Kandidatur zurückgezogen
Grüne ohne Uschi Eid im Wahlkampf
Thomas Schorradt, veröffentlicht am 21.10.2008
Nürtingen - Die Nürtinger Bundestagsabgeordnete der Grünen, Uschi Eid, zieht ihre Kandidatur zur Wahl 2009 zurück. Die Politikerin, seit mehr als 20 Jahren das Aushängeschild der Partei im Land, vermisst in ihren Reihen Glaubwürdigkeit und Seriosität.
Von Thomas Schorradt
Die Stellungnahme, in der Uschi Eid jetzt dem Esslinger Kreisverband der Grünen ihren Rückzug begründet, lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. "Der Stil der Auseinandersetzung auf der Landesdelegiertenkonferenz, die Freude am Populismus, die Dominanz einfacher Weltbilder, das lustvolle Zurück in die reine Opposition, die Sehnsucht danach, eine linke Partei zu sein, widersprechen der Politik, für die ich seit Jahren stehe", schreibt die Abgeordnete.
Die 59-Jährige, die 1985 erstmals in den Bundestag eingezogen ist und die Grünen in Baden-Württemberg seither mehrmals als Spitzenkandidatin in Wahlkämpfen geführt hat, war von der Landesdelegiertenkonferenz in Schwäbisch Gmünd nicht einmal mehr auf Platz neun auf der Landesliste gewählt worden.
Eid zeigt offen ihre Enttäuschung
"Der Verlauf der Konferenz hat gezeigt, dass Glaubwürdigkeit und Seriosität in der Partei derzeit keine Konjunktur haben", sagt die Politikerin und versucht gleich gar nicht, ihre Enttäuschung zu verbergen. Sie sei über den Rückfall ihrer Partei in eine "fundamentalistische Oppositionshaltung" erschüttert. Neben Uschi Eid war auch die zweite Bewerberin aus dem Esslinger Kreisverband, Andrea Lindlohr, im Rennen um einen aussichtsreichen Listenplatz nach hinten durchgereicht worden.
Als Reaktion auf Eids Kritik an ihrer Partei hat die Karlsruher Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl ihre Parteifreundin am Dienstag aufgefordert, "in konsequenter Fortsetzung" auch ihr Bundestagsmandat zurückzugeben. Wer es nicht aushalte, auch mal nicht bei der Mehrheit zu sein, sei keine hilfreiche Mitstreiterin. "Und wer den eigenen Landesverband beschimpft, sobald er sich nicht konform verhält, vertritt ihn nicht mehr", so die Abgeordnete.
Uschi Eid lässt die Kritik kalt. "Da sind schon ganz andere Kaliber gegen mich aufgefahren worden", gibt sie sich kampfbereit. Sie werde ihre Arbeit für die Grünen-Fraktion in Berlin fortführen - auf der Basis einer Nachhaltigkeit, so wie sie es schon immer gehalten habe. Dabei weiß sie den Kreisverband hinter sich. "Bei der anstehenden Bundestagswahl wird der Kreisverband auch in Verpflichtung des langjährigen Wirkens von Uschi Eid realpolitisch orientierte Regierungskonzepte in den Mittelpunkt stellen", heißt es in einer Stellungnahme. Wer dafür auf den Wahlplakaten seinen Kopf hinhalten wird, soll "möglichst bald" bestimmt werden.
Von Thomas Schorradt
Die Stellungnahme, in der Uschi Eid jetzt dem Esslinger Kreisverband der Grünen ihren Rückzug begründet, lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. "Der Stil der Auseinandersetzung auf der Landesdelegiertenkonferenz, die Freude am Populismus, die Dominanz einfacher Weltbilder, das lustvolle Zurück in die reine Opposition, die Sehnsucht danach, eine linke Partei zu sein, widersprechen der Politik, für die ich seit Jahren stehe", schreibt die Abgeordnete.
Die 59-Jährige, die 1985 erstmals in den Bundestag eingezogen ist und die Grünen in Baden-Württemberg seither mehrmals als Spitzenkandidatin in Wahlkämpfen geführt hat, war von der Landesdelegiertenkonferenz in Schwäbisch Gmünd nicht einmal mehr auf Platz neun auf der Landesliste gewählt worden.
Eid zeigt offen ihre Enttäuschung
"Der Verlauf der Konferenz hat gezeigt, dass Glaubwürdigkeit und Seriosität in der Partei derzeit keine Konjunktur haben", sagt die Politikerin und versucht gleich gar nicht, ihre Enttäuschung zu verbergen. Sie sei über den Rückfall ihrer Partei in eine "fundamentalistische Oppositionshaltung" erschüttert. Neben Uschi Eid war auch die zweite Bewerberin aus dem Esslinger Kreisverband, Andrea Lindlohr, im Rennen um einen aussichtsreichen Listenplatz nach hinten durchgereicht worden.
Als Reaktion auf Eids Kritik an ihrer Partei hat die Karlsruher Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl ihre Parteifreundin am Dienstag aufgefordert, "in konsequenter Fortsetzung" auch ihr Bundestagsmandat zurückzugeben. Wer es nicht aushalte, auch mal nicht bei der Mehrheit zu sein, sei keine hilfreiche Mitstreiterin. "Und wer den eigenen Landesverband beschimpft, sobald er sich nicht konform verhält, vertritt ihn nicht mehr", so die Abgeordnete.
Uschi Eid lässt die Kritik kalt. "Da sind schon ganz andere Kaliber gegen mich aufgefahren worden", gibt sie sich kampfbereit. Sie werde ihre Arbeit für die Grünen-Fraktion in Berlin fortführen - auf der Basis einer Nachhaltigkeit, so wie sie es schon immer gehalten habe. Dabei weiß sie den Kreisverband hinter sich. "Bei der anstehenden Bundestagswahl wird der Kreisverband auch in Verpflichtung des langjährigen Wirkens von Uschi Eid realpolitisch orientierte Regierungskonzepte in den Mittelpunkt stellen", heißt es in einer Stellungnahme. Wer dafür auf den Wahlplakaten seinen Kopf hinhalten wird, soll "möglichst bald" bestimmt werden.
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