müsste jetzt Insolvenz beantragen", schreibt Petra Bäuerle, die Schriftführerin des Tierschutzvereins, in einem in den "Tierschutznachrichten". Akribisch hat sie dort die finanzielle Situation des Vereins aufgelistet. Innerhalb von zehn Jahren haben sich die Ausgaben des Tierheims verdoppelt: auf eine halbe Million Euro.
Schuld daran seien zum einen die gestiegenen Kosten. Bäuerle nennt etwa die Heizkosten. Zum anderen habe man es versäumt, in guten Zeiten für die schlechten vorzusorgen, sagt Bäuerle. Und die guten Zeiten sind vorbei. Das Tierheim finanziert sich überwiegend aus Spenden und Erbschaften und einem jährlichen Zuschuss des Kreises in Höhe von 62.000 Euro. Doch die Einnahmen aus Spenden sind seit Jahren rückläufig. "Uns bleibt nur das zu sparen, wo wir können", erklärt Bäuerle.
Die neue Kassiererin sucht Einsparmöglichkeiten
Doch diese Strategie des im Mai neu gewählten Vorstandes kommt nicht bei allen 1600 Vereinsmitgliedern an. Wenn Bäuerle und ihre Kollegen Petra Erbes und Martin Schindler von "betriebswirtschaftlichen Strukturen" sprechen, fürchten viele Mitglieder um den Tierschutz. "Doch Fakt ist: wir können nicht mehr ausgeben, als wir haben", sagt Bäuerle.
Eine neue Kassiererin, von Beruf Steuerberaterin, hat die Buchhaltung des Vereins übernommen und dabei so manche Einsparmöglichkeit zutage gefördert. So seien einer der größten Kostenfaktoren die Tierarztkosten, die im Vergleich zu anderen Einrichtungen sehr hoch seien, sagt Bäuerle. Daher verhandle man mit Tierärzten über Sonderkonditionen. Dazu gehöre aber auch, sagt Bäuerle, "dass wir nicht die Tierarztkosten für jeden übernehmen, der bei uns anruft". Dies sei in der Vergangenheit teilweise so gehandhabt worden.
Weder Kreis noch Land in der Pflicht
Trotz aller Sparmaßnahmen sehen sich die Verantwortlichen bald am Ende ihrer Kapazität angekommen. Zwar konnten die laufenden Kosten auf 25.000 Euro pro Monat gesenkt werden, trotzdem reiche das Geld nur noch für kurze Zeit. "Spätestens, wenn wir im Januar unseren Heizöltank füllen müssen, ist unser Finanzpolster aufgebraucht", sagt Bäuerle. Dann bliebe nur noch die Schließung des Kreistierheims, in dem pro Jahr 1500 Tiere unterkommen. Denn anders als viele Tierliebhaber glaubten, habe weder der Kreis noch das Land eine Verpflichtung, die Kosten des Tierheims zu tragen, sagt Bäuerle.
Trotzdem denkt man im Kreistag über eine Erhöhung des Zuschusses für das Tierheim nach. Für die neuen Haushaltsberatungen liege ein Antrag vor, die Förderung auf 100.000 Euro zu erhöhen. Der zuständige Umweltdezernent Eisenmann sieht gute Chancen, dass dieser Antrag genehmigt wird. Doch um das Tierheim dauerhaft zu sichern, braucht der Verein weit mehr Geld. Bäuerle hofft darauf, Sponsoren zu finden.
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