Stadtfahrzeug
Das Zweirad - neu erfunden
SoAk, veröffentlicht am 14.04.2009
Stuttgart - Da haben sich zwei gefunden, die derzeit unter Wert gehandelt werden. Der Autokonzern General Motors und der Nischenanbieter Segway entwickeln gemeinsam einen neuen Fahrzeugtyp, der die Mobilität in den Innenstädten auf neue Füße stellen soll. Zu General Motors muss man nicht viel sagen: US-Autohersteller, bis vor kurzem der größte Autobauer der Welt, heute durch Konjunkturkrise und verfehlte Modellpolitik schwerstens angeschlagen.
Segway ist noch nicht so bekannt, was nur eines der Probleme der US-Firma ist. Das vom Erfinder Dean Kamen entwickelte Elektrofahrzeug Segway Personal Transporter (PT) wird seit 2001 hergestellt und verkauft, doch die Verkaufszahlen sind bis dato weit unter den Hoffnungen seiner Macher geblieben. In den ersten sechs Produktionsjahren wurden etwa 30.000 Stück abgesetzt - viel zu wenig, um das Produkt und die Marke bekanntzumachen. Der Segway PT ist ein Fahrzeug mit zwei Rädern, die links und rechts eines Trittbretts angebracht sind, auf dem sein Fahrer/seine Fahrerin steht und das Fahrzeug nur durch Gewichtsverlagerung lenkt. Die Balance hält der Einachser automatisch, und angetrieben wird der Segway PT von einem kleinen Elektromotor, dessen Akku an der Steckdose geladen wird. Klingt super, ist es auch, doch dem ganz großen Erfolg stehen bisher vor allem die hohen Stückkosten im Weg. In Deutschland kostet ein Segway-Roller zwischen 6800 und 7300 Euro - zu viel für ein reines Spaßfahrzeug, zu viel auch, um viele Privatkunden zu finden. In mehreren Bundesländern hat die Polizei die Segway-Roller für Streifengänge zu Fuß getestet; in den Dienst übernommen haben sie anschließend mehrere Polizeidirektionen in Nordrhein-Westfalen und Hessen, das Ordnungsamt in Hamburg für die Jagd nach Falschparkern sowie einige Flughäfen für ihr Sicherheitspersonal.
P.U.M.A. - Individuelle Mobilität und Erreichbarkeit in Städten
Nun soll in den USA ein neues Produkt der Idee des wendigen, elektrischen, technisch anspruchsvollen Stadtflaneurs zum Durchbruch verhelfen. Der strauchelnde Autoriese GM und die kleine Stehrollermarke Segway entwickeln ein gemeinsames urbanes Mobilitätskonzept namens P.U.M.A. (Personal Urban Mobility and Accessibility; individuelle Mobilität und Erreichbarkeit in Städten). Damit das Publikum sich darunter etwas vorstellen kann, rollt seit ein paar Tagen ein erster Prototyp durch Manhattan.
Was da in vielleicht fünf Jahren den Big Apple erobern könnte wie einst die Inlineskates und heute das europäische Automobilduo Smart und Mini, sieht aus wie eine Kreuzung aus Science-Fiction und Krankenfahrstuhl. Denn der erste Prototyp ist noch nicht wirklich faszinierend, mutet an wie eine XL-Kopie von Omas Einkaufswägelchen. Beruhigend immerhin, dass die Designer schon die Zeichnungen für wirklich coole Hüllen in den Schubladen haben.
Reichweite von fast 60 Kilometern
Während der Segway PT auf maximal 20 km/h Geschwindigkeit begrenzt ist, erreicht das überdachte Stadtfahrzeug mit seinen beiden an den Rädern montierten Elektromotoren immerhin fast 60 km/h und verfügt über einen Lithium-Ionen-Akku mit einer Reichweite von knapp 60 Kilometern. Emissionen verursacht das Stadtfahrzeug nicht dort, wo es unterwegs ist, sondern dort, wo der Strom hergestellt wird. Es hat zwei Sitze und ein Dach, und wenn der zweite Sitz nicht gebraucht wird, lassen sich dort Einkaufs- oder Aktentaschen unterbringen. Sauberes Fahren ist nur die halbe Miete - P.U.M.A. soll Fahrer, Fahrzeuge und Umwelt zu allseitigem Nutzen vernetzen.
"Stellen Sie sich kleine, flinke elektrische Fahrzeuge vor, denen Informationen über andere Fahrzeuge in ihrer Umgebung vorliegen und die dadurch vermeiden, dass es zu Zusammenstößen kommt. Und denken Sie sich ein dem Internet ähnliches Netzwerk, das den Fahrer unterwegs mit allen von ihm gewünschten Informationen versorgt", weist Larry Burns, bei General Motors Vorstand für die Bereiche Forschung, Entwicklung und strategische Planung, die Richtung. Die Entwickler denken etwa an Navigation und Kommunikation mit umliegenden Läden, Dienstleistern oder Cafés.
Der Segway-Roller als Polizeifahrzeug
Weil der Segway-Roller auch in etlichen US-Städten im öffentlichen Dienst und bei der Polizei Fuß gefasst hat, sind die beiden Projektpartner optimistisch, dass P.U.M.A. positiv aufgenommen wird. "Das Fahrzeug soll sich nach persönlichem Geschmack gestalten lassen, macht Spaß, ist stressfrei, findet immer einen Parkplatz", wirbt Burns für die Idee. "Und all das bei einem Viertel oder Drittel der Kosten, die bei heutigen Automobilen für Fahrzeughaltung und den Betrieb anfallen."
Es ist allerdings ein gewaltiger Sprung von der Idee des Segway PT als Gehhilfe für den Fußgänger 2.0 bis zum überdachten Einachser als Autoersatz. Andererseits dürfte P.U.M.A. komfortabler als andere motorisierte Zweiräder sein. Der Erfolg wird wohl von zwei Faktoren abhängen: vom ausreichend langen Atem GMs (auch Smart brauchte einen langen Anlauf) und von den erreichbaren Stückkosten.
Segway ist noch nicht so bekannt, was nur eines der Probleme der US-Firma ist. Das vom Erfinder Dean Kamen entwickelte Elektrofahrzeug Segway Personal Transporter (PT) wird seit 2001 hergestellt und verkauft, doch die Verkaufszahlen sind bis dato weit unter den Hoffnungen seiner Macher geblieben. In den ersten sechs Produktionsjahren wurden etwa 30.000 Stück abgesetzt - viel zu wenig, um das Produkt und die Marke bekanntzumachen. Der Segway PT ist ein Fahrzeug mit zwei Rädern, die links und rechts eines Trittbretts angebracht sind, auf dem sein Fahrer/seine Fahrerin steht und das Fahrzeug nur durch Gewichtsverlagerung lenkt. Die Balance hält der Einachser automatisch, und angetrieben wird der Segway PT von einem kleinen Elektromotor, dessen Akku an der Steckdose geladen wird. Klingt super, ist es auch, doch dem ganz großen Erfolg stehen bisher vor allem die hohen Stückkosten im Weg. In Deutschland kostet ein Segway-Roller zwischen 6800 und 7300 Euro - zu viel für ein reines Spaßfahrzeug, zu viel auch, um viele Privatkunden zu finden. In mehreren Bundesländern hat die Polizei die Segway-Roller für Streifengänge zu Fuß getestet; in den Dienst übernommen haben sie anschließend mehrere Polizeidirektionen in Nordrhein-Westfalen und Hessen, das Ordnungsamt in Hamburg für die Jagd nach Falschparkern sowie einige Flughäfen für ihr Sicherheitspersonal.
P.U.M.A. - Individuelle Mobilität und Erreichbarkeit in Städten
Nun soll in den USA ein neues Produkt der Idee des wendigen, elektrischen, technisch anspruchsvollen Stadtflaneurs zum Durchbruch verhelfen. Der strauchelnde Autoriese GM und die kleine Stehrollermarke Segway entwickeln ein gemeinsames urbanes Mobilitätskonzept namens P.U.M.A. (Personal Urban Mobility and Accessibility; individuelle Mobilität und Erreichbarkeit in Städten). Damit das Publikum sich darunter etwas vorstellen kann, rollt seit ein paar Tagen ein erster Prototyp durch Manhattan.
Was da in vielleicht fünf Jahren den Big Apple erobern könnte wie einst die Inlineskates und heute das europäische Automobilduo Smart und Mini, sieht aus wie eine Kreuzung aus Science-Fiction und Krankenfahrstuhl. Denn der erste Prototyp ist noch nicht wirklich faszinierend, mutet an wie eine XL-Kopie von Omas Einkaufswägelchen. Beruhigend immerhin, dass die Designer schon die Zeichnungen für wirklich coole Hüllen in den Schubladen haben.
Reichweite von fast 60 Kilometern
Während der Segway PT auf maximal 20 km/h Geschwindigkeit begrenzt ist, erreicht das überdachte Stadtfahrzeug mit seinen beiden an den Rädern montierten Elektromotoren immerhin fast 60 km/h und verfügt über einen Lithium-Ionen-Akku mit einer Reichweite von knapp 60 Kilometern. Emissionen verursacht das Stadtfahrzeug nicht dort, wo es unterwegs ist, sondern dort, wo der Strom hergestellt wird. Es hat zwei Sitze und ein Dach, und wenn der zweite Sitz nicht gebraucht wird, lassen sich dort Einkaufs- oder Aktentaschen unterbringen. Sauberes Fahren ist nur die halbe Miete - P.U.M.A. soll Fahrer, Fahrzeuge und Umwelt zu allseitigem Nutzen vernetzen.
"Stellen Sie sich kleine, flinke elektrische Fahrzeuge vor, denen Informationen über andere Fahrzeuge in ihrer Umgebung vorliegen und die dadurch vermeiden, dass es zu Zusammenstößen kommt. Und denken Sie sich ein dem Internet ähnliches Netzwerk, das den Fahrer unterwegs mit allen von ihm gewünschten Informationen versorgt", weist Larry Burns, bei General Motors Vorstand für die Bereiche Forschung, Entwicklung und strategische Planung, die Richtung. Die Entwickler denken etwa an Navigation und Kommunikation mit umliegenden Läden, Dienstleistern oder Cafés.
Der Segway-Roller als Polizeifahrzeug
Weil der Segway-Roller auch in etlichen US-Städten im öffentlichen Dienst und bei der Polizei Fuß gefasst hat, sind die beiden Projektpartner optimistisch, dass P.U.M.A. positiv aufgenommen wird. "Das Fahrzeug soll sich nach persönlichem Geschmack gestalten lassen, macht Spaß, ist stressfrei, findet immer einen Parkplatz", wirbt Burns für die Idee. "Und all das bei einem Viertel oder Drittel der Kosten, die bei heutigen Automobilen für Fahrzeughaltung und den Betrieb anfallen."
Es ist allerdings ein gewaltiger Sprung von der Idee des Segway PT als Gehhilfe für den Fußgänger 2.0 bis zum überdachten Einachser als Autoersatz. Andererseits dürfte P.U.M.A. komfortabler als andere motorisierte Zweiräder sein. Der Erfolg wird wohl von zwei Faktoren abhängen: vom ausreichend langen Atem GMs (auch Smart brauchte einen langen Anlauf) und von den erreichbaren Stückkosten.
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